FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Zum Klauen verführt via Internet
  Cebit 2010 FTD-Serie: Grün und wolkig

Die Cebit steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sicherheit. Zudem spielen Themen wie Green-IT und Cloud Computing vom 2. bis zum 6. März wieder eine wichtige Rolle in Hannover. FTD.de präsentiert in seinem Spezial Fakten, Neuigkeiten und Hintergründe.

Merken   Drucken   25.02.2010, 11:22 Schriftgröße: AAA

Unter Kontrolle: Zum Klauen verführt via Internet

Das Leben für Einbrecher in Zeiten des Web 2.0 kann so einfach sein: Wer sein Haus verlässt, postet das bei Twitter. Ein Blick ins Netz und der moderne Langfinger weiß, wo er gebraucht wird. Ein neues Internetangebot treibt das Phänomen jetzt auf die Spitze. von Rachel Metz
Sag mir, wo du bist, und ich raube deine Wohnung aus. Das neue Internet-Angebot "Please Rob Me" nimmt das mehr oder weniger wörtlich: Die Initiatoren wollen mit ihrer Website zeigen, welch sensible Informationen viele Nutzer von Twitter oder Facebook bereitwillig der ganzen Welt mitteilen.
Bei "Please Rob Me" werden unter der Überschrift "Recent Empty Homes" fortlaufend die jeweils neuesten Informationen von Personen veröffentlicht, die gerade ihre Wohnung verlassen haben und sich an einem anderen Ort "eingecheckt" haben. Denn immer mehr Soziale Netzwerke zeigen auch die Geodaten des jeweiligen Aufenthaltsortes an - ein Beispiel ist Foursquare.
Die Entwickler von "Please Rob Me" haben dafür die frei verfügbare Software-Schnittstelle von Twitter eingebunden. "Die Techniken für das soziale Web sind so einfach geworden, dass die Leute bereit sind, viel zu viele Informationen über sich preiszugeben", sagt einer der Initiatoren, Boy Van Amstel. Der 25-jährige Niederländer und seine Mitstreiter wollen dazu anregen, mehr über das eigene Verhalten im Netz nachzudenken.
Austausch geht vor Sicherheit
Zu ihrer Zielgruppe gehört der Geschäftsmann Christopher Lynn, der sich wunderte, als er bei "Please Rob Me" auftauchte. Der Marketing-Direktor des Hotels Colonnade in Boston sagt, er sei jetzt vorsichtiger geworden mit den Mitteilungen zu seinem Aufenthaltsort. Trotzdem bleibe er skeptisch: Es sei schwer zu sagen, ob Initiativen wie "Please Rob Me" den Erfolg von geografischen Web-Diensten wie Foursquare, Gowalla oder Loopt aufhalten könnten. Das Bedürfnis, den eigenen Aufenthaltsort und die persönlichen Erlebnisse mitzuteilen, sei viel größer als Bedenken in Sachen Privatsphäre.
Auch Foursquare nimmt die kritische Website erstmal gelassen: "Ich kann mir zwar vorstellen, dass bestimmte Meldungen zum eigenen Aufenthaltsort schädliche Folgen haben könnten, bislang gibt es aber kaum Beschwerden", sagt Foursquare-Mitbegründer Dennis Crowley.
Das FBI sieht das ähnlich. Bislang gebe es keine Hinweise, dass Mitteilungen über Foursquare, Twitter, Facebook oder ähnliche Internet-Angebote das Risiko eines Einbruchs erhöhen. Solche Straftaten seien meist Gelegenheitstaten und würden nicht bis ins letzte Detail geplant, sagt FBI-Sprecher Jason Pack.
Aufmerksamkeit wecken
Kevin Bankston, einer der Netz-Datenschützer der Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF), lobt die Betreiber von "Please Rob Me" trotzdem: "Wir habe da eindeutig ein Problem mit dem Schutz der Privatsphäre - und sie wollen die Aufmerksamkeit dafür wecken."
Das ist Van Amstel und seinen Freunden schon gelungen. Eine Woche nach dem Start von "Please Rob Me" war das Interesse an ihrem Projekt so groß, dass sie sich nun Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Jetzt suchen sie eine professionelle Organisation, die "Please Rob Me" übernimmt und das Anliegen der Website weiterführt.
http://pleaserobme.com/
  • AP, 25.02.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

  Bilderserie Branche im Umbruch Der FTD-Versicherungstag 2012
 



07:04:38 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,188 EUR   +0,16% 
Apple 374,596 EUR   +0,97% 
Google 459,587 EUR   -0,20% 
Intel 20,156 EUR   -0,71% 
Advanced Micro Devices 7,05 USD   -2,62% 
  10.02. Wissenstest Was ist denn das für ein Beruf?

Wissen Sie, womit sich ein Glaziologe beschäftigt? Oder wofür sich ein Numismatiker interessiert? Testen Sie in unserem Quiz, wie gut Sie sich mit Berufen aus Wissenschaft und Forschung auskennen.

Was untersucht der Proktologe?

Wissenstest: Was ist denn das für ein Beruf?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote