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Merken   Drucken   07.03.2008, 18:57 Schriftgröße: AAA

Microsoft macht Xbox billiger

Exklusiv Microsoft senkt europaweit die Preise für seine Videospielkonsole Xbox 360. Der Softwarekonzern wird den Preis für das Einstiegsmodell Arcade auf 199 Euro senken, die Version Pro soll künftig noch 269 Euro kosten.
von Arndt Ohler (Hamburg) und Chris Nuttall (San Francisco)

Dies erfuhr FTD-Online aus mit den Planungen vertrauten Kreisen. Derzeit kosten die Geräte knapp 280 Euro beziehungsweise 349 Euro. Die Absenkung soll am kommenden Montag offiziell bekannt gegeben werden. Ob der Preis für das Luxusmodell Xbox 360 Elite ebenfalls reduziert wird, sei derzeit noch in der Diskussion, hieß es weiter. Ein Microsoft-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Damit unterbietet Microsoft deutlich den Preis der schärfsten Konkurrenten Nintendos Wii sowie die Playstation 3 von Sony . Diese Konsolen kosten etwa 250 Euro beziehungsweise 360 Euro.

Der Konzern reagiert mit der Preissenkung vor allem auf den enormen Erfolg von Nintendos Wii. Das Gerät, das wegen der einfachen Steuerung ein breites Publikum anspricht, hat sich in wichtigen Märkten wie den USA, Japan und auch Deutschland deutlich besser verkauft als Playstation 3 oder Xbox 360. Die Xbox 360 hingegen verkauft sich bislang lediglich in den USA sehr gut. In Europa ist die Konsole, abgesehen von Großbritannien, nicht besonders beliebt. Die deutliche Preissenkung soll das Gerät nun bei Kunden populär machen, die vorher noch keine Videospiele genutzt haben.

Diese Zielgruppe ist derzeit besonders umworben. Nachdem die Geräte von Microsoft, Nintendo  und Sony bereits einige Monate auf dem Markt sind, hat sich die Kernzielgruppe junger Männer die Konsolen bereits gekauft. Um die Nachfrage möglichst hoch zu halten, müssen die Konzerne nun um neue Zielgruppen buhlen. Am besten gelingt dies derzeit Nintendo. Mittlerweile sind knapp über 50 Prozent der Wii-Nutzer Frauen. Im Vergleich zur Konkurrenz ein hoher Anteil. Die Nachfrage ist so hoch, das im Weihnachtsgeschäft die Wii in den USA und Europa teilweise ausverkauft war.

Kooperation mit der Telekom?

Microsoft  dagegen ist es bisher relativ schlecht gelungen, neue Zielgruppen für die Konsole zu begeistern. So fehlen, abgesehen von dem Onlineangebot Xbox Live, Spiele die Frauen ansprechen oder familientauglich sind. Microsoft versucht, daher die Konsole als universelle Unterhaltungszentrale im Haushalt zu bewerben: mit Spielen, Videos, digitalen Bildern und TV-Nutzung. Um dieses Angebot auszubauen, startete das Unternehmen im vergangenen Dezember in Europa mit dem Verleih von Kinofilmen über die Xbox Internet-Plattform Xbox Live.

Das Microsoft-Spiel Project Gotham Racing 3 gehört zu den Rennern ...   Das Microsoft-Spiel Project Gotham Racing 3 gehört zu den Rennern auf der Xbox 360

In den USA können über den Dienst Filme auch gekauft werden. Die Fernsehnutzung über die Xbox könnte künftig in Deutschland noch erweitert werden. Wie es aus den informierten Kreisen hieß, spreche Microsoft derzeit intensiv mit der Deutschen Telekom darüber, die Xbox in Deutschland für das Internet-Fernseh-Angebot (IPTV) der Telekom tauglich zu machen. Der IPTV-Dienst der Deutschen Telekom basiert auf Software von Microsoft. In Großbritannien gibt es eine ähnliche Zusammenarbeit bereits zwischen BT und Microsoft.

Hinzu kommt möglicherweise noch ein Blu-ray-Spieler. Derzeit gebe es Gespräche zwischen dem japanischen Rivalen Sony, der maßgeblich die Blu-ray-Technologie mitentwickelt hat, und Microsoft, sagte am Freitag der Chef der US-Elektroniksparte von Sony, Stan Glasgow.

Microsoft hatte bislang auf die konkurrierende HD-DVD-Technik gesetzt, die sich aber nicht durchsetzen konnte. Um Kunden ein Speichermedium für hochauflösende Filme oder TV-Serien zu bieten, erwägt der Softwarekonzern daher, Blu-ray einzusetzen. Ob es sich dabei wieder um ein externes Laufwerk handeln wird, konnte Glasgow nicht sagen. Sony würde auf der einen Seite zwar Lizenzgebühren von Microsoft bekommen, auf der anderen Seite würde Microsoft mit der Xbox jedoch technisch auf die Playstation 3 aufholen.

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    © 2008 Financial Times Deutschland
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