Williams Ankunft beim damaligen Sorgenkind Premiere wurde mit großen Hoffnungen verknüpft. Hatte er doch bereits bei Sky Italia das Ruder herum gerissen. Binnen vier Jahren verwandelte der Melbourner den Sender im Auftrag von Medienunternehmer Robert Murdoch vom Verlustbringer in ein profitables Unternehmen mit rund 86 Mio. Euro Gewinn im jüngsten Quartal. Kein Wunder, dass der Sanierer vor einem Jahr vom Murdoch-Konzern News Corp nahezu als der Messias zum deutschen Bezahlsender geholt wurde.
Und der Australier begann auch ohne Umschweife, Premiere an das italienische Erfolgsrezept anzupassen. Neuer Name, neues Corporate-Design, aber auch viele personelle Änderungen im Management des Senders. Das entscheidende Fundament für den Erfolg sollten jedoch die ausgehandelten neuen Anstoßzeiten der Fußballbundesliga sein. Doch nichts fruchtete. Ein deutlicher Anstieg der Abonnentenzahlen blieb aus und der Frust der ohnehin leidgeplagten Anleger steigerte sich zusehends.
Was bleibt ist nicht nur die Frage, ob Sky in Deutschland überhaupt noch eine Chance hat, sondern ob Bezahlfernsehen in einem Land, in dem es dualen Rundfunk gibt, überhaupt in großem Stil existieren kann. Schließlich bezahlt jeder ja bereits für das Fernsehen und wird auch ausreichend versorgt. Zudem sucht die Zahl der hierzulande kostenlos empfangbaren Privatsender international ihresgleichen. Wozu also noch mehr Sender für noch mehr Geld? Sky mit seiner heutigen Preispolitik ist einfach zu teuer.
Mark Williams hat selbst einmal in einem Interview gesagt: "Den Italienern reicht keine Sportschau, in der sie ihren Verein nur acht Minuten lang sehen können." Uns Deutschen - so scheint es - schon. Das müssen auch Anbieter ähnlicher Pay-TV-Lösungen wie die Telekom feststellen, deren Kundenzahlen ebenfalls seit Jahren nicht die gewünschte Höhe erreichen.
Was Sky unabhängig von König Fußball im Existenzkampf noch bleiben könnte, ist eine grundlegende Umstellung des Geschäftsmodells. Apples iPhone hat es mit Tausenden verkauften Programmen vorgemacht, wie Konsumenten dazu gebracht werden können, etwas zu kaufen, was sie eigentlich nicht brauchen: Einfacher Zugriff und Preise, zu denen man nicht nein sagen kann.
Da wird von jedem der eine Existenz gründet erwartet dass er eine 3 Jahresprognose in Form eines Businessplanes abgibt.
Nicht so beim Aktienunternehmen Sky.
Hier sah man sich auf der heutigen Hauptversammlung außerstande ein Prognose abzugeben, (vielleicht im August).
Dabei ist die Rechnung einfach bei gleichbleibenden Zuwachs wie in 2010 also etwa 181.000 Abonnenten brauch es um die Minuszahlen auszugleichen etwa 4 Jahre, wenn Wertschöpfung pro Kunden und Kosten gleich bleiben.
Im Klartext in den nächsten 3 Jahren werden noch einmal etwa 375 Millionen Euro zusätzlich zu den nun angefragten Kapitalerhöhung nötig.
Also eine Break even frühestens bei guter Entwicklung in 3 Jahren.
Ein Grund dis nicht zu erwähnen?
Dies Basis ist so schlecht nicht, neue Ideen wie Skygo un d 3D lockt neue Abonnenten.
Aber ein Zuschussbetrieb bei bester Enwicklung für die nächsten 2-3 Jahre wird es wohl bleiben.