Bei der Bewertung von Brenders Arbeit zeigte sich in den vergangenen Wochen eine scharfe Trennlinie zwischen Union und SPD. Allerdings ist er keinem der beiden Parteilager zuzurechnen. Der Journalist gilt vielmehr als unabhängige Instanz, die sich immer gegen Einflussnahme von außen gewehrt hat.
Das politische Tauziehen um die Vertragsverlängerung hatte bereits in den vergangenen Wochen für Proteste auf breiter Front geführt. Journalistenverbände und Staatsrechtler hatten sich neben SPD-Politikern für einen Verbleib Brenders im Amt ausgesprochen und gegen die Einmischung der Politik in die Personalien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte, die Entscheidung sei eine "staatsrechtlich unzulässige parteipolitische Einflussnahme auf die Personalauswahl des Intendanten". Koch habe "auf die von ihm bekannte brutalstmögliche Weise die Macht eines Parteipolitikers demonstriert und sich in die journalistischen Entscheidungen eines Rundfunksenders eingemischt".
Der DGB und Verdi kritisierten: "Mit dieser Entscheidung opfert die CDU die Rundfunkfreiheit auf dem Altar der Parteipolitik." Die beiden Gewerkschaften forderten eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht.