... die Umsätze kehren zurück
Die Streitparteien ziehen aus den Folgen der gerade überwundenen Werbemarktkrise und den Herausforderungen der Digitalisierung entgegengesetzte Schlussfolgerungen. Angesichts wegbrechender Werbeerlöse haben viele Verlage Titel abgestoßen, Redaktionen zusammengelegt, Mitarbeiter entlassen - und deren Arbeit auf die Verbliebenen verteilt. Gleichzeitig debattieren sie über Wege, im Internet für hochwertige journalistische Angebote Geld zu verlangen.
Die Journalisten wollen ein Bekenntnis dazu, das Qualität Geld kostet. "Schon seit dem Platzen der Internetblase vor gut zehn Jahren gibt es Gehaltsabschlüsse maximal auf Inflationsniveau", klagt der DJV - und fordert gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi vier Prozent mehr Gehalt für die 14.000 tarifgebundenen Zeitungsredakteure. Die Verleger wollen längere Arbeitszeiten, Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld und einen neuen Tarifvertrag für Berufseinsteiger, mit niedrigeren Gehältern und einer Halbierung des Altersvorsorgezuschusses. Ein neuer Flächentarifvertrag müsse den "branchenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden", argumentieren sie.