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Merken   Drucken   23.02.2012, 17:19 Schriftgröße: AAA

Weg von der Börse: Neuer Plan für chinesische Handelsplattform Alibaba

Vier Jahre nach dem Börsengang will Jack Ma die chinesische Internettochter zurückkaufen und in die Holding eingliedern. Was der Partner Yahoo davon hält, scheint den Gründer kaum zu interessieren. von Claudia Wanner, Hongkong
Nein, mit Yahoo  stehe das alles in keiner Verbindung. Darauf legte Alibaba -Finanzchefin Maggie Wu Wert, als ihr Chef Jack Ma am Mittwoch seinen Plan bekannt gab, die chinesische Handelsplattform Alibaba.com von der Börse zu nehmen. Das habe nichts zu tun mit den Verhandlungen der Konzernmutter Alibaba Group, den 40-Prozent-Anteil des US-Internetportals an Alibaba zurückzukaufen. Mit dem Großaktionär hat sich Ma über den 2,3 Mrd. Dollar schweren Aktienrückkauf nicht einmal beraten: "Ehrlich gesagt wissen wir das nicht", antwortete Wu in der Analystenkonferenz auf die Frage, was Yahoo von der Transaktion halte.
Bei den Aktionären jedenfalls kam der Plan gut an: Der Kurs der Alibaba-Aktie schoss am Mittwoch um 42,7 Prozent in die Höhe. Der Handel war seit dem 9. Februar ausgesetzt gewesen - mit Hinweis auf eine kommende wichtige Mitteilung. Mit 13,2 Hongkong-Dollar (1,30 Euro) schloss die Aktie fast auf dem Niveau des Rückkaufangebots der Alibaba Group von 13,5 Hongkong-Dollar. Zu diesem Kurs war Alibaba.com, das weltgrößte Einkaufsportal für Geschäftskunden, einst im November 2007 gestartet.
Jack Ma, Vorstandsvorsitzender der Alibaba Group   Jack Ma, Vorstandsvorsitzender der Alibaba Group
Eine Lösung des Zwists mit Yahoo bleibt so weiter das drängendste Problem für Ma. Der 47-jährige ehemalige Englischlehrer war 2005 die Partnerschaft mit dem US-Konzern eingegangen. Damals galt der noch als großer Aufsteiger im Internet. Doch das Geschäft schwächelt seit Jahren, die beiden Partner haben sich überworfen. Mit Carol Bartz, der Vorgängerin von Yahoo-Chef Scott Thompson, soll Ma nicht einmal mehr gesprochen haben. Seit Monaten versucht der magere Milliardär aus Hangzhou, sich von Yahoos Kontrolle freizukaufen. Doch laut Medienberichten sollen die Verhandlungen erneut stocken.
Fast zeitgleich mit dem Aktienrückkauf kündigte Alibaba.com einen Gewinnrückgang an. Im vierten Quartal sind die Erlöse um sechs Prozent auf 386 Mio. Yuan (46 Mio. Euro) geschrumpft. Die Plattform verlor zudem drei Prozent der zahlenden Mitglieder. Die Plattform, die vor allem kleine und mittelständische chinesische Produzenten mit Käufern im Rest der Welt zusammenführt, bekommt die Konsumzurückhaltung vor allem in der krisengeschwächten Euro -Zone zu spüren.
Alibaba.com hat bereits angekündigt, künftig weniger auf das Wachstum der Nutzerzahlen setzen zu wollen. Stattdessen sollen neue Dienstleistungen angeboten und die Qualität verbessert werden. Das Unternehmen mache eine Transformation durch, sagte Dick Wei, Analyst bei JP Morgan, der Nachrichtenagentur Reuters: "Ich denke, das Geschäft wird sich wahrscheinlich ab 2013 wieder erholen."
Ma betonte, dass die Reprivatisierung von Alibaba.com das Unternehmen vom Veröffentlichungsdruck eines börsennotierten Unternehmens befreie und längerfristige strategische Entscheidungen ermögliche. Das Angebot liegt um fast zwei Drittel über dem durchschnittlichen Kurs der vergangenen 60 Tage. 27 Prozent der Anteile sind im Streubesitz, zu den Anteilseignern zählen unter anderem Morgan Stanley und Vanguard.
Ein Börsengang des gesamten Alibaba-Konzerns werde durch den Rückkauf nicht vorbereitet, sagte ein Unternehmenssprecher. Über diese Möglichkeit war zuletzt häufig spekuliert worden, zur Finanzierung des Yahoo-Pakets. Auch Analysten rechnen nicht mit einem schnellen Listing. Als wahrscheinlicher gilt, dass sich die Gruppe stärker auf ihre profitabelsten Sparten konzentriert, vor allem auf die Einkaufsplattform Taobao für private Kunden. Nach Schätzungen von JP Morgan laufen bis zu drei Prozent der gesamten Einzelhandelsumsätze der Volksrepublik über das Portal.
15:34:08 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Alibaba 1,379 EUR   +1,32%  0.018
Yahoo 12,21 EUR   +0,08%  0.01
Euro 1,25124 USD   0,00%  0
  • FTD.de, 23.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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15:34:01 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
Advanced Micro Devices 6,22 USD   +3,32% 
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