Screenshot der Wikipedia-Webseite
Das Wissensnetz "Wikipedia" erhielt "als herausragendes Beispiel kollaborativer Nutzung des Internet" den Preis des Adolf Grimme Instituts in der Kategorie "Wissen und Bildung", hieß es in der Begründung der Jury. Außerdem gewann das Internetlexikon den Intel-Publikums-Preis, der von Hollywood-Star John Malkovich überreicht wurde.
An der Abstimmung des hatten sich in diesem Jahr mehr als 120.000 Internet-Nutzer beteiligt. "Wikipedia" hatte sich hier ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Online-Angebot "Lisas Leben" zur Sat 1-Telenovela "Verliebt in Berlin" geliefert.
Ebenfalls in der Kategorie "Wissen und Bildung" erhielt die Website "Holocaust-Mahnmahl - Gedächtnis aus Stein" (ZDF, HR Neue Medien, Redaktion heute.de) die Trophäe für "ein inhaltlich überzeugendes und emotional sehr ansprechendes Gesamtwerk, welches keine vordergründige Betroffenheit sucht, sondern an der Reflexion teilhaben lässt", so die Begründung der Jury.
Der Internetauftritt der ZDF-Sendung "Einsteins Welt" wurde ebenfalls ausgezeichnet, da sie "das Leben und Werk Albert Einsteins in seinen wesentlichen Aspekten auf sympathische und verständliche Weise begreifbar" mache. Die Seite "Jugendopposition in der DDR", die von der Robert-Havemann-Gesellschaft und der Bundeszentrale für politische Bildung betreut wird, überzeugte die Jury inhaltlich und mit ihrer eigenwilligen, etwas "schräg liegenden Optik".
Aufwändig gestaltet oder optisch reduziert
Die diesjährigen Preisentscheidungen demonstrierten den Entwicklungsgrad und die derzeitigen Möglichkeiten publizistischer Qualität im Netz, sagte der Referent für den Grimme Online Award, Friedrich Hagedorn. "Aufwändige, professionell gestaltete Multimedia-Specials rangieren neben technisch und optisch eher reduzierten Angeboten, die inhaltlich durch ihre immense Vielfalt und breite Beteiligung überzeugen."
Der Grimme Online Award gilt als einer der wichtigsten deutschen Internetpreise. Ausgezeichnet werden Internet-Angebote, die einen Bezug zum Medium Fernsehen herstellen beziehungsweise die Medienkompetenz fördern. Der Onlinepreis wird seit 2001 vom in Marl sitzenden Adolf-Grimme-Institut verliehen, das auch die jährliche Auszeichung für Qualitätsfernsehen vergibt.
Erstmals wurde der Online-Award auch in der Kategorie "Spezial" vergeben. Hier ging der Titel an "Spiegel Online". Damit werde ein journalistisch geprägtes Onlineangebot ausgezeichnet, "das seit zehn Jahren wesentlich mit dafür gesorgt hat, dass das Internet zu einem respektierten Medium geworden ist", hieß es.
In der Kategorie Kultur und Unterhaltung erhielt die Internetseite "Lyrikline - Poesie hören und lesen" einen Preis für Konzept und Idee. Eine weitere Trophäe ging an das boulevardkritische Weblog "bildblog.de".