FTD.de » Management + Karriere » Gründung » EH-D - das Quartal von Juli bis September 2011

Merken   Drucken   02.11.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der enable2start-Gründer: EH-D - das Quartal von Juli bis September 2011

Dank erster Umsätze kann das Start-up die Kosten für den Aufbau des Vertriebs abfedern. So blieb der Quartalsverlust knapp unter 100.000 Euro. von Thomas Clark
Das Quartal brachte EH-D fünf weitere Bestellungen für ihren Elektrohydraulik-Antrieb, die Gesamtzahl der Aufträge stieg damit auf acht. Ausliefern konnte EH-D bislang noch kein Gerät, aber das Start-up erhielt bereits zwei Anzahlungen, rund 3000 Euro im August und rund 6000 Euro im September.
Einnahmen:
Juli keine
August 3.050 Euro
September 6.100 Euro
Gesamt 9.150 Euro
Ausgaben:
April 33.630 Euro
Mai 36.303 Euro
Juni 35.048 Euro
Gesamt 104.981 Euro
Erste Erträge auf der Habenseite mögen für ein gutes Gefühl sorgen, dafür flossen aber auch knapp 105.000 Euro vom Geschäftskonto ab.
An den ersten Aufträgen verdienen die Gründer Jochen Seeghitz und Kai Böhner jedoch noch kein Geld. Denn dabei handelt es sich um Einzelanfertigungen nach spezifischen Wünschen der Kunden. Die Gründer setzten darauf, dass weitere Aufträge derselben Kunden folgen. Dann sähe die Sache anders aus.
Unter den derzeitigen Kunden finden sich Autozulieferer ebenso wie Landmaschinenhersteller. Da diese Kunden die Antriebe von EH-D meist bei Entwicklungsprojekten einsetzen, bestehen die meisten Kunden derzeit noch auf Anonymität.
Einzelanfertigungen sind nicht nur teuer und arbeitsintensiv, es ist auch schwierig, für sie Zulieferer zu finden. Große Zulieferer haben meist weder Interesse noch die Infrastruktur, Bestellungen über fünf bis zehn Einzelteile zu bedienen. Teilweise konnte Seeghitz solche Lieferanten durch den Ausblick mit dem Argument überzeugen, dass sie auf größere Geschäfte in der Zukunft setzen können. Teilweise bestellte er größere Stückzahlen als EH-D derzeit benötig. Daher könnten die Gründer mit den derzeit gelagerten Teilen um die 20 Antriebe bauen.
In den vergangenen drei Monaten lagen die Kosten für Zulieferer bei rund 25.000 Euro. Darunter fallen auch Dienstleistungen, etwa für die Arbeiten eines Steuerungsfachmanns, der den Elektromotor des Antriebs mit der Steuerung synchronisiert. Dieser stellte im Juli EH-D eine Rechnung über rund 13.000 Euro für alle zwischen Januar und Juni erbrachten Leistungen. Dreh- und Frästeile, Hydraulikkolben und -zylinder sowie Pumpen sorgten für weitere Ausgaben - diese lagen allerdings deutlich unter denen des vorhergehenden Quartals.
Auch die Personalkosten sind mit 47.000 Euro niedriger ausgefallen. Das liegt allerdings lediglich am Wegfall des Sonderbonus, den sich Seeghitz und Böhner im Frühjahr ausgezahlt haben. Die regulären Gehaltsausgaben sind gleich geblieben. Bei der Konstruktion und Kalkulation hilft Kai Böhner weiterhin sein Vater. Dieser hat im abgelaufenen Quartal allerdings keine Rechnung gestellt, sondern seine Honorare gestundet.
Ein Elektrohydraulikantrieb von EH-D   Ein Elektrohydraulikantrieb von EH-D
Die Kosten für Kunden- und Lieferantenbesuche lagen insgesamt bei rund 5000 Euro. Zu diesem Block zählt auch die Abzahlung der Kredite für zwei Dienstwagen. Vom bestehenden Kredit sind erst rund 1000 Euro getilgt worden, noch zu zahlen sind 17.180 Euro.
Auf der Marketingseite sind erste Kosten angefallen für die Vorbereitung des Auftritts von EH-D bei der Steuerungsfachmesse SPS in Nürnberg Ende November. Die Miete für die Standfläche in Höhe von knapp 6500 Euro musste das Start-up bereits im Sommer bezahlen. Seeghitz geht davon aus, dass die Ausstattung für den Stand weitere 4000 bis 8000 Euro kosten wird. Insgesamt rechnet er mit Kosten von 20.000 Euro für den Messeauftritt.
EH-D erhielt Ende September vom Freistaat Bayern eine Förderung von 47.200 Euro aus dem Innovationsprogramm BayTOU-Darum war der Geldabfluss auf dem Geschäftskonto deutlich geringer, als die operativen Verluste von 95.831 Euro vermuten lassen.
Am 30. September 2011 lagen 28.115 Euro auf dem Geschäftskonto der GmbH. Gleichzeitig entstand im abgelaufenen Quartal ein Anspruch auf Auszahlung einer weiteren Geldtranche vom High-Tech-Gründerfonds, die allerdings noch nicht abgerufen wurde. Rechnet man diesen Betrag von 125.000 Euro mit ein, lag die Kapitalreserve zum Quartalsende bei 153.115 Euro.
  • FTD.de, 02.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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