Energiesparen lohnt sich
Allerdings sind die Energiekosten je nach Branche sehr unterschiedlich. In der Metallverarbeitung liegen sie laut Studie deutlich niedriger als etwa im Bau, der chemischen Industrie, der Glas-, Zement- und Kunststofferzeugung oder der Papierindustrie. Die Untersuchung zeigt aber insgesamt, dass die Energiekosten in den meisten Unternehmen kein dominierender Kostenfaktor sind - der Mittelwert liegt bei gerade 6,3 Prozent. Da wiegen andere Kostenblöcke weitaus schwerer.
Gleichwohl stehen die Energiekosten für die Unternehmen und auch in der politischen Diskussion stärker als andere Ausgabepositionen im Fokus. Denn mehr als die faktische Höhe macht den Firmen die prognostizierte Entwicklung Angst: Im Jahr 2003 nämlich hatte die Energie erst 4,3 Prozent Anteil an den Gesamtausgaben der Unternehmen. Rapide geht der Trend nach oben, für das Jahr 2013 kalkulieren die Firmen bereits mit einem Anteil von durchschnittlich 7,6 Prozent. Es ist also eher die Unsicherheit, die den Firmen Sorge bereitet. Andere Kostenpositionen, wie etwa die Personalkosten, die zwar deutlich stärker als die Energiekosten zu Buche schlagen, sind im Gegensatz dazu langfristig besser kalkulierbar.
"In der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise sehen die Unternehmen das größte Konjunkturrisiko", sagt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Unter dem Slogan "Energieeffizienz als Wettbewerbsvorteil" wollen nun der DIHK und die Bundesregierung die deutsche Wirtschaft zu sparsamerem Energieeinsatz motivieren. Wansleben rechnet vor: "Mit moderner Technik und Kreativität können Betriebe bis zu 25 Prozent ihrer Energiekosten einsparen."
Dass das möglich ist, haben elf Firmen jüngst eindrucksvoll vorgemacht. Sie wurden im Herbst von der DIHK für ihre Aktivitäten ausgezeichnet. Unter den Preisträgern ist Feinguss Blank, eine Gießerei aus dem baden-württembergischen Riedlingen: "Wir haben etwas mehr als 600.000 Euro investiert, dafür aber einen jährlichen Einspareffekt von 470.000 Euro", sagt Josef Menz, Leiter der Instandhaltung bei Feinguss Blank. 30 Energieeffizienzprojekte hat die Firma laut Menz erfolgreich umgesetzt. So ist beispielsweise die Kühlung in der Fertigung verbessert worden, außerdem wurden enorme Einsparungen in der Gießerei, beim Pfannenvorwärmen und bei der Klimatisierung erzielt. "Im Vergleich zu 2007 wurde bereits bis zu 26 Prozent Energieeinsparung erreicht", verkündet die Firma stolz.
Das Unternehmen Worlée-Chemie reduzierte dagegen ihren Energieverbrauch vor allem durch eine bessere Wärmeisolierung der Produktionsanlagen, durch den Einbau spezieller Tore in den Lagerhallen und eine bedarfsgerechte Anlagensteuerung um 14 Prozent. Und die Firma EBM-Papst Mulfingen, ein Ventilatoren- und Motorenhersteller, hat seine Prüfschränke optimiert. Früher verbrauchten sie viel Strom, jetzt hängen sie an einem Kühlkreislauf, der den Löschwasserspeicher des Betriebs nutzt. Der bisher zum Kühlen benötigte Strom wird so eingespart. Zum anderen speist die Abwärme der Prüfschränke die Heizung der Hauptverwaltung und spart damit zusätzlich Heizöl.