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Merken   Drucken   30.11.2009, 08:00 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der Gründer: Statista: Das Quartal von August bis Oktober 2009

Neue Kunden für Recherchen und ein Abo-Modell bescheren Gründer Friedrich Schwandt eine Umsatzsteigerung von mehr als fünfzig Prozent. Der Statista-Geschäftsführer ist sicher: Im ersten Quartal 2010 schafft er den Break-Even. von Thomas Clark
Auf den ersten Blick sieht das Quartalsergebnis für das Unternehmen von Friedrich Schwandt nicht so gut aus: 115.634 Euro hat er Verlust gemacht in dieser Zeit. Doch bei einem Internet-Startup dieser Art ist es die Regel, dass erst große Investments anstehen, bis sich die Firma durch eigene Erlösen tragen kann.
Aus diesem Blickwinkel ist es erstaunlich, dass Statista zuletzt knapp die Hälfte seiner Kosten durch eigene Erträge finanzieren konnte.
Einnahmen:
August 8260 Euro
September 21.413 Euro
Oktober 61.048 Euro
Gesamt 90.721 Euro
Ausgaben:
August 67.991 Euro
September 65.025 Euro
Oktober 73.338 Euro
Gesamt 206.355 Euro
Dieser satten Umsatzanstieg beruht zum einen darauf, dass das Geschäft mit individuellen Recherche-Aufträgen anzieht. Der größte Einzelauftrag kam dabei von der Telekom - übrigens ein früherer Arbeitgeber von Friedrich Schwandt. Andere Aufträge kamen unter anderem von von großen Unternehmensberatungsfirmen wie McKinsey und dem enable2start-Partner Roland Berger.
Hat gut lachen: Gründer Friedrich Schwandt freut sich über ...   Hat gut lachen: Gründer Friedrich Schwandt freut sich über steigende Umsätze
Für sie werden führt Statista unterschiedlichste Recherchen durch, von Informationen über einzelne Branchen und demografische Entwicklungen bis hin zu Zahlen zu Change-Management.
Bei den Medienkunden hat sich neben den älteren Geschäftsbeziehungen mit Zeit, Spiegel und dem Axel-Springer-Verlag eine neue verfestigt: Gemeinsam mit dem Wirtschaftsmagazin Brand eins brachte Statista Ende November ein Buch heraus.
Hinzu kommt der Start eines Abonnement-Systems, mit denen einzelne User und auch Firmen ein Jahr lang 29,90 Euro pro Monat Statistiken aus dem Online-Portal ziehen können. Seit dem 4. Oktober 2009 gibt es dieses Angebot. Im ersten Monat verkaufte Schwandt fast 100 - Abos - ohne, dass diese eigens beworben worden wäre. 90 Prozent der Bestellungen kamen direkt über die Website, sagt Schwandt: "Ich glaube, dass da noch sehr großes Steigerungspotenzial vorhanden ist."
Auf dem Konto hat sich das Premium-Angebot vorerst kaum ausgewirkt - mit Ende Oktober haben erst drei Abonnenten ihre fällige Jahresgebühr von 427 Euro (abzüglich Umsatzsteuer sind das 358,8 Euro) auf das Geschäftskonto von Statista überwiesen. Der Rest folgt im November - damit wird ein größerer fünfstelliger Betrag auf das Geschäftskonto von Statista fließen.
Bis ins erste Quartal hinein fließen auch Zahlungen vom Investor Gracia auf das Statista-Konto. Dann ist die letzte Tranche ausgezahlt. Eine zweite Finanzierungsrunde plant Schwandt nicht. "Wir werden den Break-Even nach der ersten Finanzierungsrunde schaffen", sagt Schwandt, "darauf sind wir sehr stolz."
Auf der Kostenseite hat es wenig Veränderung gegeben. Für die beiden Büroräume in der Hamburger Innenstadt zahlt die Firma 2770 Euro monatlich, die Marketing- und PR-Kosten sind etwa gleich hoch wie im Frühjahr. Die Personalkosten sind gestiegen, weil Statista zwei neue Vertriebsmitarbeiter eingestellt hat. Gründer Schwandt bezieht weiterhin ein Gehalt von 3500 Euro brutto pro Monat.
Inklusive der vorletzte Tranche vom Investor Gracia erhöhte sich die Kapitaldecke von Statista zum 31. Oktober auf 443.676 Euro.
Das Unternehmen hat weiter keine Schulden.
  • FTD.de, 30.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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