FTD.de » IT + Medien » Medien+Internet » Merkel sagt Verlegern Leistungsschutzrecht zu
Merken   Drucken   19.09.2011, 18:02 Schriftgröße: AAA

Zeitungskongress: Merkel sagt Verlegern Leistungsschutzrecht zu

Mehr Schutz, mehr Spielräume: Beim Zeitungskongress verspricht die Bundeskanzlerin den Zeitungsverlegern Urheberschutzregelungen im Internet. Kritik wird an den Öffentlich-Rechtlichen laut.

Auf dem Zeitungskongress 2011 in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Verlegern den Rücken gestärkt. Sie bekräftigte ihre Zusage, ein Leistungsschutzrecht zu schaffen. "Wir haben's nicht vergessen", sagte sie am Montag vor den rund 500 Teilnehmern der Tagung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Dessen Präsident Helmut Heinen hatte die Urheberschutzregelung angemahnt, damit sich die Verlage im Internet gegen die Nutzung ihrer Angebote durch Unbefugte wehren können.

Merkel sagt den Verlegern ein Leistungsschutzrecht zu   Merkel sagt den Verlegern ein Leistungsschutzrecht zu

"Wir wollen auf gleicher Augenhöhe mit denen verhandeln, die unsere Angebote zum eigenen Vorteil gewerblich nutzen", sagte Heinen. Die Bundesjustizministerin halte an dem geplanten Leistungsschutzrecht fest und "sollte nun aber auch tätig werden".

Die Bundesregierung werde eine Regelung auch auf europäischer Ebene vorantreiben, versprach Merkel. Diese sei allerdings auch kein Allheilmittel. Gefragt seien auch innovative Verleger.

Die Kanzlerin zeigte auch Verständnis für den Streit der Verlage mit der ARD über die kostenlose "Tagesschau"-App. "Es muss fair zugehen", sagte sie, anderenfalls geriete "unser bewährtes duales System ins Wanken". BDZV-Präsident Heinen sagte, die "Presseähnlichkeit" dieser App verstoße gegen den Rundfunkstaatsvertrag. "Dass es auch anders geht, zeigt die kürzlich präsentierte Mediathek-App des ZDF."

20 Millionen Leser online

Merkel rief die Zeitungsverleger und Journalisten auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. "Was nützt es, der Schnellste zu sein, wenn dadurch Verlässlichkeit und Qualität leiden?", sagte sie. "Qualität lässt sich durch Blogger nicht ersetzen."

Heinen hob hervor, dass neben den gut 48 Millionen täglichen Lesern der gedruckten Zeitungen mehr als 20 Millionen mit Nachrichtenangeboten der Zeitungen online erreicht würden.

Zum Auftakt des zweitägigen Zeitungskongresses sprach sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für eine an Transparenz und Qualitätsbewusstsein orientierte Regulierung des Internets aus. Der Datenschutz müsse zu einem echten Qualitätsbegriff für die Nutzer gemacht werden, sagte Friedrich. Wenn alles gut gehe, werde die Stiftung Datenschutz noch in diesem Jahr ins Leben gerufen. Für November habe die EU-Kommission einen Rechtsakt zur EU-Datenschutzrichtlinie angekündigt. Der Minister sagte, Ziel sei es, die Marktmacht des Verbrauchers und die Bereitschaft zur Selbstregulierung zu stärken.

Friedrich äußerte sich besorgt über Cyberangriffe auf Unternehmen. Inzwischen reiche dazu eine durchschnittliche technische Begabung aus. Um im Internet auf Streife zu gehen, werde die Kooperation mit Bürgern und Unternehmen gebraucht, sagte der Minister.

Bei der Diskussion des Hauptthemas "Kleine Welt - große Player: Wer bestimmt die Regeln?" warnte der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, vor einer Haltung, man könne nichts gegen die großen Player wie Google ausrichten. Zu den Marktchancen der Zeitungen äußerte er sich optimistisch: Das mobile Internet sei ein "wunderbares Wachstumsgeschäft", sagte Döpfner.

  • AP, 19.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler