FTD.de » Management + Karriere » Gründung » Wikando: Das Quartal von August bis Oktober 2009

Merken   Drucken   02.12.2009, 08:00 Schriftgröße: AAA

Die Bilanzen der Gründer: Wikando: Das Quartal von August bis Oktober 2009

Es hat lang gedauert. Doch im vergangenen Quartal gingen die ersten, wenn auch noch bescheidenen, Erlöse auf dem Konto von Wikando ein. von Thomas Clark
Im August verzeichnete Wikando erstmals Einnahmen, wenn auch außerordentliche. 863 Euro plus Umsatzsteuer stellten Mirjam Maier und ihr Mitgründer Peter Kral einer Bank als Beratungskosten in Rechnung. Diese hatte geplant, sich von den Wikandogründern ein eigenes internes Spendenportals entwickeln zu lassen. Der Auftrag selbst kam letztlich jedoch nicht zustande.
Einnahmen:
August 863
September 0
Oktober 599
Gesamt 1462
Ausgaben:
August 12.586 Euro
September 6600 Euro
Oktober 12.262 Euro
Gesamt 31.448 Euro
Ein weiterer Eingang ist erst im Oktober zu verzeichnen, ebenfalls von einer Bank, der Augusta Bank. Das Geldinstitut ist das erste zahlende Mitglied auf der Spender-Plattform. Die Monatsbeträge von jeweils 49,90 Euro hat die Augusta für ein Jahr im Voraus überwiesen.
Wikando-Gründerin Mirjam Maier   Wikando-Gründerin Mirjam Maier
Insgesamt gibt es derzeit 14 Unternehmen auf der Plattform. Bis auf die Augusta Bank nehmen alle eine kostenlose Probemitgliedschaften in Anspruch nehmen. Laut Plan sollten derzeit bereits über 100 Firmen-Profile auf der Plattform sein, sagt Maier. Viele Unternehmen würden erst dann auf die Plattform gehen wollen, wenn es dort genug gemeinnützige Projekte gebe. Bislang sind 110 Projekte online, 130 weitere sollen bald folgen. Bis die kritische Masse erreicht ist, bieten Maier und Kral weiterhin kostenlose Mitgliedschaften für die Unternehmen an, die August Bank zahlt freiwillig.
Auf der Ausgabenseite bleibt das Start-up seiner extrem sparsamen Linie treu. Von den ausgewiesenen Kosten sind nur 19.448 Euro tatsächlich angefallen, der Rest sind so kalkulatorische Kosten. Darunter fallen die Gehälter der beiden Gründer Maier und Kral sowie das Gehalt der Marketingleiterin, jeweils 2000 Euro pro Monat. Faktisch werden diese Kosten durch ein Gründungsstipendium abgedeckt.
Da sich die Gründer je 1000 Euro als Lebenserhaltungskosten zugestehen und den Rest der Firma zufließen zu lassen, sind die Kosten mit insgesamt 5000 Euro pro Monat veranschlagt worden. Die Ausgaben für die verbleibenden sieben Mitarbeiter summieren sich auf 2550 Euro pro Monat. Das Spektrum der Einzellöhne liegt zwischen 300 und 700 Euro.
Die Reisekosten von Wikando sind mittlerweile auf rund 1000 Euro pro Monat gestiegen. Auch die Mietkosten sind von 600 auf 950 Euro monatlich gestiegen, weil die Firma ein zusätzliches Büro angemietet hat. Die IT-Kosten liegen weiterhin bei 150-200 Euro pro Monat, inklusive Server-Miete. Die verbleibenden Ausgaben entfielen auf Büromöbel und Computer.
Die Zahl der registrierten Privatpersonen lag Ende Oktober bei 1024. Täglich meldeten sich zuletzt bei 5-10 Nutzer an. Diese spendeten zwischen August und Oktober rund 1700 Euro. Ein Rückschritt gegenüber den 2600 Euro im Frühjahrsquartal. Maier sieht das Sommerloch als eine Ursache dafür, ist insgesamt aber nicht zufrieden mit diesen Zahlen: "Es hätten definitiv mehr als 10.000 Euro sein müssen." Tatsächlich sind es 4300 Euro seit dem Start im April.
Dank des Zuschusses durch die zweite Rate von enable2start über 25.000 Euro konnten die Gründer es vorerst vermeiden, weiteres Kapital zuschießen zu müssen. Am 31. Oktober lagen die Kapitalreserven bei 23.249 Euro.
Schulden hat Wikando keine.
  • FTD.de, 02.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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