Zugleich sichert
Google sich dadurch die Exklusivität als Standardsuchmaschine des Browsers. Dies ist lukrativ, da Google vor allem mit den neben den Suchergebnissen eingeblendeten Textanzeigen Geld verdient.
Die gemeinnützige Mozilla Foundation finanziert sich neben den Google-Millionen über den im August 2005 gegründeten kommerziellen Ableger, die Mozilla Corporation. Diese kümmert sich vor allem um Vermarktung, Support und Sponsoring von Firefox und dem Mail-Programm Thunderbird.
Kritik an der Nummer zwei
Google hatte trotz aller Unterstützung allerdings bereits im Jahr 2005 damit begonnen, gezielt Softwarespezialisten bei Mozilla abzuwerben. Die dürften an der Entwicklung von Chrome beteiligt gewesen sein, zumal der neue Browser teilweise auch auf Open-Source-Anwendungen von Firefox zurückgreift. Was genau Google von Firefox übernommen hat, wollte Google-Manager Jürgen Galler am Dienstag jedoch nicht sagen. Er beteuerte auf einer Pressekonferenz jedoch, dass sich Chrome nicht als direkter Konkurrent zu Firefox verstehe. "Wir würden uns freuen, wenn Teile unseres Codes von Mozilla verwendet werden", so Galler.
Allerdings kritisierte Google am Dienstag indirekt auch den Partner Firefox. Die Entwicklung von Chrome begründete der Suchmaschinenkonzern unter anderem mit "Unzulänglichkeiten bei der bisher vorhandenen Software", also auch bei jener von Firefox.
Googles finanzielles Engagement bei Mozilla wird zunächst beibehalten: "An unserem Abkommen mit Google ändert sich durch Chrome nichts", sagte John Lilly, CEO der Mozilla Corporation, der FTD. Die Finanzvereinbarung mit Google sei erst vor Kurzem bis November 2011 verlängert worden. Das sei wichtig für weitere Investitionen in Firefox und neue Angebote wie einen Handy-Browser. Lilly betrachtet Chrome aber trotzdem als Konkurrenz: "Es gibt einen neuen Browser, dadurch wird der Wettbewerb verstärkt." Das könne aber durchaus positive Auswirkungen haben: "Fortschritte im Browsermarkt sind gut", so der Mozilla-Chef. "Wettbewerb führt oft zu Innovationen."
Millionenfache Downloads
Im Juni hatte Mozilla die Firefox- Version 3.0 auf den Markt gebracht. Bei den Internetnutzern stieß sie auf großes Interesse: Allein in den ersten 24 Stunden wurde das Programm weltweit fast acht Millionen Mal heruntergeladen, teilweise brachen die Server unter der User-Last zusammen. Firefox ist momentan die Nummer zwei unter den Browsern und hat einen Marktanteil von etwa 20 Prozent, Tendenz steigend. An der Spitze steht mit rund 72 Prozent Marktanteil der Internet Explorer von Microsoft, dem die Google-Attacke eigentlich gilt. Die hinter Firefox stehende Stiftung, die Mozilla Foundation, ist vor allem für die Weiterentwicklung und Wartung des Browsers verantwortlich ist. Ursprünglich wurde sie von Netscape Communications ins Leben gerufen, um den inzwischen eingestellten Browser Netscape Navigator weiterzuentwickeln.