Exklusiv
Die Telekom will ihr Satellitenfernsehen Entertain stärken und plant deshalb, die Rechte für die Fußballbundesliga zu erwerben. Der Konzern hofft damit auf Hunderttausende neue Kunden.
von Arndt OhlerHamburg
Die Deutsche Telekom will ihr TV-Angebot Entertain kräftig erweitern. Um das neue Satellitenfernsehen Entertain Sat zu stärken, erwägen die Bonner, die Rechte für die Übertragung der Fußballbundesliga zu erwerben. Man werde sich die Möglichkeit angucken, die Satellitenrechte zu kaufen, sagte der für das Deutschland-Geschäft verantwortliche Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme der FTD. Es müsse sich jedoch rechnen, fügte der Manager hinzu.
Entertain gehört zu den wichtigsten Produkten des DAX-Konzerns. Die Geschäfte mit traditioneller Sprachtelefonie und herkömmlichen DSL-Internetanschlüssen stagnieren. Entertain hingegen gilt als Wachstumstreiber, mit einem Monatspreis von 45 Euro. Das Webfernsehen (IPTV) soll vor allem den Verkauf schneller und teurer VDSL-Internetzugänge anschieben. In die Entwicklung der Softwareplattform hat die Telekom Millionen gesteckt. Künftig will der Konzern die TV-Inhalte zusätzlich auf Handys, Tablet-Rechner und Computer übertragen.
Satellitenkunden können bislang keine Bundesliga empfangen, im Gegensatz zu den Entertain-Abonnenten, die ihr Fernsehsignal über den Internetanschluss beziehen - der Telekom fehlt dazu die Lizenz.
Der Satellitenmarkt steht vor einem Umbruch, der für die Telekom lukrativ sein könnte: Ende April 2012 endet die Übertragung analoger Satellitenkanäle. Bis dahin müssen noch zwei Millionen Haushalte auf neue Geräte umsteigen. Ein Fußballangebot - so die Hoffnung - wäre ein gutes Kaufargument. Die Bundesliga gilt in Deutschland als einer der wenigen Inhalte, für die Fernsehzuschauer bereit sind zu zahlen.
Die Deutsche Fußball Liga hat vor rund einer Woche die Vorbereitungen für den Verkauf der Senderechte ab der Saison 2013/14 gestartet. Interessenten können sich nun registrieren. Die Lizenz der Telekom für die Web-Übertragungsrechte läuft bis Ende der Saison 2012/13. 150.000 Kunden haben bisher das Internet-Bundesliga-Paket abonniert.
Trotz großen Werbeaufwands verläuft die IPTV-Entwicklung relativ zäh. So hatte der Konzern intern für 2011 anfangs mit einem größeren Wachstum bei Entertain per Internet gerechnet. Nach FTD-Informationen peilt das Unternehmen in einer internen Planung in diesem Jahr mit IPTV einen Umsatz von 600 bis 700 Mio. Euro an. Ende September hatte die Telekom knapp 1,4 Millionen Entertain-Kunden. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern in Deutschland im dritten Quartal bei einem Umsatz von 6 Mrd. Euro einen operativen Gewinn von knapp 2,5 Mrd. Euro.
Mit dem Verkaufsstart des Entertain-Satellitenangebots im September ist der Konzern trotz fehlender Fußballrechte zufrieden. Man habe rund 115.000 Entertain-Sat-Pakete verkauft, sagte van Damme. "Das ist das Doppelte von dem, was wir erwartet haben."
Beim zweiten wichtigen Zukunftsgeschäft, dem Bau superschneller Glasfaserleitungen, plant van Damme hingegen mit weniger Expansion. Das Niveau werde leicht über dem von 2011 liegen: In diesem Jahr hat die Telekom etwa 160.000 Haushalte in zehn Pilotstädten erschlossen. Ab 2012 wird das Unternehmen die Anschlüsse nur ausbauen, wenn in einem Ort oder einer Stadt 80 Prozent der Wohneigentümer dem Ausbau zustimmen und zehn Prozent einen Vorvertrag unterschreiben. Noch sei die Glasfasernachfrage gering. "Das bedeutet, dass wir noch gezielter auf einen wirtschaftlichen Ausbau achten", so van Damme.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Das soziale Netzwerk Facebook, der Kurznachrichtendienst Twitter, der Gutscheindienst Groupon: Mehrere populäre Start-ups gelten als fit für die Börse. Wie gut kennen Sie die Unternehmen?
Zynga verdient sein Geld mit Onlinespielen. Das populärste Produkt des Start-ups ist …
Lufthansas Kranich kennen die meisten - aber wie sieht das Logo von KLM oder Emirates aus? Unser Bilderquiz stellt auch Vielflieger auf die Probe.
Zur Einstimmung eine Frage zum besagten Kranich. Der Architekt und Grafiker Otto Firle entwickelte einen stilisierten Vogel, der heute die Maschinen der Lufthansa ziert. Wann war das?
Amerikanische Gründer schlucken Firmen, die sie kopieren, immer schneller. Der Kauf von Nachahmern beschleunigt die Epansion der IT-Betriebe in Europa. mehr
Vorerst darf Kim Schmitz auf sein Anwesen in Neuseeland zurückkehren. Ein Richter sieht keine Fluchtgefahr und entlässt ihn aus der Untersuchungshaft. Dem Deutschen droht die Auslieferung an die USA. mehr
Der deutsche Konzern entwickelt gemeinsam mit der amerikanischen IT-Firma ein neues Betriebssystem für Handys. Bereits kommende Woche soll es vorgestellt werden. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!