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Merken   Drucken   20.07.2012, 14:00 Schriftgröße: AAA

Megaupload-Gründer: Kim Schmitz teilt aus - singend

Er hatte es ja schon angekündigt, und Zeit genug hat er auch: Kim Schmitz meldet sich mit einem neuen Musikvideo zurück. Darin kritisiert er Hollywood und fordert die Internetnutzer auf, gegen die Regulierung des Netzes zu kämpfen. Auch Barack Obama nimmt er sich vor.
© Bild: 2012 DPA/David Rowland/Bildfunk/DPA
Er hatte es ja schon angekündigt, und Zeit genug hat er auch: Kim Schmitz meldet sich mit einem neuen Musikvideo zurück. Darin kritisiert er Hollywood und fordert die Internetnutzer auf, gegen die Regulierung des Netzes zu kämpfen. Auch Barack Obama nimmt er sich vor.

Der selbst ernannte Hacker Kim Schmitz nutzt den Hausarrest, um an seiner "Musikkarriere" zu feilen. In einem neuen Video beschuldigt er Hollywood, die US-Politik zu kontrollieren und fordert Präsident Barack Obama auf, für den versprochenen "Change" zu sorgen.

"Die Regierung tötet Innovation" singt Schmitz, der sich derzeit Kim Dotcom nennt, und fordert Internetnutzer auf, gemeinsam gegen die Regulierung des Internets vorzugehen. Eine Textzeile des Songs "Mr President" lautet: "Ich habe einen Traum wie Doktor King." Als Standbild ist eine Person mit Guy-Fawkes-Maske zu sehen, wie sie von Demonstranten der Occupy-Bewegung und Anonymous-Sympathisanten gern getragen wird.

Unterlegt ist die Musik mit Aufnahmen glücklicher junger Menschen, die aus Werbeclips stammen könnten. Außerdem werden immer wieder Bilder von Protestkundgebungen gegen Gesetzesvorhaben gezeigt, die das Urheberrecht durchsetzen sollen. So sind Aufnahmen zu sehen, auf denen gegen den erst vor kurzem vom europäischen Parlament gestoppten Acta-Vertrag protestiert wird.

Megaupload-Gründer Kim Schmitz' Posen und Possen

Derzeit sitzt Kim Schmitz in Hausarrest und erwartet eine Entscheidung über seine Auslieferung in die USA. Die entsprechende Anhörung soll erst im März 2013 stattfinden. Schmitz protestierte über den Kurznachrichtendienst Twitter gegen die "schmutzige Verzögerungstaktik der USA": "Sie zerstörten mein Geschäft und nahmen mein gesamtes Kapital. Die Zeit erledigt den Rest."

Die US-Behörden beschuldigen Schmitz und dessen Mitarbeiter, die inzwischen geschlossene Plattform Megaupload zu einem der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Filmen und Musik gemacht zu haben. Den Rechteinhabern sei ein Schaden von 500 Mio. Dollar entstanden. Schmitz weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung. Bei der Festnahme waren Konten und Wertgegenstände im mehrstelligen Millionenbereich sichergestellt worden.

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Das neue Video ist nicht Schmitz' erster Ausflug ins Showbusiness. Bereits vor seiner Inhaftierung veröffentlichte er ein Musikvideo. Darin lässt Schmitz Stars der US-Musikbranche für seinen Dienst werben.

Unter anderem Kanye West, P. Diddy, Will.i.am, Snoop Dogg und Alicia Keys sagen in dem Video nicht viel mehr, als dass sie Megaupload mögen - ähnlich wie sie Radiosender bewerben würden. Schmitz sampelt die kurzen Clips zum "Megaupload Mega Song" und tritt darin selbst kurz auf.

  • FTD.de, 20.07.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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