"Das gemeinsame Unternehmen würde von 86 Prozent aller US-Internetnutzer besucht werden", sagt Ken Cassar, Analyst beim Web-Marktforscher Nielsen Online. 15 Prozent der Zeit, die diese Anwender insgesamt online sind, würden sie auf den entsprechenden Seiten verbringen. Die kombinierten Angebote vereinen 59 Prozent im Markt für Online-Werbeeinblendungen auf sich - die größte Einnahmequelle für Internetpublikationen. Das würde Microsoft eine dominierende Marktstellung verschaffen, auch wenn Yahoo und Microsoft mit ihren kombinierten Suchmaschinen noch immer hinter Google zurückbleiben.
Microsoft geht offenbar von einem weiterhin starken Werbemarkt aus, trotz der wachsenden Sorge vor einer Rezession in den USA. Für den Softwareriesen, der im Internetgeschäft bislang eine Nebenrolle spielt, ergeben sich nach Ansicht von Shar VanBoskirk, Analystin beim unabhängigen US-Beratungsunternehmen Forrester, strategische Vorteile bei der Anzeigenvermarktung. So hätte das kombinierte Unternehmen weitreichende Daten über die Nutzer zur Verfügung, die den Anzeigenkunden ein "laserscharfes Profil" für ihre Werbung bieten könnten. Außerdem könnte das neue Unternehmen den Vorteil ausspielen, ein Ansprechpartner über viele Online-Werbebereiche hinweg zu sein. "Auch wenn clevere Marketingkunden nicht alle ihre Anzeigen bei Microsoft und Yahoo schalten werden, wird ihre Aufgabe mit einem starken Medienpartner, der quer durch alle Kanäle platzieren kann, sehr vereinfacht werden", so die Forrester-Analystin.
Kommt die Fusion zustande, verstärkt es den Trend zum Sozialmarketing. "Microsoft würde eines der umfassendsten Portfolios der Branche im wachsenden Sozialmedienbereich mit Angeboten wie Flickr, Delicious und Yahoo Answers", urteilt Pete Blackshaw von Nielsen Online Strategic Services. Zudem hat Microsoft im vergangenen Oktober für 240 Mio. $ einen Anteil an der zweitgrößten Internetgemeinde Facebook erworben. Das kennzeichnet eine grundlegende Veränderung in der Branche.
"Die neuen Medienunternehmen macht ihre Fähigkeit aus, ein Publikum zu schaffen, nicht Inhalte zu kreieren", erklärt die Analystin VanBoskirk. "Wenn Yahoo verschwindet, bleiben zwei dominierende Online-Medienkonzerne: Google und Microsoft. Und beide sind eigentlich Technologieunternehmen."