Die Geräte sollen die Medienbranche umwälzen, gespannt wartete die IT-Branche auf Apples neues Produkt, das iPad. Die Serie gibt einen Einblick in die neue Technik.
Lesegeräte:Amazon ködert Verlage mit höherer Umsatzbeteiligung
Amazon fürchtet sich vor Apple - wegen des erwarteten Tablet-PCs, der auch das Lesen von Büchern ermöglichen soll. Deshalb macht der Onlinehändler Autoren und Verlage ein verlockendes Angebot. von Andrea Rungg, Hamburg
Amazon verschärft den Kampf um Inhalte für elektronische Lesegeräte. Der weltgrößte Onlinehändler kündigte am Mittwoch an, die Tantiemen für Autoren und Verlage zu verdoppeln, wenn der Preis für digitale Texte unterhalb des Preises für gedruckte Versionen liegt. Amazon will Autoren und Verlagen 70 Prozent des Verkaufspreises eines Buches oder anderer Texte zahlen. Das Angebot gelte ab Sommer.
Der Onlinehändler reagiert mit dem Schritt auf den steigenden Wettbewerbsdruck für das eigene elektronische Lesegerät Kindle durch den Verkaufsstart neuer, teilweise leistungsfähigerer Geräte. In der kommenden Woche wird der Technologiekonzern Apple ein multifunktionales Tablet präsentieren. Sowohl Buch- als auch Zeitungsverlage verhandeln bereits mit Apple über eine mögliche Zusammenarbeit. Apple dürfte zudem eine neue Version der Unterhaltungsplattform iTunes vorstellen, auf der künftig auch Bücher im Angebot sein sollen.
Am Mittwoch hatte das "Wall Street Journal" berichtet, der zum News-Corp.-Konzern gehörende Buchverlag Harper Collins mit Apple über eine Kooperation verhandele. Branchenkennern zufolge hat Apple Verlagen bereits früher ein ähnliches Angebot wie Amazon gemacht. "Apple wird 30 Prozent des Umsatzes einbehalten und 70 Prozent an Verleger weitergeben. Auch alle Neukunden von Apple werden diesen Deal bekommen, und Apple wird keine Exklusivität verlangen", schrieb Oppenheimer-Analyst Yair Reine im Dezember in einer Mitteilung an Investoren.
Amazon musste nun offenbar nachziehen, um für Autoren und Verlage auch weiterhin attraktiv zu bleiben. Zugleich wird der Kampf um Kunden angesichts attraktiverer Geräte härter. Amazon dürfte es angesichts neuer multifunktioneller Tablets künftig schwer haben, mit seinem Lesegerät Kindle im Markt zu bestehen. Umso entscheidender ist es deshalb, ein umfangreiches Angebot an Inhalten wie Büchern und Magazinen zu bieten.
Für die etablierten Buchverlage ist die Nachricht allerdings ein weiterer Schlag. Sie kämpfen weltweit um höhere Preise für elektronische Bücher. Amazon knüpft die neue Umsatzverteilung allerdings an niedrige Buchpreise und dürfte damit den Unmut der Verlage nur noch weiter steigern. Es sei unverständlich und unüblich, dass Amazon eine höhere Marge nur an niedrige Preise für E-Books koppele, kritisierte ein Branchenkenner Amazons Ankündigung.
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