FTD.de » Management + Karriere » Gründung » EH-D - das Quartal von April bis Juni 2011

Merken   Drucken   04.08.2011, 10:41 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der enable2start-Gründer: EH-D - das Quartal von April bis Juni 2011

Die Test- und Produktionsarbeit läuft bei EH-D auf Hochtouren. Das zeigen auch die Materialausgaben: Sie haben sich mehr als verdreifacht. von Thomas Clark
Im Herbst 2010 ging die erste Bestellung für den elektrohydraulischen Antrieb von EH-D ein, im Frühjahr 2011 folgten nun zwei weitere. Bezahlen müssen die Kunden erst, wenn die Antriebe bei ihnen eintreffen. Zu Jahresanfang ging Seeghitz noch davon aus, dass der erste Antrieb schon im April oder Mail ausgeliefert wird. Doch lange Lieferzeiten von Bauteilen führten zu Verzögerungen. Auf die ersten Umsätze muss EH-D darum weiter warten.
Einnahmen:
April keine
Mai keine
Juni keine
Gesamt 0 Euro
Ausgaben:
April 37.780 Euro
Mai 57.436 Euro
Juni 33.347 Euro
Gesamt 128.563 Euro
Mit den beiden neuen Bestellungen konnte Jochen Seeghitz weitere Umsätze im niedrigen fünfstelligen Bereich sichern. Nun geht es darum, die Aufträge möglichst effizient abzuarbeiten. Das kostet Zeit - und Geld: Die Ausgaben für Materialkosten haben sich von 10.000 Euro auf 35.000 Euro erhöht.
Zu den Materialkosten zählen nicht nur die Bauteile für den Antrieb. 10.000 Euro gaben die Gründer für den Aufbau einer drei Meter langen Montageeinrichtung aus. Außerdem gaben die EH-D-Gründer einen Teil des Geldes für die Optimierung des Steuerungskonzepts aus.
Um den spezifischen Wünschen der neuen Bestellungen nachzukommen, hat Kai Böhners Vater bei den wochenlangen Berechnungen geholfen. Für die Unterstützungsarbeit hat Böhner Senior im Mai eine Rechnung über 21.125 Euro gestellt. Es handelt sich um das Honorar für etwa drei Monate Mitarbeit.
Seeghitz und Böhner selbst beziehen weiter 5000 Euro brutto Monatsgehalt. Die beiden Gründer haben sich im Mai jedoch einen kleinen Sonderbonus ausgezahlt - in Höhe von je 6.250 Euro. Der Grund dafür war, dass sie sämtliche Meilensteine erreicht hatten, die ihnen ihre Investoren vorgegeben hatten - sowohl bezüglich des Auftragsstandes als auch beim technischen Status. Eigenmächtig durfte sich das Gründerduo diesen Bonus nicht auszahlen, sie brauchten die Erlaubnis der Investoren.
Haben nun beide einen Dienstwagen: Kai Böhner (l.) und Jochen ...   Haben nun beide einen Dienstwagen: Kai Böhner (l.) und Jochen Seeghitz
Mit 65.150 Euro waren die Personalkosten der größte Ausgabeblock im Quartal, gefolgt von den Materialkosten. Die Gründer haben in den vergangenen drei Monaten etwa 40 potenzielle Kunden besucht, bundesweit und in Österreich. Mittlerweile hat nicht nur Seeghitz einen Dienstwagen, sondern auch Böhner. Der ist allerdings nicht geleast, sondern mit einem Autokredit gekauft: Die 18.000 Euro, die der gebrauchte A6 gekostet hat, wird in monatlichen Raten von 430 Euro abgestottert. Inspektion und Reparatur bei Seeghitz Audi hat 787 Euro gekostet.
Summiert man die monatlichen Fixkosten für die beiden Dienstwagen mit den Benzin- und Übernachtungskosten kommt man auf etwa 7000 Euro an Vertriebs- beziehungsweise Reisekosten. Das ist wenig für so viele Termine. Die Bürokosten sind mit 800 Euro ebenso günstig. EH-D ist Untermieter im Ingenieursbüro von Böhners Vater.
Obwohl sich die Kosten in diesem Quartal verdoppelt haben, hat sich der Kapitalstand nur gering verändert - er sank leicht von 64.033 Euro am 31. März auf 57.012 Euro am 30. Juni. Das liegt daran, dass EH-D von seinen beiden Investoren - dem High-Tech-Gründerfonds und Bayernkapital - Ende Mai eine weitere Geldtranche erhalten hat, insgesamt 150.000 Euro. Dass die junge Firma erstmals Schulden in Höhe von 18.281 Euro ausweist, liegt am Autokredit für Böhners Dienstwagen.
  • FTD.de, 04.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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