Jack Ma, Vorstandsvorsitzender der Alibaba Group
Eine Lösung des Zwists mit Yahoo bleibt so weiter das drängendste Problem für Ma. Der 47-jährige ehemalige Englischlehrer war 2005 die Partnerschaft mit dem US-Konzern eingegangen. Damals galt der noch als großer Aufsteiger im Internet. Doch das Geschäft schwächelt seit Jahren, die beiden Partner haben sich überworfen. Mit Carol Bartz, der Vorgängerin von Yahoo-Chef Scott Thompson, soll Ma nicht einmal mehr gesprochen haben. Seit Monaten versucht der magere Milliardär aus Hangzhou, sich von Yahoos Kontrolle freizukaufen. Doch laut Medienberichten sollen die Verhandlungen erneut stocken.
Fast zeitgleich mit dem Aktienrückkauf kündigte Alibaba.com einen Gewinnrückgang an. Im vierten Quartal sind die Erlöse um sechs Prozent auf 386 Mio. Yuan (46 Mio. Euro) geschrumpft. Die Plattform verlor zudem drei Prozent der zahlenden Mitglieder. Die Plattform, die vor allem kleine und mittelständische chinesische Produzenten mit Käufern im Rest der Welt zusammenführt, bekommt die Konsumzurückhaltung vor allem in der krisengeschwächten
Euro -Zone zu spüren.
Alibaba.com hat bereits angekündigt, künftig weniger auf das Wachstum der Nutzerzahlen setzen zu wollen. Stattdessen sollen neue Dienstleistungen angeboten und die Qualität verbessert werden. Das Unternehmen mache eine Transformation durch, sagte Dick Wei, Analyst bei JP Morgan, der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich denke, das Geschäft wird sich wahrscheinlich ab 2013 wieder erholen."