An den ersten Aufträgen verdienen die Gründer Jochen Seeghitz und Kai Böhner jedoch noch kein Geld. Denn dabei handelt es sich um Einzelanfertigungen nach spezifischen Wünschen der Kunden. Die Gründer setzten darauf, dass weitere Aufträge derselben Kunden folgen. Dann sähe die Sache anders aus.
Unter den derzeitigen Kunden finden sich Autozulieferer ebenso wie Landmaschinenhersteller. Da diese Kunden die Antriebe von EH-D meist bei Entwicklungsprojekten einsetzen, bestehen die meisten Kunden derzeit noch auf Anonymität.
Einzelanfertigungen sind nicht nur teuer und arbeitsintensiv, es ist auch schwierig, für sie Zulieferer zu finden. Große Zulieferer haben meist weder Interesse noch die Infrastruktur, Bestellungen über fünf bis zehn Einzelteile zu bedienen. Teilweise konnte Seeghitz solche Lieferanten durch den Ausblick mit dem Argument überzeugen, dass sie auf größere Geschäfte in der Zukunft setzen können. Teilweise bestellte er größere Stückzahlen als EH-D derzeit benötig. Daher könnten die Gründer mit den derzeit gelagerten Teilen um die 20 Antriebe bauen.
In den vergangenen drei Monaten lagen die Kosten für Zulieferer bei rund 25.000 Euro. Darunter fallen auch Dienstleistungen, etwa für die Arbeiten eines Steuerungsfachmanns, der den Elektromotor des Antriebs mit der Steuerung synchronisiert. Dieser stellte im Juli EH-D eine Rechnung über rund 13.000 Euro für alle zwischen Januar und Juni erbrachten Leistungen. Dreh- und Frästeile, Hydraulikkolben und -zylinder sowie Pumpen sorgten für weitere Ausgaben - diese lagen allerdings deutlich unter denen des vorhergehenden Quartals.
Auch die Personalkosten sind mit 47.000 Euro niedriger ausgefallen. Das liegt allerdings lediglich am Wegfall des Sonderbonus, den sich Seeghitz und Böhner im Frühjahr ausgezahlt haben. Die regulären Gehaltsausgaben sind gleich geblieben. Bei der Konstruktion und Kalkulation hilft Kai Böhner weiterhin sein Vater. Dieser hat im abgelaufenen Quartal allerdings keine Rechnung gestellt, sondern seine Honorare gestundet.