Der Chef des Royal Opera House, Tony Hall, steht künftig an der Spitze der britischen BBC. Hall löst Generaldirektor George Entwistle ab, der in diesem Monat nach heftiger Kritik an der Berichterstattung des Senders von seinem Amt zurückgetreten war, meldeten die BBC-Nachrichten am Donnerstag. Der Sender hatte fälschlicherweise einen Politiker des Kindesmissbrauchs bezichtigt und ähnliche Vorwürfe gegen einen früheren BBC-Starmoderator nur halbherzig verfolgt. Der Skandal hat einen Schatten auf die Glaubwürdigkeit des für seine Zuverlässigkeit gerühmten Senders geworfen.
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Der 61-Jährige sei "die richtige Person, um die BBC aus ihrer derzeitigen Krise zu führen", sagte Rundfunksratspräsident Chris Patten am Donnerstag. Die journalistische Erfahrung des früheren Nachrichtenchefs des Senders sei "von unschätzbarem Wert, während die BBC dabei ist, ihren Ruf wiederherzustellen".
In einem fehlerhaften Beitrag hatte die BBC den ehemaligen Schatzmeister der Konservativen Partei, Alistair McAlpine, als vermeintlichen Täter ins Spiel gebracht. McAlpine hatte sich an die Öffentlichkeit gewandt und die Vorwürfe vehement bestritten. Auch eines der Opfer aus den 70er und 80er Jahren, als in walisischen Heimen zahlreiche Kinder missbraucht worden waren, entlastete McAlpine.
Die BBC steht wegen eines Missbrauchsskandal um den ehemaligen Moderator Jimmy Savile schon länger im Kreuzfeuer der Kritik. Der vor einem Jahr gestorbene ehemalige Starmoderator und andere sollen über Jahre hinweg 300 junge Menschen missbraucht haben. Die Verantwortlichen bei der BBC sehen sich mit der Frage konfrontiert, wer in der renommierten Sendeanstalt von den Vorgängen gewusst hat.