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Merken   Drucken   19.03.2009, 18:33 Schriftgröße: AAA

Musikdownloads: Amazon Deutschland ärgert iTunes

Amazon wird in den kommenden drei Wochen in Deutschland mit seinem Internet-Musikdownloaddienst MP3 starten. Noch vor Ostern soll das Musikportal nach Plänen des Webkaufhauses verfügbar sein, erfuhr die FTD aus informierten Kreisen.
von Arndt Ohler (Berlin)

Ostersonntag ist der 12. April. Zudem laufen bei dem Handyhersteller Nokia  die Vorbereitungen auf Hochtouren, den Handymusikabodienst Comes with Music nach Deutschland zu bringen. Noch vor dem Sommer soll es so weit sein, so die Kreise weiter. Eine Amazon -Sprecherin wollte die Informationen nicht kommentieren.

Für die gebeutelte Musikindustrie könnten die Initiativen der beiden Unternehmen einen spürbaren Schub bringen. "Ich erwarte, dass der Einstieg den digitalen Markt beflügeln wird", sagte Frank Briegmann, Chef von Universal Music Group Deutschland, in Bezug auf Amazon. Hierzulande wächst das Geschäft mit Musik über Handy und das Internet zwar seit Jahren deutlich.

Für die gesamte Branche liegt der Anteil des digitalen Geschäftes jedoch lediglich bei sieben Prozent, wie der Bundesverband Musikindustrie am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Branchenumsatz sank vergangenes Jahr im Vergleich zu 2007 um 4,7 Prozent auf 1,58 Mrd. Euro - das zehnte Minus in Folge. Ursachen sind unter anderem Onlinepiraterie, das illegale Brennen von CDs sowie das zu geringe Wachstum im Internet- und Handybereich.

Schrumpfender CD-Absatz   Schrumpfender CD-Absatz

Amazon steigt in einen eng besetzten Markt ein. So gibt es in Deutschland Dutzende kleinerer und größerer Anbieter. Zu den führenden Musikportalen gehören der iTunes Music Store des Computerherstellers Apple , die Deutsche-Telekom-Tochter Musicload oder 7digital. Amazon wird in Deutschland von Branchenexperten ein starker Einstand zugetraut. Als einer der größten Musik-CD-Händler ist er ein wichtiger Partner für die Musikunternehmen und verfügt über eine immense Kundendatenbank für spezifische Werbung.

Zudem sind die Preise für einzelne Lieder oder digitale Alben in den existierenden Amazon-Onlinemusikshops in den USA und Großbritannien oftmals niedriger als beim Konkurrenten iTunes. Als eines der ersten Unternehmen setzte das Webkaufhaus auf Musikdateien ohne Kopierschutz (DRM) und zwang damit seine Konkurrenten, die Musik ebenfalls ohne digitale Sperre zu verkaufen. DRM war bei Verbrauchern lange in der Kritik, da die Spezialsoftware verhinderte, dass sich Lieder auf allen Geräten wie Musikspielern oder Handys wiedergeben ließen. Direkt zum Start von Amazon MP3 in Großbritannien verkaufte das Unternehmen laut informierter Kreise gut 25 Prozent des Volumens von iTunes.

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Gegen Nokias Pläne im Markt für mobile Musikdienste rüsten sich die Mobilfunknetzbetreiber T-Mobile und Vodafone, die dem Handyproduzenten dieses Feld nicht überlassen wollen. Nach Branchenangaben arbeiten beide Mobilfunkkonzerne intensiv an neuen Angeboten. Musikmanager begrüßen die Bewegung im digitalen Geschäft. "Vielfalt bei legalen digitalen Angeboten kommt Künstlern und Musikfans entgegen", sagte Edgar Berger, Chef von Sony Music Entertainment Deutschland, Österreich und Schweiz.

Bei Vodafone und T-Mobile werden nach Angaben aus der Musikindustrie zwei Modelle diskutiert. Die eine Variante ähnelt Nokias Initiative Comes with Music: Kunden kaufen ein spezielles Handy, bei dem der Zugriff auf Millionen Titel für eine gewisse Zeit kostenfrei ist. Nutzer zahlen lediglich für die Datenübertragung. Die andere Version sieht vor, dass Kunden bei Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrags einwilligen, ein Musikpaket gegen eine monatliche Gebühr zuzukaufen.

Speziell die Handymusikabos, bei denen der Musikzugang im Kaufpreis enthalten ist, gelten in der Musikbranche als große Hoffnungsträger. Die Manager erwarten, mit den neuen Angeboten einen Teil der Internetpiraten in zahlende Kunden umwandeln zu können. Die Abos sollen den Eindruck erwecken, dass die Musik nahezu kostenlos ist.

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  • Aus der FTD vom 20.03.2009
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