Premiere: Motiv aus der Juli-Kampagne 2005 "Fernsehen Erster Klasse"
Wenige Tage, bevor das Jahr 2005 zu Ende ging, war es aus mit der Beschaulichkeit auf dem deutschen Fernsehmarkt: Kaum hatte der Bezahlsender
Premiere die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga an eine Kabelfirma verloren, ließ eine weitere Ankündigung aufmerken. Die Sender der
RTL-Gruppe sind künftig auch digital über Kabel zu empfangen. Damit steht der deutsche TV-Markt vor einschneidenden Änderungen. Die Digitalisierung schafft Platz für viele Spartenkanäle, darunter Bezahlsender, die in Zeiten schwacher Werbeerlöse als neue Einnahmequellen dienen können. Zudem müssen sich die etablierten Sender auf neue Rivalen einstellen.
Der jüngste Konkurrent hat einen unbekannten Namen, aber ein heißes Produkt: Arena, eine Tochter der Kabelfirma Unity Media, kaufte für rund 220 Mio. Euro die Liverechte der Bundesliga. Hinter Unity stehen die Kabelfirmen Ish, Iesy und Telecolumbus, eine Kooperation mit Kabel Deutschland (KDG) ist wahrscheinlich. Die Kabelfirmen wollen nicht mehr nur TV-Signale durchleiten, sondern selbst Fernsehinhalte vermarkten. Zahlende Zuschauer sollen mit Fußball gelockt werden. "Es wird eine sukzessive Verschiebung in Richtung Bezahlfernsehen geben", sagt Alexander Mogg, Medienexperte der Unternehmensberatung Mercer.
Konkurrenz zum TV-Kabel
Ein weiterer neuer Rivale, der ebenfalls mit der Bundesliga auf Kundenjagd geht, ist die
Deutsche Telekom . Der Konzern will im großen Stil ins Geschäft mit bewegten Bildern einsteigen. Filme, Serien und Fußball soll es ab März über schnelle Internetverbindungen geben - als Konkurrenz zum TV-Kabel. "Die etablierten Fernsehsender müssen etwas unternehmen, um sich in der neuen Vielfalt zu behaupten", sagt Mogg.
Im verschärften Wettbewerb droht den Etablierten der Verlust von Marktanteilen und Werbeeinnahmen. Vorerst aber müssen die Sender deswegen nicht in Panik verfallen. "Ohne RTL und
Pro Sieben Sat 1 kommt kein Werbekunde aus", sagt Friedrich Schellmoser, Analyst der HypoVereinsbank.