Um die Verteilung des Marktes für Onlinewerbung ist ein neuer Kampf entbrannt. Ab Januar treten die Web-Dinosaurier AOL, Microsoft und Yahoo gemeinsam gegen die Newcomer Facebook und Google an.
Microsoft, Yahoo und AOL wollen ab Januar gemeinsam Onlinewerbung verkaufen und damit Google und Facebook Konkurrenz machen. Das am Dienstag angekündigte Bündnis will weniger begehrte Werbeflächen anbieten, die die einzelnen Unternehmen bislang kaum vermarkten konnten.
Dennoch blieben die drei Konzerne selbstständig und träten mit eigenen Verkaufsabteilungen gegeneinander an. Deshalb erwarteten sie kein Eingreifen der US-Wettbewerbsbehörde, teilten sie mit.
Das Trio erhofft sich durch das gebündelte Angebot ihrer Websites und damit verbundener größerer Reichweite eine größere Schlagkraft bei Werbekunden. Die drei Unternehmen stemmen sich mit aller Macht gegen den Vormarsch Googles. Auch die zunehmende Akzeptanz Facebooks als Werbeplattform dürfte die Konzerne zu einer Zusammenarbeit motivieren. Mit 16 Prozent Anteil am US-Onlineanzeigenmarkt ist Facebook derzeit Marktführer, gefolgt von Google mit neun Prozent. Noch 2008 hatte Yahoo 18 Prozent Anteil, in diesem Jahr sind es 13. Microsoft liegt bei fünf Prozent, AOL bei vier.
Das nur für die USA und teils auch für Kanada gültige Abkommen geht aber auch gegen Werbenetzwerke vor, die derzeit einen Teil der Displayanzeigen der drei Konzerne verkaufen. AOL, Microsoft und Yahoo werden ab Anfang 2012 das Gros ihrer unverkauften Werbeflächen auf ihren eigenen Webseiten zusammenlegen, damit es für Werbetreibende einfacher wird, über alle Seiten hinweg Anzeigen zu kaufen. Bereits im September hätten Manager der Unternehmen ihr Konzept den Werbeagenturen vorgestellt.
"Das Anzeigengeschäft von Yahoo, Microsoft und AOL wird auch in diesem Jahr wachsen, obwohl jedes Unternehmen durch den enormen Anstieg von Google und Facebook Marktanteile verlieren wird", schrieb Emarketer im Juni dieses Jahres. Nach Angaben des "Wall Street Journals" wollten zunächst nur Microsoft und Yahoo im Geschäft mit grafischen Anzeigen kooperieren. Beide sind bereits über eine zehnjährige Partnerschaft verbündet. Yahoo nutzt für das Suchangebot Microsofts Suchmaschine Bing.
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