"Was wir hier erleben, ist eine Rezession im Werbegeschäft", sagte Larry Haverty vom Investmenthaus Gamco Investors. "Es hat in den örtlichen Medien, Radio und Zeitungen, begonnen und erreicht jetzt das Fernsehen." Die größte Gefahr ist, dass sich Großkunden wie Autohändler, Banken, Einzelhändler oder Airlines zurückziehen, die alle unter Spardruck stehen. Jüngsten Berichten zufolge stellen mit
Coca-Cola und
General Motors zwei der wichtigsten Werbekunden der USA nun ihre Marketingbudgets auf den Prüfstand.
Viele US-Medienfirmen haben mit den Umwälzungen zu kämpfen, die technischer Wandel und neue digitale Formate mit sich bringen. Nun kommt eine Verlangsamung der US-Wirtschaft hinzu. Wie groß die Schäden sind, könnte sich diese Woche zeigen, wenn die Medienkonzerne
Viacom und
CBS ihre Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Besonders CBS gilt als anfällig bei einer Konjunkturabkühlung, da der TV-Sender sein Geld mit traditioneller Werbung in Fernsehen und Radio verdient. Medienfirmen wie
Disney ,
News Corp. und
Time Warner könnten besser geschützt sein, da sie zusätzlich zu den Werbeeinnahmen auch Geld von Abonnenten bekommen.
Zwar sind viele Medienfirmen im digitalen Geschäft tätig, aber die Einnahmen können Verluste im traditionellen Geschäft nicht ausgleichen. "Der digitale Bereich ist nicht groß genug", sagte Analyst Michael Nathanson von der Investmentbank Sanford Bernstein. Er mache nur drei Prozent der Gesamteinnahmen der Branche aus.
Quelle: The Financial Times