Eine neue "Do Not Track"-Funktion bei Facebook und Google soll Kunden helfen, die Privatsphäre besser kontrollieren zu können - außer beim "Gefällt mir"-Knopf. von Franziska Scheven, Hamburg
Google hat sich bereit erklärt, ihren Nutzern mehr Privatsphäre und Datenschutz zu garantieren. Durch die Einführung einer "Do Not Track"-Funktion, wird verhindert, dass Daten gesammelt werden, mit denen individuelle Nutzerprofile erstellt werden können.
"Wir freuen uns, der industrieweiten Initiative beizutreten, die die "Do-Not-Track"-Option einführen und dem Nutzer so ermöglichen, die Wahl und die Kontrolle über ihre Daten zu behalten," sagte Google-Vizepräsidentin für Werbung Susan Wojcicki.
Besonders Google und Facebook waren in der Vergangenheit oft in die Kritik geraten, die Privatsphäre ihrer Nutzer zu missbrauchen und sie für Werbezwecke zu verwenden. So werden Werbungen gezielt an individuelle Kunden weitergeleitet, deren Präferenzen vorher anhand der Datensammlungen ausgemacht wurden.
Google ist nicht die einzige Firma. Auch Facebook und andere Internetseiten wollen sich der neuen Vereinbarung anschließen. Allerdings wird der "Do-Not-Track" Button Facebook nicht davon abhalten, Nutzer für interne Zwecke zu beobachten. Klickt man den "Gefällt mir" Knopf, wird das weiterhin registriert.
Mozillas Firefox und Microsofts Internet Explorer setzten die "Do Not Track"-Funktion schon seit dem letzten Jahr ein. Auch Apple schloss sich an und baute die Funktion in das Betriebssystem Mac OS X ein. Doch die Funktion wies Mängel auf. So haben externe Firmen die Einrichtung nicht respektiert, und die Nutzer weiter beobachtet.
Ausgelöst wurde die Debatte um den Schutz der Privatsphäre für Internetnutzer in den USA, wo Präsident Barack Obama die Einführung einer "Privacy Bill of Rights" vom Kongress anforderte. Die Bill of Rights soll den Nutzern mehr Kontrolle über die eigene Datensammlung durch Dritte ermöglichen.
Die neue Funktion soll innerhalb von neun Monaten installiert werden, sagten die Internetfirmen, die sich in dem Verband der "Digital Advertising Alliance" zusammengetan haben und aus über 400 Unternehmen bestehen. "Unsere neuen Datenschutzreglungen sind einfacher zu verstehen, und es zeigt unsern Wunsch, dem Nutzer eine makellose Surf-Erfahrung zu bereiten," schrieb ein Google-Sprecher.
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