Wolfgang Schäuble
Fast alle Sender änderten nach dem Sturm russischer Spezialeinheiten auf die von Terroristen besetzte Schule ihr Programm und informierten in zum Teil Stunden langen Sondersendungen über die dramatischen Ereignisse im Nordkaukasus.
Doch stieß die intensive Berichterstattung nicht nur auf Zustimmung. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Schäuble warnte, das riesige Medienecho spiele den Terroristen in die Hände. "Man muss in unseren freiheitlichen Gesellschaften darüber nachdenken, ob wir mit der Intensität unserer Berichterstattung über solche Vorfälle nicht in Wahrheit das Geschäft der Terroristen betreiben. Terrorismus zielt auf Öffentlichkeit, und diese stellen wir in einem überreichen Maße her", sagte der CDU-Politiker im TV-Sender XXP.
Als erster Sender unterbrach nach eigenen Angaben RTL um 11.21 Uhr das laufende Programm mit einer Sondersendung. Zwei Stunden lang berichtete Deutschlands größter Privatsender danach Nonstop über die Ereignisse im Kaukasus. Die anderen Programme folgten innerhalb weniger Minuten. Sat1 berichtete nach eigenen Angaben erstmals um 11.26 Uhr kurz über das Geschehen und hob dann um 11.35 Uhr ebenfalls eine zweistündige Sondersendung ins Programm.
Die beiden öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF unterbrachen praktisch zeitgleich um 11.36 Uhr und 11.37 Uhr die laufenden Sendungen und berichteten live mehr als zweieinhalb Stunden über die Ereignisse in Beslan. Hinzu kamen auf allen Kanälen am Nachmittag News-Flashes oder Sonderausgaben der Nachrichten.