"Die Bundesnetzagentur zeigt mit der Entscheidung, dass sie das Problem der ,weißen Flecken‘ aktiv angeht", sagte der Präsident des Bonner Amtes, Matthias Kurth, am Dienstag. Damit seien die regulatorischen Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass "auch in ländlichen Gebieten künftig jeder einen schnellen Internetanschluss bekommen kann", so Kurth.
Auf die
Telekom dürften damit erhebliche Investitionen zukommen. Bislang bedient der Konzern seine Kunden in vielen kleinen Ortschaften mit einem Anschlussnetz, dessen Zuleitungen in der nächstgrößeren Gemeinde enden.
Wegen der Länge der dafür verwendeten Kupferkabel ist die Einrichtung von DSL-Anschlüssen deshalb oft nicht möglich. Die Netzagentur hat nun die Telekom verpflichtet, direkt vor Ort eine Anschlussmöglichkeit zu ihrem Teilnehmernetz zu schaffen - dort sollen künftig die Wettbewerber ihr eigenes Netz anbinden und damit DSL-Anschlüsse anbieten können.
Anlass der Entscheidung war ein Missbrauchsverfahren, das der DSL-Anbieter Eifel-Net in Euskirchen im November angestrengt hat. Bisher müsse Eifel-Net mitunter "ganze Orte umgraben", um DSL-Versorgungslücken schließen zu können, sagte Peter Thiele von der Geschäftsführung des Unternehmens der FTD. Dagegen sei man bei der Netzagentur vorgegangen.
Bei der Netzagentur hieß es, dass nun abgelegene Ortschaften leichter auch per Datenfunk ans Internet angeschlossen werden könnten. Bei der Telekom sieht man hingegen die Wettbewerber in der Pflicht: "Wir sehen die Entscheidung der Netzagentur als eine Aufforderung an die Wettbewerber, auch auf dem Land in eigene Infrastruktur zu investieren", sagte ein Sprecher.