Die Abotic-Gründer Nick Manseder (l.) und Albrecht Karlusch
Lange überlegten die Gründer, ob es das ist, was sie wollen. "Mit so einem Partner begibt man sich ja auch in Abhängigkeiten." Letztlich ging es um die Frage: Was können wir am besten? "Unsere Kernkompetenz ist einfach Forschung und Entwicklung", sagt Manseder.
Zudem hat der Verhandlungspartner Tausende Produkte im Angebot. Entsprechend groß ist das Netz an Lieferanten und Produzenten. Und das nutzt er nun auch beim Bau der Abotic-Türöffner. "Natürlich gibt es schon Einzelteile in anderen Produkten, die wir auch in unserem Türöffner verwenden können", sagt Manseder, "das bedeutet, dass wir viel günstiger einkaufen können." Erst einmal aber bedeutet es viel zusätzliche Arbeit für Abotic. Denn Manseder musste den eigentlich fertig entwickelten Türöffner nun so überarbeiten, dass diese Teile auch hineinpassen. Hier eine größere Buchse, dort ein kürzeres Schraubengewinde, da ein längerer Draht.
Obendrein entwickelte Manseder zusätzliche Funktionen und Komponenten. Denn statt mit einem Modell soll Abotic auf Wunsch des Lizenznehmers nun mit mehreren starten. "Das ist natürlich viel besser für den Markeintritt", sagt Manseder, "ohne einen Partner könnten wir uns das niemals leisten."
Die Überarbeitungen sind ein Grund dafür, dass die Produktion noch nicht angelaufen ist. Der andere Grund: Die Verträge sind noch nicht unterschrieben. Darum kann Manseder auch weder über Stückzahlen noch über einen Starttermin reden. Aber es gibt eine schriftliche Absichtserklärung. Und ein ausformuliertes 30-seitiges Vertragswerk. Abotic hatte darauf Karlusch und die Hausjuristin und einen weiteren Anwalt angesetzt. "Auf der anderen Seite waren es wohl noch ein paar mehr Anwälte", sagt Manseder. "So ein Lizenzvertrag ist eine komplizierte Sache." Auch weil Abotic sich das Recht gesichert hat, einen Teil der Geräte direkt zu vertreiben, ohne Lizenznehmer. "So gesehen sind wir doch kein reines Entwicklungsunternehmen."
Im Laufe des Mai, hofft Manseder, sind die Verträge unterschrieben. Dann können seine Marketingleute kaufwilligen Anrufern wieder genauere Auskünfte geben. Dass Kunden bis dahin verärgert abspringen, glaubt Manseder nicht. "Was wir produzieren, ist ja eine Weltneuheit. Dazu gibt es keine Alternative."