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Merken   Drucken   08.12.2011, 13:22 Schriftgröße: AAA

Trend in den USA: Amerikaner verzichten nicht mal beim Tanken auf die Glotze

Langeweile an der Tankstelle? Nicht in den USA. An immer mehr Zapfsäulen achten US-Bürger nicht nur auf den Zähler - sondern schauen auch auf Fernseher. Zapfsäulen-TV ist in.
© Bild: 2011 DPA/Bildfunk
Langeweile an der Tankstelle? Nicht in den USA. An immer mehr Zapfsäulen achten US-Bürger nicht nur auf den Zähler - sondern schauen auch auf Fernseher. Zapfsäulen-TV ist in.
Dass die Amerikaner mit vier Stunden täglich ein Volk von Fernsehguckern sind, ist bekannt. Jetzt können sie aber sogar beim Tanken fernsehen. Das Zapfensäulen-TV breitet sich gerade in den gesamten USA rasend aus. Nach Angaben der Marktforschungsfirma Nielsen ist es eines der am schnellsten wachsenden Medien der USA. Jetzt hat einer der beiden großen Anbieter sogar mit Turner Broadcasting, Mutter von CNN, TNT, Cartoon Network und anderen Programmlieferungsvereinbarungen getroffen.
Die Idee ist bereits fünf Jahre alt, doch erhält sie erst seit wenigen Monaten massenhaft an Zulauf. In die Tanksäulen sind Bildschirme mit einer Diagonale von 25 Zentimeter eingelassen. Auf Knopfdruck oder mit dem Herausziehen der Zapfpistole startet das Programm: Nachrichten, Sport, Wetter - und natürlich Werbung. Das Programm wird im Dauerformat gesendet, nach vier Minuten geht alles wieder von vorn los. Mehrmals am Tag wird es aktualisiert.
Den Markt teilen sich die beiden Konkurrenten Outcast und Gas Station TV. Outcast ist laut Nielsen an 13.000 Zapfsäulen zu sehen und hat in den USA jeden Monat mehr als 24 Millionen Zuschauer. Gas Station TV komme, obwohl das Unternehmen nur 9000 Bildschirmen aufgestellt hat, sogar auf 28 Millionen Konsumenten. Die Kundenbindung spiele dabei eine große Rolle - Gas Station TV wirbt damit, dass 93 Prozent ihrer Zuschauer solche Tankstellen bevorzugen, an denen sie GSTV empfangen können. Gerade Männer zwischen 18 und 49 fühlen sich von dem Angebot angezogen, schreibt die "Chigaco Tribune".
Die Anstalten brüsten sich, dass ihre Fernsehschnipsel teilweise von mehr Leuten gesehen werden, als die großen Shows im Hauptabendprogramm. Für die Werbekunden bietet diese Format aber noch einen anderen, messbaren Vorteil: Weil die Bildschirme nur anspringen, wenn getankt wird, können die Sender ohne Schätzungen und Hochrechnungen eine exakte Zahl der Zuschauer angeben. Die "Chigaco Tribune"" schreibt, dass Werbekunden für einen landesweit ausgestrahlten 30-Sekunden-Werbespot 800.000 Dollar zahlen müssen, wenn er einen Monat an den Tanksäulen laufen soll.
mit dpa-Material
  • FTD.de, 08.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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