Zudem können die Gründer gar nicht mehr Zählerdaten speichern. "100 Zähler mehr, und der Server wäre uns um die Ohren geflogen", sagt Esser, Auch für die Verwaltung der Kundendaten brauchen sie Programme. Bislang verwalten sie die in Excel-Tabellen. "In einer stand, wann sich ein Kunde angemeldet hat, in einer, welche Art von Internetverbindung er hat, und in der dritten, welcher Installateur den Zähler angebracht hat", sagt Esser.
Die Suche nach Kunden stellen die Gründer vorerst zurück. Das Projekt Portal beginnt. Im Sommer sagen sie: Im September sind wir damit fertig. Im September sagen sie: im November, dann nur noch: in Kürze. "Ich gebe zu: Wir haben unterschätzt, wie viel Arbeit das machen würde", sagt Starzacher.
Auch die Wissenschaft interessiert sich für die intelligenten Stromzähler
Teils liegt es an technischen Problemen. Daran, dass die Verknüpfung von Grafik, Zähler- und Kundendaten komplizierter ist als gedacht. Oder daran, dass eine gekaufte Software mit der Datenmenge überfordert ist und die Gründer selbst ein Programm schreiben müssen.
Teils liegen die Verzögerungen aber auch daran, dass Discovergy Strukturen fehlen. "Wir haben da zu viel Freiraum gelassen", sagt Starzacher. So werden Dinge nicht fertig, weil Entwickler sich mit überflüssigen Details aufhalten. "Und einmal war etwas fertig, auf dessen Fertigstellung Ralf und ich warteten, weil etwas anderes darauf aufbaute", sagt Starzacher, "aber keiner hatte es uns gesagt." Seitdem hängt im Konferenzraum eine Tafel, auf der nicht nur die Ziele der einzelnen Projekte stehen, sondern auch, welche Zwischenschritte wichtig sind.
Im Verkauf läuft es besser, trotz eingestellten Vertriebs. Immer wieder melden sich Kunden. Wenn auch nicht aus der eigentlich anvisierten Zielgruppe, den Privatkunden.
Stattdessen bestellt eine Forschergruppe der Uni Karlsruhe 100 Zähler für eine Studie. Und es melden sich Energieberater, die Gewerbekunden beim Einsparen von Strom helfen. Einer kauft im Juli 50 Zähler, die in Supermärkten eingesetzt werden sollen. Ein anderer bestellt im Januar 250 Geräte für die Filialen einer Modekette. Es sind lukrative Kunden für die Gründer. Nicht nur, weil sie größere Mengen an Geräten auf einen Schlag kaufen. "Bei Gewerbekunden können wir höhere Preise für die Zähler verlangen als bei Privatleuten."