Screenshot von scipionus.com
"Nach überraschenden, negativen Ereignissen entstehen immer sehr viele neue Blogs", sagt Internetexperte Christoph Neuberger von der Universität Münster. Dies sei auch nach der Tsunami-Katastrophe oder den Londoner Terroranschlägen der Fall gewesen. "Augenzeugen sind die ersten, die berichten können", sagt Neuberger.
Eines der im Internet inzwischen am häufigsten besuchten Weblogs zur Hurrikan-Katastrophe ist das Tagebuch von Michael Barnett, das unter www.mgno.com täglich mehr als 300.000 Besucher anzieht - kurz nach dem Sturm waren es sogar bis zu 800.000. Barnett berichtet mit Hilfe eines Stromgenerators und einer funktionierenden Internetverbindung direkt aus New Orleans (s.a.
"Das ist der Herr der Fliegen"). Doch auch bekanntere Blogging-Websites wie Boingboing.net berichten seit der Katastrophe fast ausschließlich über die Folgen des Hurrikans.
Die Tageszeitung "The Times-Picayune" aus New Orleans stellte unter www.nola.com ebenfalls auf Blog-Betrieb um, nachdem sie als Printausgabe nicht mehr erscheinen konnte. Außerdem hilft die Zeitung Opfern, Vermisste zu suchen. Nach einer Registrierung können Suchanzeigen aufgegeben werden. Die so entstandene Datenbank ist nach Namen durchsuchbar.
Neben der Blog- werden auch andere Webtechnologien eingesetzt. Mit Hilfe der Landkartenfunktion von Google können Internetnutzer unter scipionus.com Straßenecken in New Orleans markieren und Notizen hinterlassen. Unter wiki.nola-intel.org wird die so genannte Wiki-Technologie genutzt, mit deren Hilfe jeder Besucher die Website selbst verändern kann. Auf der Website wird auch vor Betrügern gewarnt, die falsche Vermisstenanzeigen angeben oder ahnungslose Nutzer um Spendengelder betrügen wollen.