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08.10.2010, 07:24
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Online-Medien:
New York Times zieht Geld aus dem Netz
Von wegen im Internet kann man kein Geld verdienen: Der Medienkonzern erzielt bereits jetzt einen beträchtlichen Teil seiner Erlöse im Netz. Mit ihrer Strategie widerspricht Verlagschefin Robinson deutschen Verlegern offensiv.
von Lutz Knappmann
und Andrea Rungg, Hamburg
Die "New York Times" treibt ihre Strategie voran, in der digitalen Welt möglichst viele verschiedene Erlösquellen auszuschöpfen. "Ich bin mir sicher, dass man mit Onlinewerbung Geld verdienen kann", sagte Janet Robinson, Vorstandschefin der New York Times Company, im FTD-Gespräch. 16 Prozent der Gesamterlöse des Verlagshauses, die im zweiten Quartal knapp 590 Mio. Dollar betrugen, stammten bereits aus Onlinewerbung.
Dieser Anteil ist beachtlich. Und Robinson entkräftet damit die Klagen deutscher Verleger, die meinen, durch Onlinewerbung könne kein Geld verdient werden. Burda-Zeitungsvorstand Philipp Welte hatte unlängst die sogenannte "Lousy Penny"-Debatte wiederbelebt und gesagt, journalistische Inhalte ließen sich nicht durch Onlinewerbung refinanzieren. "Die nüchterne Erkenntnis der letzten zwei, drei Jahre ist: Das klappt definitiv nicht", hatte Welte gesagt.
Die 60-jährige Janet Robinson leitet seit sechs Jahren die Geschäfte der New York Times Company
Das sieht die NYT-Chefin anders. Der wohl renommierste Zeitungskonzern weltweit setzt aber nicht allein auf Werbeerlöse, sondern plant nun auch die Einführung von Bezahlangeboten. Vom kommenden Jahr an wird die mit monatlich knapp 44 Millionen Nutzern erfolgreichste Nachrichtenseite der USA, NYT.com, kostenpflichtig. Anders als der Verlagskonkurrent
News Corp. setzt die New York Times dabei aber auf ein abgestuftes Modell.
News-Corp.-Patriarch
Rupert Murdoch hatte das Onlineangebot seiner Londoner "Times" komplett hinter einer Bezahlmauer verschwinden lassen - und so verschiedenen Angaben zufolge 60 bis 90 Prozent der Reichweite eingebüßt. "Wir haben uns ein Jahr lang intensiv vorbereitet. Wir haben die Zahlungsbereitschaft bei unseren Lesern abgefragt und welche Bezahlmodelle sie bevorzugen", so Robinson.
Herausgekommen ist ein abgestuftes Modell: Die Nutzer können künftig eine bestimmte Anzahl von Texten kostenlos abrufen. Für jeden weiteren Artikel müssen sie zahlen. Für Abonnenten soll es spezielle Bündelangebote geben. "Die Seite bleibt erreichbar für Zugriffe von Drittseiten wie Blogs, Suchmaschinen oder soziale Netzwerken", erläuterte Robinson. "So sichern wir unsere Reichweite und damit auch die Werbeerlöse." Mit ähnlichen Modellen verzeichnen die Wirtschaftsblätter "Wall Street Journal" aus dem Murdoch-Imperium und die Financial Times wirtschaftliche Erfolge. Allerdings zielen sie auf eine erheblich spezialisiertere Zielgruppe als die NYT.
Entscheidend dabei: "Wir erledigen die Abrechnung selbst", so die NYT-Chefin. "Wir müssen sicherstellen, dass die Kundenbeziehungen weiterhin uns gehören." Details zu den Preismodellen sollen im Dezember veröffentlicht werden. Bereits im November soll eine weitere Applikation für
Apple s Lesegerät iPad erscheinen. Nach einer kostenlosen Einführungsphase soll sie zeitgleich mit der Website hinter die Bezahlschranke rücken.
Teil 2: Dringliche Suche nach Erlösquellen
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Aus der FTD vom 08.10.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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