"Wir würden sie gern an dem Börsengang beteiligen, und das geht nur bei einem entsprechend hohen Emissionsvolumen." Dass das Volumen über 100 Mio. Euro liegen wird, schloss Hinrichs nicht aus.
OpenBC hatte am 9. November angekündigt, 25 bis 49 Prozent seiner Anteile an den Markt zu bringen. Der größere Teil des Angebots solle aus einer Kapitalerhöhung kommen, hieß es in mit dem Vorgang vertrauten Kreisen. Derzeit sprechen Analysten der Konsortialführer Lehman Brothers und Deutsche Bank mit Investoren. Auf ein solches oft zweiwöchiges Premarketing folgt meist eine zweiwöchige Werbetour des Managements. Laut Hinrichs ist eine Erstnotiz in der ersten Dezemberhälfte möglich.
Wenn Hinrichs das angedeutete Volumen einnimmt, hätte die Euphorie um die zweite Internetwelle, das sogenannte Web 2.0, Frankfurts Börse erreicht. Von Nutzern gestaltete Internetdienste sind derzeit enorm gefragt: Im Oktober zahlte Google für die Videoplattform Youtube 1,6 Mrd. $.
"Anleger wollen in Internetunternehmen der zweiten Generation investieren und suchen Gebührenmodelle wie unseres, bei dem Nutzer vor Erhalt der Leistung bezahlen", sagte Hinrichs. Der von OpenBC angestrebte Börsenwert beträgt ein ungewöhnlich hohes Vielfaches des Umsatzes, der vergangenes Jahr nur 6 Mio. Euro erreichte. OpenBC habe keine börsennotierten Wettbewerber, was die Bewertung erschwere, so Hinrichs. Daher werde ein gemischtes Modell angewandt. Dazu wird der Vergleich mit börsennotierten Branchenfirmen (Peer Group) ebenso herangezogen wie die Preise, die strategische Erwerber jüngst für Web-2.0-Firmen gezahlt haben.
Hinrichs will OpenBC zum führenden Kontaktnetz für Berufstätige machen. Der US-Rivale Linkedin, der nach Europa drängt, habe Nutzer mit viel geringerer Aktivität, sagte Hinrichs mit Verweis auf Daten des Marktforschers Comscore.