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19.02.2011, 10:00
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Medien- gegen Technologiekonzerne:
Googles heikler Lockruf an die Verlage
Mit dem Bezahlsystem One Pass umgarnt der Suchkonzern die Verlage. Das sind aber genau die Konzerne, die ihn wegen seiner Machtfülle attackieren.
von Lutz Knappmann
und Andrea Rungg, Hamburg
Philipp Weltes Warnung ist unmissverständlich: "
Google , Facebook und
Apple wollen unsere Märkte angreifen", ruft der Burda-Verlagsvorstand auf einem Medienkongress seinen Branchenkollegen zu.
Ein Appell zu gemeinsamem Widerstand gegen die Macht der Technologiekonzerne im Internet - allen voran Google. Welte weiß sich damit ganz auf der Linie seines Verlegers Hubert Burda, der schon vor zwei Jahren beklagte, Google betreibe im Internet die "schleichende Enteignung" der Medienhäuser - und kürzlich nachlegte: Der Suchkonzern nutze die Verlage "als Hundefutter".
Philipp Welte
Es herrscht ein rauer Ton, wenn Deutschlands Verleger auf Google zu sprechen kommen. Zu groß ist ihnen die Marktmacht, die der Konzern im Geschäft mit digitalen Inhalten hat, zu undurchsichtig die Kriterien, nach denen die Suchmaschine ihre Ergebnisse auswählt. Ausgerechnet Google soll nun ihr Retter sein?
Noch-Konzernchef
Eric Schmidt jedenfalls sieht das so - und stürzt die Medienfirmen damit in ein Dilemma. "Wir hatten die Sorge, dass es für die Verlage schwierig ist, im Internet Zeitungen zu verkaufen", sagt Schmidt konziliant, als er ihnen das Bezahlsystem One Pass vorstellt. Es soll helfen, Inhalte im Netz zu verkaufen.
One Pass ist eine Art Onlinekiosk, in dem die Nutzer mit einem Klick digitale Zeitungen und Zeitschriften kaufen können - direkt im Browser und auf praktisch jedem Endgerät. Lediglich 10 Prozent Umsatzbeteiligung verlangt Google und gewährt den Verlagen uneingeschränkten Zugriff auf die Kundendaten. Ein klarer Angriff auf den Rivalen Apple, dessen restriktive Bedingungen für vergleichbare Angebote auf Mobilgeräten wie iPhone und iPad massiven Protest der Verlage ausgelöst haben. "Wir bieten einen verlagsfreundlichen Ansatz und wollen daran kein Geld verdienen", sagt Schmidt. Er betont: "Wir schreiben den Verlagen keine Regeln vor."
Teil 2: Googles Kiosk ist für die Verlage nicht attraktiv
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FTD.de, 19.02.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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