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Merken   Drucken   29.10.2009, 08:02 Schriftgröße: AAA

Pläne über Kooperation: Microsoft und Yahoo gehen in die Verlängerung

Ihre Attacke richtet sich gegen das Herz des mächtigen Konkurrenten Google. Doch die Kooperation von Microsoft und Yahoo kommt nicht richtig voran. Der weltweit größte Softwarekonzern und das Suchmaschinenportal nehmen sich für ihre Verhandlungen mehr Zeit als geplant.

Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft  und der Internet-Suchmaschinenbetreiber Yahoo  brauchen länger als geplant für ihre Verhandlungen über eine Online-Zusammenarbeit. Die am Dienstagabend ausgelaufene Frist für eine Einigung sei verlängert werden, hieß es am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung von Yahoo. Ein neues Datum wurde darin nicht genannt. Yahoo-Chefin Carol Bartz  sagte bei einer Veranstaltung mit Analysten, dies verdeutliche nur, dass der endgültige Vertrag so komplex sei, wie dies ein auf zehn Jahre angelegtes Geschäft erfordere. Die beiden US-Konzerne hatten sich Ende Juli grundsätzlich darauf geeinigt, für diesen Zeitraum bei der Internetsuche zusammenzuarbeiten.

Im vergangenen Jahr war Microsoft mit dem Versuch gescheitert, Yahoo für 47,5 Mrd. $ zu übernehmen. Ein Anlauf von Yahoo für eine Zusammenarbeit mit Google  wurde wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken gestoppt. Die Aktionäre von Microsoft und Yahoo hatten die Unternehmen indes zur Zusammenarbeit gedrängt. Vor allem der Yahoo-Aktionär Carl Icahn, der rund fünf Prozent an Yahoo hält, hatte als Verwaltungsrat-Mitglied immer wieder auf eine Partnerschaft im Suchmaschinenbereich gedrungen. Seit knapp einer Woche gehört Icahn dem Yahoo-Gremium nicht mehr an.

Der Bündnisvertrag mit Microsoft könne zum Juli 2010 "im gegenseitigen Einvernehmen" beendet werden, hieß es noch im August. Yahoo habe zudem das Recht, diese Frist nochmals um sechs Monate zu verlängern, wenn die Kartellwächter bis dahin kein grünes Licht gegeben haben.

Yahoo hält sich Hintertürchen offen

Yahoo räumt der Vertrag bisher mehrere Hintertüren ein für den Fall, dass der Erfolg ausbleibt. Sollte es kartellrechtliche Probleme geben oder der mit der gemeinsam betriebenen Suchmaschine generierte Umsatz nicht stimmen, kann Yahoo die Partnerschaft auflösen. Auch weitere Verluste von Marktanteilen kann das Unternehmen nutzen, um die Partnerschaft aufzukündigen.

Mit der auf zehn Jahre angelegten Allianz verbünden sich Yahoo und Microsoft gegen den Rivalen Google . Der Suchmaschinenkonzern dominiert den lukrativen Markt für Werbung rund um die Websuche. Das vergangene Woche angekündigte Bündnis muss aber noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden, was mehrere Monate dauern kann.

  • Reuters, 29.10.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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