Der Hedge-Fonds Tiger Global Management hat eine größere Beteiligung an der Schnäppchenwebsite Groupon aufgebaut. Man besitze 65 Millionen Class-A-Aktien von Groupon, teilte Tiger Global am späten Montag in einer Eingabe bei der US-Börsenaufsicht SEC mit. Das entspricht 9,9 Prozent der im Streubesitz befindlichen Class-A-Aktien des Unternehmens. Diese Kategorie besitzt ein geringeres Stimmgewicht als die Class-B-Aktien von Groupon.
Gekauft wurden die Aktien bereits am 9. November, so Tiger Global. Einen Tag zuvor war der Kurs der Groupon-Aktie nach enttäuschenden Quartalszahlen deutlich eingebrochen. Am 12. November schloss der Titel auf seinem bisherigen Tiefststand bei 2,60 Dollar . Infolge der Meldung über den Einstieg notierte der Kurs am Dienstag im frühen US-Handel um über 13 Prozent im Plus. Der Hedge-Fonds verwaltet insgesamt ein Vermögen von rund 8 Mrd. Dollar.
Die Schnäppchenwebsite hat seit dem Börsengang vor über einem Jahr mehr als drei Viertel ihres Wertes eingebüßt. Grund dafür sind Zweifel am Geschäftsmodell angesichts eines langsamer werdenden Umsatzwachstums. Der Einstieg von Tiger Global kann als Vertrauensvotum gewertet werden und als Indiz dafür, dass Groupon noch nicht verloren ist. Der Hedge-Fonds wird von Chase Coleman und Feroz Dewan geführt. Coleman war früher IT-Analyst bei Tiger Management, einem der erfolgreichsten Hedge-Fonds weltweit. Coleman startete Tiger Global 2001 mit der Unterstützung von Tiger-Management-Chef Julian Robertson.
Schon früher hat der Hedge-Fonds in Internetfirmen investiert wie Facebook und Linkedin . Tiger Global nutzt dabei vorwiegend das Geld des Hedge-Fonds, verfügt aber auch über Wagniskapitalfonds, die Anteile an Unternehmen kaufen, die sich noch in einer frühen Phase befinden. 2011 beteiligte sich Tiger Global an dem südamerikanischen Groupon-Rivalen Peixe Urbano. Am Montag sagte Ross Sandler, Analyst bei der Deutschen Bank, er habe sich kürzlich mit der Groupon-Geschäftsführung getroffen und habe danach ein etwas besseres Gefühl gehabt.
Reuters, FTD