FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Betrugsserie erschüttert Plattform Alibaba

Merken   Drucken   21.02.2011, 18:13 Schriftgröße: AAA

Manager-Rücktritte: Betrugsserie erschüttert Plattform Alibaba

In dem bekannten Märchen hatte es Ali Baba mit 40 Räubern zu tun - auf der chinesischen Handelsplattform Alibaba.com trieben mehr als 2300 ihr Unwesen. Jetzt gehen die beiden Chefs, der weltgrößte Unternehmens-Marktplatz will das Vertrauen wiedergewinnen.
Ein gewaltiger Betrugsfall erschüttert die chinesische Handelsplattform Alibaba.com, den weltgrößten Marktplatz für Unternehmen. Mehr als 2300 bei Alibaba angemeldete Händler hätten in den vergangenen zwei Jahren systematisch ihre Kunden betrogen, teilte das Unternehmen am Montag mit.
Von Adidas bis VW Die größten deutschen Firmen in China
Dabei hätten ihnen rund 100 der insgesamt 5000 Vertriebsmitarbeiter von Alibaba entweder bewusst oder durch Nachlässigkeit geholfen. Firmenchef David Wei zog die Konsequenzen und trat zurück. Alibabas Aktienkurs sank um 3,5 Prozent.
Bei Alibaba handeln Unternehmen untereinander. Die Bedeutung der chinesischen Wirtschaft als "Werkbank der Welt" hat die 1999 gegründete Plattform schnell zu einem belebten Marktplatz gemacht. Inzwischen hat Alibaba mehr als 50 Millionen registrierte Teilnehmer. Auch viele kleine Händler aus Europa finden Geschäftspartner in China über Alibaba.com.
Die Masche der Betrüger war es, beliebte Verbraucherelektronik zu "sehr attraktiven Preisen" in relativ kleinen Stückzahlen anzubieten, wie Alibaba nach einer tiefgreifenden Untersuchung berichtete. Der durchschnittliche Order-Wert betrug demnach lediglich 1200 Dollar. Die Geräte wurden dann nicht geliefert. Eine Sprecherin der Firma sagte der Londoner Zeitung "Guardian", betrogenen Käufern seien bisher 1,7 Mio. Dollar erstattet worden.
Besonders hinterhältig war, dass die Betrüger das Gütezeichen "Gold Supplier" trugen, also als besonders vertrauenswürdige Händler erschienen. Der Prüfung zufolge waren 1219 der 2009 beigetretenen "Gold Supplier" in Betrügereien verwickelt - das macht 1,1 Prozent der Händler mit dem Prädikat zum Jahresende. 2010 lag der Anteil mit 1107 Händlern bei 0,8 Prozent.
Die Betrugsmeldungen häuften sich schon seit 2009, das Unternehmen versuchte schon unter der bisherigen Führung gegenzusteuern. Am Montag traten jedoch nach Vorlage des Untersuchungsberichts sowohl David Wei als auch der für das Tagesgeschäft zuständige Elvis Lee zurück.
Die Alibaba Group betonte ausdrücklich, dass die beiden Manager nicht an dem Betrug beteiligt gewesen seien. Die Führung bei Alibaba übernimmt jetzt Jonathan Lu (41), der bisher den ebenfalls zum Konzern gehörenden Verbraucher-Marktplatz Taobao leitete.
"Integrität ist einer unserer wichtigsten Werte", betonte Firmengründer Jack Ma. Das sei entscheidend für das Vertrauen der Kunden. Alibaba wolle Vorkehrungen ergreifen, damit sich solche Betrugsfälle nicht wiederholen könnten.
  • dpa, 21.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

Internetmarken - News, Info und Bilder
Internetmarken - Die Internetmarken im Überblick

Welches sind die Top-Internetmarken, auf die wir nicht mehr verzichten wollen? Entdecken Sie alle wichtigen News, Hintergrundinformationen, Bilder und Infografiken zu den Top-Internetmarken von Amazon bis Twitter.mehr

  Bilderserie Von BASF bis ThyssenKrupp Das deutsche Chefwechseljahr
 



05:25:40 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote