Größtes Lockmittel ist Guericke zufolge das Gratisangebot von Linkedin und die internationale Reichweite. "Die Basismitgliedschaft deckt bei uns alles ab, was der Nutzer braucht", wirbt der Gründer. Guericke wird nicht müde zu betonen, dass Linkedin anders als Xing die Gratis-Kultur vertritt. Das sei eben in den USA so. Zwar bietet Linkedin auch eine Premiummitgliedschaft an, allerdings sei diese eher für Unternehmen oder Headhunter sinnvoll. Vor zwei Tagen hat auch Xing eine teurere Recruiter-Mitgliedschaft eingeführt. Xing zufolge suchen rund 90.000 Personaler auf der eigenen Website nach potenziellen Mitarbeitern. Bei Linkedin sollen rund 500.000 Headhunter suchen.
Während Xing derzeit vor allem über Premiummitgliedschaften Geld einnimmt, steht die Finanzierung über Werbung noch relativ am Anfang. Linkedin hat seine Finanzierung auf drei Säulen gestellt: Werbung, Premiummitgliedschaften und über das Angebot einer Servicesoftware, die es Personalern vereinfachen soll, Mitarbeiter zu finden. Insgesamt sollen so rund 100 Mio. $ Umsatz zusammenkommen. Ein Ergebnis gibt Linkedin nicht preis, allerdings arbeite man seit drei Jahren profitabel.
Guericke hatte Linkedin vor drei Jahren verlassen. Erst auf Bitten seines Gründerpartners und Vorstandschef Reid Hoffmann ist er wieder an Bord des Startups. Er ist vor allem Berater und soll das Geschäft hierzulande voranbringen. Im Silicon Valley ist der Stanford-Absolvent einer der wenigen Deutschen, der sich durchgesetzt hat. Gemeinsam mit Hoffmann und drei weiteren Partnern startete er 2003 Linkedin und brachte es 2003 ans Netz. Für das kommende Jahr hat sich das Unternehmen viel vorgenommen. "Ich gehe davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres mehr als 100 Millionen Nutzer haben", kalkuliert Guericke.