Twitter gehört zu den am meisten beobachteten Start-ups der vergangenen Jahre und wurde in den Gesprächen mit bis zu 500 Mio. $ bewertet. Das Bekanntwerden der Verhandlungen könnte dazu führen, dass nun auch andere große Internetunternehmen ihrerseits ein Gebot abgeben.
Beim sogenannten Mitmachinternet, dem Web 2.0, gehört Twitter zu den größten Namen. Nutzer können dort bis zu 140 Zeichen lange Botschaften ins Netz stellen, die jeder interessierte Twitter-Nutzer lesen und abonnieren kann. Der großen Nutzerschar zum Trotz ist Twitter zu einem Symbol dafür geworden, dass Internetdienste mit von Nutzern erstellten Inhalten Schwierigkeiten haben, Einnahmen zu erzielen. Bei den Trendsettern im Silicon Valley ist Twitter sehr populär, dennoch hat das Unternehmen noch kein Geld verdient.
Der geplante Kauf wirft Fragen zum Wert der beiden Unternehmen auf. Facebook hätte für eine Übernahme in Aktien zahlen wollen, sagte ein Insider. Die Unternehmen konnten sich allerdings nicht über den Wert der Anteile einigen. Wären 15 Mrd. $ angesetzt worden - der Wert, zu dem Microsoft im Jahr 2007 einen Anteil an Facebook erstanden hat - wäre der Twitter-Kauf mit 500 Mio. $ bewertet worden. Twitter-Anteilseigner Chris Sacca stellte am Montag die Bewertung infrage. Auf einer Zusammenkunft von Internetunternehmern in Oxford sagte er: "Legt Facebook für den Kauf von Twitter 500 Mio. $ in Aktien auf den Tisch, spricht man als Erstes darüber, ob diese Aktien auch 500 Mio. $ wert sind."
Twitter-Mitgründer Biz Stone wollte zu den Gesprächen am Montag nicht Stellung nehmen. Allerdings deutete er an, dass sein Unternehmen unabhängig bleiben und den eigenen Kurznachrichtendienst ausbauen wolle. "Es war immer Twitters Ziel, um dieses Konzept herum ein tragfähiges Unternehmen zu schaffen", sagte er. "Jetzt, da wir die Technologie stabilisiert haben, können wir uns endlich auf dieses Ziel konzentrieren."