Die einst populären VZ-Netzwerke stehen offenbar endgültig vor dem Aus; darauf deuten verschiedene Meldungen aus dem Unternehmen hin. Am Montag wurde bekannt, dass die Tochtergesellschaft der Mediengruppe Georg von Holtzbrinck ihren Markennamen aufgeben werde. Das soziale Netzwerk SchülerVZ bekommt einen neuen Namen und soll zu einer Art Lernportal umgebaut werden. Für die Plattformen MeinVZ und StudiVZ, die allesamt ein ähnliches Konzept verfolgen wie der US-Rivale Facebook , gibt es keine neue Strategie, wie die Fachzeitung "Kontakter" berichtet. Zudem sollen 25 der 70 Mitarbeiter der VZ-Netzwerke entlassen werden, die VZ-Techniksparte wird ausgegliedert.
Damit scheint der Holtzbrinck-Verlag endgültig die Hoffnung für seine Internetnetzwerke aufgegeben zu haben. Die einst beliebteste deutsche Kontaktplattform StudiVZ hatte den Wettbewerb mit Facebook verloren und war zuletzt in der Bedeutungslosigkeit verschwunden: Während die VZ-Netzwerke für den Mai 2010 noch rund 466 Millionen Seitenaufrufe zählten, waren es im Mai diesen Jahres nur noch ein Zehntel davon. Dabei hatte Holtzbrinck einst große Erwartungen in die VZ-Netzwerke gesetzt. 2007 hatte der Verlag angeblich 85 Mio. Euro für die Seiten gezahlt und nur ein Jahr später ein unbeziffertes Übernahmeangebot von Facebook ausgeschlagen haben.
Nun deutet vieles darauf hin, dass einige Teile der Gruppe verwertet und der Rest abgewickelt werden soll. Zu der Auslagerung der VZ-Technik heißt es etwa in einer Mitteilung des Mutterkonzerns Holtzbrinck Digital, man wolle "langjährig erworbenes Technologie- und Social Media-Know How sichern". Das Unternehmen VZ-Netzwerke wird künftig Poolworks heißen. Die Internetseite SchülerVZ wird in Idpool umbenannt, wie der "Kontakter" berichtet. Diese richtete sich bisher an jüngere Nutzer und soll nach dem zum Jahresende geplanten Relaunch einen "edukativen" Charakter haben - eine Nische, die nicht von Facebook abgedeckt wird. Für MeinVZ und StudiVZ will die Gruppe "neue Optionen prüfen" - schon länger gibt es Spekulationen, dass die beiden Seiten geschlossen werden sollen.