Der Jahresverlust liegt bei 129,1 Mio. Euro nach 89,4 Mio. Euro Überschuss im Vorjahr, teilte der Münchner Konzern mit. Eine Wertminderung von 180 Mio. Euro auf die Mitte 2007 für 3,3 Mrd. Euro gekaufte europäische Sendergruppe
SBS habe zu den roten Zahlen geführt.
Der Umsatz habe um 13 Prozent auf 3,05 Mrd. Euro zugelegt, wobei die erstmalig auf Jahresbasis konsolidierte SBS allein gut 1 Mrd. Euro beigesteuert habe, teilte der Konzern mit. Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz allerdings um sieben Prozent gesunken.
Aufgrund des Verlustes und der ungewissen Aussichten senkt
Pro Sieben Sat 1 die Dividende auf 0,02 Euro je Vorzugsaktie. 2007 waren es noch 1,25 Euro. Die Stammaktien-Dividende werde sogar komplett gestrichen. Im Vorjahr hatten sich die Hauptaktionäre Permira und
KKR , die das Gros der Stammaktien halten, hohe Ausschüttungen genehmigt und waren deshalb in die Kritik geraten.
Hauptgrund für die unbefriedigende Umsatzentwicklung waren dem Vorstand zufolge Akzeptanzprobleme nach der Einführung eines neuen Verkaufsmodells für den deutschen TV-Werbemarkt. Außerdem hätten sich die Werbekunden im zweiten Halbjahr deutlich zurückgehalten, sowohl im Kernmarkt Deutschland als auch im europäischen Ausland, sagte der neue Vorstandschef
Thomas Ebeling .
Sein derzeitiger Handlungsspielraum ist allerdings begrenzt: KKR und Permira stecken in einem Dilemma. Die Lavena Holding, in die die Finanzinvestoren ihre Konzernanteile gebündelt haben, ist hoch verschuldet. Um Zinsen und Tilgung bezahlen zu können, benötigt Lavena regelmäßige Geldzuflüsse. Deshalb hatten sich KKR und Permira von dem TV-Konzern im Frühjahr rund 270 Mio. Euro Dividende ausschütten lassen - das Dreifache des Nettogewinns. Dieses Geld fehlt nun für den Abbau der Schulden, die auf dem Unternehmen Pro Sieben Sat 1 selbst lasten.
Einen Ausblick auf das Jahr 2009 wagt Pro Sieben Sat 1 unter Verweis auf die schwierige Konjunkturlage noch nicht. Geplante Kosteneinsparungen sollten sich positiv auf den bereinigten operativen Gewinn auswirken.