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Merken   Drucken   01.11.2011, 09:00 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der enable2start-Gründer: Affiliprint- das Quartal von Juli bis September 2011

Auf den ersten Blick ist es ein Schock: Affiliprint geht mit einem Defizit von 200.000 Euro aus dem Quartal. Aber wer genauer hinschaut erkennt: Das ist gut so. von Thomas Clark
Die Ausgaben sind um 150 Prozent gestiegen, die Einnahmen um 40 Prozent. Was nicht gut klingt, ist leicht erklärt und eigentlich erfreulich: Affiliprint druckt viel mehr Gutscheine als im vergangenen Quartal. Fürs Drucken müssen die Gutscheinverteiler darum auch 15 Mal mehr ausgeben.
Einnahmen:
Juli 39.425 Euro
August 30.786 Euro
September 73.305 Euro
Gesamt 143.516 Euro
Dafür wächst auch die Kundenzahl: Zählte Affiliprint im Frühjahr erst zwölf Unternehmen als zahlende Kunden, waren es in diesem Quartal doppelt so viele. Viele bekannte Namen des E-Commerce finden sich darunter, vom Schuhhändler Zalando über die Otto-Tochter Mirapodo bis hin zur Amazon-Tochterfirma Lovefilm. Ebenfalls gut: auch die bisherigen Kunden setzen weiterhin auf Affliprint - Brille 24 ebenso wie der Partnervermittler Elitepartner und der Reiseveranstalter Comvel. Monat für Monat überweisen diese mittlerweile Geld auf das Geschäftskonto von Affiliprint - Provisionen für eingelöste Gutscheine. Die Einzelsummen bewegen sich in der Regel in vierstelliger Höhe, bei ersten Großkunden sogar im fünfstelligen Bereich.
Ausgaben:
Juli 91.513 Euro
August 99.292 Euro
September 164.386 Euro
Gesamt 355.191 Euro
Wer so viel zu tun hat, braucht auch ein größeres Team. Die Mitarbeiterzahl des Start-ups ist von 14 auf 17 gewachsen, darunter sind zwei Auszubildende. Der Aufwand für die Nettogehälter lag bei rund 30.000 Euro pro Monat, hinzu kommen die Nebenkosten für Sozialversicherungsbeiträge. Insgesamt beliefen sich die Quartalsausgaben für die Mitarbeiter auf etwa 140.000 Euro - und lagen damit erstmals unter den Kosten für den Gutscheindruck.
Deutlich gestiegen sind die Marketing- und Vertriebskosten. Das liegt vor allem daran, dass Affiliprint einen Stand auf der Kölner Online-Messe Dmexco hatte. Insgesamt kostete der Messeauftritt rund 25.000 Euro.
Affiliprint druckt viel mehr Gutscheine als im vergangenen Quartal   Affiliprint druckt viel mehr Gutscheine als im vergangenen Quartal
Die Mietkosten für die beiden Standorte in Berlin und Oldenburg blieben unverändert und beliefen sich insgesamt auf knapp 7.000 Euro.
Da Affiliprint seine Gutscheine in weiten Teilen über Partner verbreiten lässt, kann das Unternehmen die Provisionen nicht in voller Höhe behalten, sondern muss Teile davon abgeben. Knapp 8000 Euro hat das Start-up in den Monaten Juli, August und September auf die Konten dieser Partner überwiesen. Das ist dreimal so viel wie im vorhergehenden Quartal. Damit ist jedoch nur ein Teil der Schuld beglichen. Denn Affiliprint bezahlt seine Partner erst, wenn diese eine Rechnung stellen. Das machen viele erst mit hoher Verspätung. Darum sind noch hohe Beträge offen. Von 18.000 Euro Ende Juni erhöhte sich die Summe auf 40.000 Euro Ende September.
Dies ist eine Begründung dafür, warum sich der Schuldenstand des Start-ups von 95.000 Euro auf 536.000 Euro erhöht hat. Hauptgrund dafür ist allerdings, dass sich Affiliprint neue Kapitalspritzen von der Investions- und Förderbank Niedersachsen und der Förderbank KfW geben ließ, jeweils 175.000 Euro. Diese Gelder werden in Form von Darlehen ausgezahlt.
Trotz eines Kapitalverlusts von 210.000 Euro im vergangenen Quartal, haben sich Affiliprints Kapitalreserven erhöht. Der enorme Anstieg von 37.601 Euro Ende Juni auf nun 678.000 Euro ist zum überwiegenden Teil einem neuen Investor zu verdanken, der sich bei Affiliprint beteiligt hat. Es handelt sich um eine Tochterfirma der Nordwestzeitung, die mehrere hunderttausend Euro einbrachte. Wie viele Anteile sie dafür erhält, steht derzeit noch nicht genau fest, sondern hängt vom Erreichen vorgegebener Ziele ab. Erreichen Sönke Burkert und sein Mitgründer Ulf Schmökel diese Ziele nicht, steigt die Beteiligung des neuen Investors - zu Lasten der Gründer und Altgesellschafter. Selbst im allerschlimmsten Fall wäre Affiliprint dann mit immerhin knapp drei Mio. Euro bewertet worden.
Die Anwaltskosten für das Verhandeln und Abschließen des neuen Beteiligungsvertrages beliefen sich auf knapp 15.000 Euro.
  • FTD.de, 01.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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