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  FTD-Serie: Photokina 2006



Auf der Photokina liefert die Branche eine Leistungsschau. Neben Kameras und Druckern gehören auch Software und Dienstleistungen zum Portfolio. Im Mittelpunkt steht die digitale Fotografie für Hobby und Beruf. Die FTD zeigt die neusten Trends und Nachrichten.

Merken   Drucken   27.09.2006, 08:26 Schriftgröße: AAA

Leica treibt mit eigenen Läden Expansion voran

Der deutsche Kamerahersteller Leica will weltweit mindestens acht bis zehn eigene Läden mit Partnern eröffnen. "Wir bauen unseren Vertrieb um", sagte Leica-Marketingchef Ralph Nebe am Rande der Photokina in Köln der FTD. von Mark Krümpel (Köln)
Leica hatte den Trend zur Digitalfotografie verschlafen und stand ...   Leica hatte den Trend zur Digitalfotografie verschlafen und stand kurz vor der Pleite
Damit schwenkt das Traditionsunternehmen nach Jahren der Krise auf einen Wachstumskurs ein. Leica strebt eine führende Position im Nischenmarkt hochpreisiger Kameras an. "In großflächigen Elektronikfachmärkten wird man künftig keine Leica-Kamera kaufen können. Denn wir wollen uns nicht auf einen Preiskampf einlassen", sagte Nebe.
Trend zur Digitalfotografie
Leica hatte den Trend zur Digitalfotografie verschlafen und stand deshalb im vergangenen Jahr kurz vor der Pleite. Nach einem harten Sanierungskurs erwartet der Kamerahersteller 2006 wieder einen kleinen operativen Gewinn. Unter dem Strich wird Leica aber immer noch Verluste schreiben. Im kommenden Geschäftsjahr soll die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelingen. Sowohl beim Umsatz als auch Ergebnis liege man im ersten Halbjahr bereits über dem Vorjahr, sagte Leica-Chef Josef Spichtig am Dienstag.
Zwar will Leica auch künftig analoge Fotokameras verkaufen, allerdings hängt ein nachhaltiger Sanierungserfolg von den neuen digitalen Produkten ab. Denn Branchenexperten erwarten, dass die Digitalfotografie in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, insbesondere der Markt für Spiegelreflexkameras. Von diesem Kuchen will und muss sich Leica ein Stück abschneiden - und wagt dabei den Spagat zwischen Tradition und moderner Technik. So setzt Leica große Hoffnungen auf die M-Serie, die das Unternehmen bereits seit 1954 produziert. Das neue digitale Modell M8, eine kompakte Messsucherkamera mit Wechselobjektiven, sieht dem analogen Vorgänger äußerlich ähnlich. "Die Kamera steht für die alten Leica-Stärken", erklärte Nebe das Design und Konzept.
Neues Vertriebskonzept
Innerhalb der kommenden zwei Jahre will Leica auch sein neues Vertriebskonzept umsetzen, das eine Konzentration auf den Fachhandel sowie reine Leica-Geschäfte vorsieht. "Unser Ziel ist nicht der hart umkämpfte Massenmarkt", sagte Nebe. In Berlin gibt es bereits den ersten Leica-Händler Deutschlands. Wann die nächsten folgen, wollte Nebe noch nicht sagen. "Wir sind in Gesprächen mit möglichen Partnern."
Mit der Übernahme der Mehrheit am Schweizer Profikamerahersteller Sinar wird Leica zudem in das Segment der professionellen Groß- und Mittelformatkameras einsteigen. Sinar hatte zuletzt einen Umsatz von 10 bis 15 Mio. Euro erwirtschaftet. Den Kaufpreis für den 51-Prozent-Anteil wollte Leica am Dienstag nicht nennen. "Diese Übernahme ist ein klares Signal, dass wir das Gröbste hinter uns haben", sagte Nebe. Weitere Übernahmen seien künftig möglich, wenn sie technologisch Sinn machen würden.
Leica, das sich im Zuge der Sanierung frisches Kapital beschafft hatte, gehört zu 88 Prozent der Salzburger ACM-Gruppe. Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 stieg Leicas Umsatz um 16 Prozent auf 107 Mio. Euro. Das Unternehmen beschäftigt knapp 1000 Mitarbeiter, rund 400 Stellen wurden in den vergangenen drei Jahren gestrichen.
  • Aus der FTD vom 27.09.2006
    © 2006 Financial Times Deutschland,
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