Die Geräte sollen die Medienbranche umwälzen, gespannt wartete die IT-Branche auf Apples neues Produkt, das iPad. Die Serie gibt einen Einblick in die neue Technik.
Wegen hoher Nachfrage:Die Welt bekommt das iPad später
In den USA gehen offenbar mehr flache Computer über die Ladentische, als Apple gehofft hatte. Deshalb wird der internationale Verkaufsstart des iPad verschoben. Ganz andere Probleme hat Apples Wunderding in Israel.
von Annette Berger
Wer nicht in den USA wohnt, muss sich noch etwas gedulden. Apple bringt das iPad außerhalb der Vereinigten Staaten einen Monat später als geplant auf den Markt. Grund sei die starke Nachfrage in der Heimat, teilte der amerikanische Computerhersteller am Mittwoch mit.
In der ersten Woche seien in Übersee mehr als 500.000 Stück des flachen Computers ausgeliefert worden. Ein regelrechter Ansturm. Mit einem solch großen Interesse habe noch nicht einmal der IT-Konzern selbst gerechnet.
Der Computer, der aussieht wie eine überdimensionale Ausgabe des Apple-Handys iPhone, wird seit Ostern in Übersse verkauft. Geplant war, das Gerät wenige Wochen nach dem US-Start auch in Europa in die Läden zu bringen. Um das iPad herrscht seit Wochen ein Hype, der vom Hersteller kräftig befeuert wurde. Die Vorstellung der Neuentwicklung durch Apple-Chef Steve Jobs im Januar geriet zum medialen Großereignis.
Die internationalen Preise für das iPad will Apple nun am 10. Mai festgelegen. Ab dann könne es auch online vorbestellt werden, teilte das Unternehmen weiter mit. Apple-Aktien reagierten im frühen New Yorker Börsenhandel mit Aufschlägen von 1,3 Prozent auf 245,64 $.
Tablet-Computer sind auch Hoffnungsträger für die Medienbranche, die sich neue Vertriebswege für Zeitungen und Magazine erhofft. Ein Haken dabei sind allerdings die relativ hohen Summen, die Apple abschöpft. Denn die auf dem iPad lesbaren Magazine werden über den Online-Laden iTunes-Store vertrieben - und Apple verlangt 30 Prozent vom Umsatz. Medienhäuser sinnen daher auf Alternativen zu Apples Online-Kiosk - und damit auch zum iPad.
Es ist auch bei weitem nicht der einzige Tablet-Computer auf dem Markt. Aber der amerikanische Hersteller trägt entscheidend dazu bei, das weltweite Interesse an der neuen Geräteklasse anzuheizen.
Ein Herausforderer ist beispielsweise das WePad des Berliner Unternehmens Neofonie, das jedoch in die Schlagzeilen geriet. Mehrere Medien berichten von Ungereimtheiten bei der Präsentation, bei der lediglich ein Film abgespielt worden sei. Einige Journalisten sprachen gar von einem PR-Stunt.
Auf seiner Facebook-Seite kündigte das Unternehmen für den 26. April eine zweite Live-Präsentation an. Es sollen auch Kritiker eingeladen werden, um sich selbst ein Bild machen zu können. Seit der verpatzten Demonstration in dieser Woche kursieren Gerüchte im Netz, das viel gepriesene Gerät sei nicht viel mehr als ein "Phantom".
Der Flughafen in Tel Aviv: Hier werden iPads derzeit beschlagnahmt
Israel versetzte indes der Vorfreude auf Apples neuen Coup einen großen Dämpfer. Weil die W-Lan-Techonologie nicht mit israelischen Standards kompatibel sei, habe das Ministerium für Kommunikation noch keine Genehmigung erteilt, berichtete die israelische Tageszeitung "Haaretz". Der Zoll sei angewiesen worden, die Tablet-Computer zu konfiszieren.
Auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv wurden nach Angaben des Zolls allein am Dienstag zehn iPads beschlagnahmt, obwohl die Eigentümer den fälligen Einfuhrzoll zahlen wollten. Einem iPad-Besitzer sei empfohlen worden, das Gerät zurückzuschicken.
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