16.09.2009, 21:53
Wachstum der Nutzerzahlen: Zuckerberg redet Facebook schön
Facebook hat einen kleinen Durchbruch verkündet: Das weltweit größte soziale Internetnetzwerk hat im abgelaufenen Quartal nach eigenen Angaben erstmals einen positiven Cashflow erzielt. Und telefonieren soll der Nutzer über den Dienst auch bald können.
von Andrea Rungg, Hamburg
Demnach nahm das Utnernehmen mehr Geld ein seinem laufenden Geschäft ein, als es für den Betrieb der Website ausgab. "Das ist wichtig für uns, weil es uns auf lange Sicht zu einem starken unabhängigen Service macht", schrieb Facebook-Gründer
Mark Zuckerberg im hauseigenen Blog. Ein positiver Cashflow sagt allerdings keineswegs aus, ob das Unternehmen bereits Gewinne erzielt. Offiziell testierte Zahlen publiziert die Gesellschaft ohnehin nicht.
Das Unternehmen hatte noch im April betont, es werde erst 2010 einen positiven Cashflow erreichen. Der nun verkündete zügigere Erfolg heizt Spekulationen an, Facebook könnte bereits im kommenden Jahr den Schritt an die Börse wagen. "Facebook kann nun mehr Vertrauen von Investoren erwarten", sagte Sandeep Aggarwal, Analyst bei Collins Stewart.
Zuckerberg hatte jedoch im Mai gesagt, dass ein Börsengang noch ein paar Jahre warten könne. Zuckerberg hatte das Startup 2004 als Harvard-Student gegründet. Zu den prominenten Investoren gehören unter anderem
Microsoft und der russische Internetinvestor Digital Sky Technologies. Allein Microsoft ließ sich seinen 1,6-Prozent-Anteil 240 Mio. $ kosten, was den Wert von Facebook auf 15 Mrd. $ schraubte.
Mark Zuckerberg schreibt es in seinem Blog: Facebook verdient Geld
Kritiker zweifeln an der Tragfähigkeit des Facebook-Geschäftsmodells. Das Netzwerk erzielt derzeit durch Werbeanzeigen neben den Nutzereinträgen Umsatz. Bis Ende des Jahres rechnet das Unternehmen mit Einnahmen von knapp 500 Mio. $. Gegenüber dem Vorjahr wäre das eine Wachstumssteigerung um 70 Prozent. Noch beeindruckender ist allerdings der rasante Anstieg der Nutzerzahl.
Innerhalb eines Jahres verzeichnet Facebook mehr als dreimal so viele Nutzer. Nach Angaben des Unternehmens haben mittlerweile 300 Millionen Menschen bei Facebook ein Benutzerkonto. Damit ist Facebook unangefochtener Spitzenreiter unter den sozialen Internetnetzwerken.
"Es ist vor allem das Nutzerwachstum, das Facebook in die Lage versetzt, das Geschäft auszuweiten und mehr Geld einzusammeln", sagte Nate Elliott, Analyst bei Forrester Research. Die hohe Reichweite und das Wissen um die Interessen der Nutzer sei ein hoher Anreiz für Unternehmen, Werbung zu schalten.
Teil 2: Bringt Facebook Skype in Bedrängnis?
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Aus der FTD vom 17.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland