Handarbeit war 2009. In der ersten Januarwoche schraubten die Gründer von
Captcha-Ad an ihrer IT. Das Ziel: Kunden des Start-ups sollen leichter Werbung schalten können und unkomplizierter deren Wirkung verfolgen.
Das heißt konkret: Wenn ein Unternehmen über ein Captcha-Ad-Video werben wollte, ging das zunächst nur in dem Standard-Videoformat 496 Pixel mal 372 Pixel. "Abweichendes müssen wir per Hand machen", sagt Gründer Jan Philipp Hinrichs: "Das muss demnächst einen Automatismus haben." Und noch eine ganze Menge weiterer Automatismen kann sich Hinrichs vorstellen. Darum haben er und seine Mitgründer Thomas Zumtobel und Michael Keferstein Geld in die Hand genommen und entwickeln ihre Software in dieser Richtung weiter.
Erweitern ihr Team: Die Captcha-Ad-Gründer Jan Philipp Hinrichs, Michael Keferstein und Thomas Zumtobel (v.l.)
Einen bedeutenden Fortschritt erzielten sie bereits in der vergangenen Woche. Seitdem kann der werbeschaltende "Advertiser" in Echtzeit verfolgen, wie lang User brauchen, um die Fragen zu beantworten, die in den Captcha-Ads gestellt werden, inklusive einer grafischen Darstellung. Bislang musste Captcha-Ad solche Daten in Reports zusammenstellen und dem Advertiser schicken.
Die verbesserte Technik soll auch auf neue Märkte vorbereiten. So wie die USA, wo ein erfolgreicher IT-Unternehmer Captcha-Ad vermarkten will.
"Das ist eine Riesenchance" sagt Hinrichs, "aber wenn man solche Leute an sich binden möchte, hat das natürlich seinen Preis." Anders ausgedrückt: Der potenzielle Partner möchte Anteile an Captcha-Ad. Kein Anliegen, welches Hinrichs und seine Mitgründer grundsätzlich ausschließen würden. Aber eines, das gut überdacht sein will.
Schließlich lässt sich bei einem so jungen Unternehmen schwer kalkulieren, wie hoch sein Marktwert in sechs Monaten oder in ein, zwei Jahren liegen könnte. Darum setzten sich die drei Gründer, ihre Mentoren und der potenzielle Partner zu einem mehrstündigen Gespräch zusammen. Mehrere Telefonate folgten. "In den nächsten Wochen wollen wir alles vertraglich festlegen", sagt Hinrichs.
Manchmal geht es aber auch ohne langfristige Verhandlungen. Schon am 10. Januar hätte sich Captcha-Ad um ein Mitglied vergrößert, sagt Hinrichs und grinst. An diesem Tag wurde Thomas Zumtobel Vater eines Sohnes.