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Merken   Drucken   04.12.2010, 16:16 Schriftgröße: AAA

Skandal um Veröffentlichungen: Paypal dreht Wikileaks den Geldhahn zu

Der Bezahldienst folgt dem Onlinehändler Amazon. Die Ebay-Tochter sperrt wegen "Verletzung der Nutzungsbedingungen" die Konten für die Enthüllungsplattform. Der Schritt bedroht die Finanzierung des Projekts, doch noch sind nicht alle Wege versperrt.
Spenden zur Unterstützung der Enthüllungsplattform Wikileaks können nicht mehr über den Bezahldienst Paypal abgewickelt werden. Die Tochter der Handelsplattform Ebay  teilte auf ihrer Blogseite "thepaypalblog.com" mit, wegen einer "Verletzung der Nutzungsbedingungen" sei das von Wikileaks genutzte Konto dauerhaft gesperrt worden. Paypal schließe die Benutzung seiner Dienste aus, wenn dadurch "illegale Aktivitäten" gefördert werden.
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Nach Angaben von Wikileaks-Gründer Julian Assange braucht die Plattform pro Jahr mindestens 200.000 Dollar an Spenden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten - besser noch 600.000 Dollar. Eine wichtige Geldquelle ist die nach einem 2001 verstorbenen Aktivisten des Chaos-Computer-Clubs (CCC) benannte Wau-Holland-Stiftung in Deutschland. Auch diese konnte am Samstag keine Paypal-Zahlungen empfangen.
Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" waren in kürzester Zeit nach Veröffentlichung der US-Diplomatendossiers 15.000 Euro von Sympathisanten aus aller Welt bei der Stiftung eingegangen.
Nach wie vor gibt es Wege, Wikileaks Geld zukommen zu lassen. Auf der Webseite wird unter anderem eine Kontoverbindung bei Postfinance dem Finanzdienstleister der Schweizerischen Post genannt. Auch über eine isländische Bankverbindung lässt sich Geld anweisen.
Zuvor hatte auch der Onlinehändler Amazon  seine Dienstleistungen unter Verweis auf eine Verletzung der Geschäftsbedingungen eingestellt. Amazon unterhält etliche Server, um in Spitzenzeiten einen Ansturm von Kunden zu verkraften und vermietet Rechner auch an Firmen.
Ermittlungen gegen Wikileaks oder Angriffe aus dem Internet seien nicht die Gründe für den Schritt gewesen, teilte das Unternehmen mit. Der demokratische Abgeordnete Joe Lieberman hatte Firmen am Dienstag aufgefordert, Wikileaks wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten zu boykottieren. Abgeschaltet ist die Webseite aber nicht: Über wikileaks.de oder wikileaks.ch bestand weiter Verbindung zu den Inhalten - auch zu den Depeschen der US-Diplomaten.

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  • FTD.de, 04.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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