Irgendwie treibt Seeghitz doch noch einen Händler auf, der liefern kann. So, wie er einen Messebauer gefunden hat, der rechtzeitig eine Stellwand bauen konnte, auf der das Bild eines EH-D zu sehen ist, der von hinten beleuchtet wird. Irgendwie schafft es auch Böhner auf den letzten Drücker, einen Antrieb so zu programmieren, dass er auf der Messe publikumswirksam Metallstangen millimetergenau auf vorgegebene Längen zusammendrücken kann.
Der Einsatz lohnt sich. Mit rund 50 Firmenvertretern führen die Gründer in den drei Messetagen längere Gespräche. "Ich glaube, dass 20 davon einen Antrieb bestellen werden", sagt Seeghitz. Die erste Anfrage kommt zwei Wochen später.
Im November stellte EH-D auf der Steuerungsmesse SPS aus
Insgesamt elf Aufträge sammeln die Gründer bis zum Jahresende ein. Fünf weniger, als der Businessplan für 2011 vorgesehen hatte - aber in dem war auch vorgesehen, spätestens im Herbst einen Vollzeitmitarbeiter einzustellen. "Die Gesamtrechnung stimmt", sagt Seeghitz.
Jetzt haben sie die Grundlage für eine Serienproduktion. "Jeder Besteller ist gut für mindestens zehn Nachfolgeaufträge pro Jahr", sagt Seeghitz. Dann geht es nicht mehr um Einzelanfertigungen, sondern nur noch ums Zusammenbauen. "Dann schaffen wir locker einen Antrieb pro Tag."
Klar, auch dafür kommen sie ohne Mitarbeiter nicht aus. Spätestens im April bräuchten sie einen weiteren Mann, sagt Seeghitz. Aber den würden sie nun auch bekommen, sagt er. "Mit diesen Aufträgen kann man Ingenieure beeindrucken."
Und man kann sie damit beeindrucken, dass man gute Arbeit abliefert. So wie den Konstruktionschef einer Maschinenbaufirma, an die EH-D im November einen der ersten Antriebe ausliefert. Am 23. Dezember ruft er an. "Wir sollen ihm bestimmt beim Einbauen helfen", denken die Gründer. Aber der Anrufer will etwas anderes. "Der Antrieb läuft super", sagt er, "Besser geht's nicht."
Eigentlich war es dieses Jahr doch ganz schön an Weihnachten.