In einem Brief an die Leser, der am Montag in der aktuellen Ausgabe des Blattes erschien, entschuldigte sich Chefredakteur Richard Smith für den Artikel vom 9. Mai. "Newsweek" hatte unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten US-Beamten berichtet, einer regierungsinternen Untersuchung zufolge hätten Aufseher im Gefangenenlager Guantanamo Ausgaben des Koran in Toiletten ausgelegt, in einem Fall sei sogar ein Exemplar im Klo hinuntergespült worden. Der Bericht löste in Afghanistan Massenproteste aus, in deren Verlauf 15 Menschen ums Leben kamen. Auch in anderen Ländern kam es zu Protesten.
Eine Woche nach Erscheinen zog "Newsweek" den Artikel zurück. Zur Begründung hieß es, der Informant sei sich seiner Sache nicht mehr sicher. Smith entschuldigte sich am Montag erneut für den Vorfall. Das Magazin werde seine "Anstrengungen verdoppeln, damit so etwas nicht noch einmal passiert", sagte er. Unter anderem sollten zwei leitende Redakteure die Verantwortung für das Heranziehen anonymer Quellen übernehmen. Außerdem werde sich die Redaktion verstärkt um eine Bestätigung derartiger Informationen bemühen.