Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft und der Internet-Suchmaschinenbetreiber Yahoo brauchen länger als geplant für ihre Verhandlungen über eine Online-Zusammenarbeit. Die am Dienstagabend ausgelaufene Frist für eine Einigung sei verlängert werden, hieß es am Mittwoch in einer Pflichtmitteilung von Yahoo. Ein neues Datum wurde darin nicht genannt. Yahoo-Chefin Carol Bartz sagte bei einer Veranstaltung mit Analysten, dies verdeutliche nur, dass der endgültige Vertrag so komplex sei, wie dies ein auf zehn Jahre angelegtes Geschäft erfordere. Die beiden US-Konzerne hatten sich Ende Juli grundsätzlich darauf geeinigt, für diesen Zeitraum bei der Internetsuche zusammenzuarbeiten.
Im vergangenen Jahr war Microsoft mit dem Versuch gescheitert, Yahoo für 47,5 Mrd. $ zu übernehmen. Ein Anlauf von Yahoo für eine Zusammenarbeit mit Google wurde wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken gestoppt. Die Aktionäre von Microsoft und Yahoo hatten die Unternehmen indes zur Zusammenarbeit gedrängt. Vor allem der Yahoo-Aktionär Carl Icahn, der rund fünf Prozent an Yahoo hält, hatte als Verwaltungsrat-Mitglied immer wieder auf eine Partnerschaft im Suchmaschinenbereich gedrungen. Seit knapp einer Woche gehört Icahn dem Yahoo-Gremium nicht mehr an.
Der Bündnisvertrag mit Microsoft könne zum Juli 2010 "im gegenseitigen Einvernehmen" beendet werden, hieß es noch im August. Yahoo habe zudem das Recht, diese Frist nochmals um sechs Monate zu verlängern, wenn die Kartellwächter bis dahin kein grünes Licht gegeben haben.
Mit der auf zehn Jahre angelegten Allianz verbünden sich Yahoo und Microsoft gegen den Rivalen Google . Der Suchmaschinenkonzern dominiert den lukrativen Markt für Werbung rund um die Websuche. Das vergangene Woche angekündigte Bündnis muss aber noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden, was mehrere Monate dauern kann.