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Merken   Drucken   07.12.2010, 12:00 Schriftgröße: AAA

enable2start Gründertagebuch: Klinken putzen - die 4. Quartalsreportage von Silbertool

07.12.2010 – Silbertool: Endlich hat Philipp Silberkuhl ein praxistaugliches Werkzeug. Dafür kassiert er jede Menge Lob. Und bald, so hofft er, auch jede Menge Bestellungen von Claus Hornung
Viel hat Philipp Silberkuhl nicht vorzuweisen. Einen winzigen Tisch und einen Schraubstock, eine Metallstange mit Gewinde. So steht er an diesem Oktobertag in einer dunklen Ecke des Werkzeughändlers Baupart im Gewerbegebiet Krefeld-Krützpoort. Es ist "Herbstfest" - ein Treffpunkt für Handwerker, Werkzeughändler und ambitionierte Heimwerker. Die wollen über das Werkzeugangebot fachsimpeln. Über Rundbürsten, Stechbeitel und Klauenhämmer.
Und sie wollen sehen, was es Neues gibt. Darum ist Silberkuhl hier. Er will den Gewinderoller vorstellen. Das Werkzeug, das sein Start-­up Silbertool produziert. Silberkuhl klemmt das Metallgewinde in den Schraubstock ein und wirft aus seiner Ecke heraus einen skeptischen Blick in Richtung Ladenmitte: "Ein Aufsteller wäre gut", sagt er. Der sei bereits bestellt. Nur eben zu spät, sagt er: "Es gibt einfach zu viel zu tun."
Philipp Silberkuhl erfand den Gewinderoller und gründete Silbertool   Philipp Silberkuhl erfand den Gewinderoller und gründete Silbertool
Doch die Zuschauer kommen. Denn Silberkuhl bietet ihnen eine gute Show: Mit einem Hammer schlägt er auf die Metallstange ein. "Das Gewinde ist hinüber", kommentiert Urban Wynen, Vertriebsmann vom Organisator Baupart. Wissend nickt er, als Silberkuhl erklärt, dass ein Gewindeschneider jetzt nicht helfen würde. "Der hobelt zu viel Material ab. Das macht das Gewinde brüchig."
Dann setzt Silberkuhl sein Werkzeug an, dreht ein paar Mal - und hat das Gewinde in seine ursprüngliche Form zurückgeformt. Reparatur statt Neukauf. Das spart Geld. Wynen reißt die Augen auf. "Satan in der Holzkiste", sagt er, soll heißen: sehr beeindruckend. Vor ein paar Monaten habe er schon einmal ein Silbertool-Werkzeug in der Hand gehabt, sagt Wynen: "Aber das schien mir nicht sehr stabil." Silberkuhl nickt: "Wir haben das verbessert."
AUSGABEN, EINNAHMEN, KAPITAL, SCHULDENSTAND
Hier steht die Bilanz von Abotic für August bis Oktober 2010
Endlich ist sein Werkzeug so, wie er es sich vorgestellt hatte. Endlich tut er, womit er eigentlich schon im Sommer beginnen wollte: sich ins Auto setzen und die Werkzeughändler der Republik zum Staunen bringen, wie auf dem Herbstfest.
Der Weg dahin war lang. Zu lang für Silberkuhls Mitgründer Christian Korth. Mehr als ein Jahr lang arbeiten die beiden zusammen. Sie finden die Designer, die dem Gewinderoller ein prägnantes Aussehen verpassen. Sie präsentieren das Werkzeug auf Messen, bei Händlern und auf einem Oldtimertreffen. Sie suchen Firmen für die Serienproduktion. Und sie erleben, wie die Kunststoffrollen des Werkzeugs bei den ersten Käufern nach kurzer Zeit zerbröseln - genauso wie ihr Zeit- und Finanzplan.
Silbertool-Gewinderoller formen Gewinde neu ohne dabei Material ...   Silbertool-Gewinderoller formen Gewinde neu ohne dabei Material abzuhobeln
Während Silberkuhl eine Metallrolle entwickelt, schlägt Korth vor, einen Investor ins Unternehmen holen. Silberkuhl sperrt sich. Er hat Angst davor, die Kontrolle über seine Firma zu verlieren. Und überhaupt - wer Werkzeuge vertreiben wolle, müsse selbst Klinken putzen: "Die Branche ist konservativ. Dort traut man nur Leuten, denen man schon mal ins Gesicht gesehen hat." Doch er kann seinen Partner nicht überzeugen. Im Sommer steigt Korth aus.
Ein neuer Mann ist schnell gefunden. Als zweiter Geschäftsführer steigt Abdelhakim Boulakhrif ein. Er bringt Erfahrung mit: Jahrelang leitete Boulakhrif den internationalen Vertrieb eines großen Werkzeugherstellers.
Trotzdem ruckelt es. Denn Korth war alleiniger Geschäftsführer von Silbertool. Bei Firmengründung schien das eine gute Idee zu sein: Silberkuhl kümmert sich um die Technik, Korth um Rechnungen, Förderanträge und Steuererklärungen. Doch jetzt gibt es ein Vakuum. Boulakhrif und Silberkuhl können das Unternehmen erst juristisch vertreten, wenn sie im Handelsregister eingetragen sind. Und das dauert einen ganzen Monat. "In dieser Zeit konnten wir nicht einmal unsere Telefonrechnung bezahlen", sagt Silberkuhl.
Dafür wird die Finanzierung leichter als erwartet. Gleich mehrere Banken bieten Silberkuhl den gewünschten Kredit über 150.000 Euro an - ohne zur Sicherheit eine Bürgschaftsbank einzuschalten. Dabei sei das bei Startups die Regel, sagt Silberkuhl, und zwar auf Kosten der Gründer: "Aber bei uns meinten die Banker nur: Sie brauchen keine Sicherheiten besorgen. Sie müssen loslegen."
Das tut er. Er überzeugt den Sicherheitsschloss-Hersteller Burg , die Serienproduktion zu übernehmen. Er zurrt mit den Designern ein neues Corporate Design für das Unternehmen fest und einen neuen Slogan: "Simply repair - reparier es einfach." Und er kauft zwei Audi A3 als Firmenwagen - die entsprechen perfekt den ungeschriebenen Gesetzen der Branche: deutsch, nicht zu popelig, aber auch nicht zu großspurig.
Neuer Mann im Silbertool-Team: Abdelhakim Boulakhrif   Neuer Mann im Silbertool-Team: Abdelhakim Boulakhrif
Seit September sind die zwei damit auf Vertriebstour. "Alle sind begeistert", sagt Silberkuhl. Es gibt bereits eine Warteliste für die vier Prototypen, die Silberkuhl den Händlern tageweise für Tests überlässt. Er ist überzeugt: Noch in diesem Jahr gehen die ersten Bestellungen ein. Im Januar soll die Serienproduktion anlaufen. Ende 2012 will er 15.000 Gewinderoller verkauft haben.
Bis dahin muss er allerdings noch Konditionen aushandeln. Exklusivrechte hat er den Händlern schon ausgeredet. "Zu unserer Zielgruppe gehören der Heimwerker genauso wie der Großkonzern oder der kleine Handwerksbetrieb", sagt Silberkuhl, "und kein Händler deckt alle ab."
Aber die Preise stehen noch nicht fest. Silberkuhl will, dass ein Werkzeugset im Handel rund 100 Euro kostet. "Oft heißt es: Andere Werkzeuge sind günstiger", sagt Silberkuhl. Er grinst: "Dann sage ich: Aber mit diesem Werkzeug spart man Geld." Urban Wynen hat Silberkuhl davon überzeugt. "Das Ding nehme ich mit zu meinen Kunden", sagt der Baupart-Mann nach Silberkuhls Vorführung. Beim Weggehen dreht er sich noch einmal um. "Ihr solltet euch einen Aufsteller zulegen." Silberkuhl nickt: "Ich weiß."
enable2start - Die neue Staffel
Mit dieser Reportage endet die regelmäßige Berichterstattung über Silbertool, Abotic, Yolk, Captcha-Ad und Latherm. Ein Buch, in dem alle Quartalsreportagen zusammengefasst sind, wird im Frühjahr 2011 erscheinen.
Ab dem 10. Januar erscheinen an dieser Stelle Kurzporträts über die zwölf Finalisten der nächsten enable2start-Staffel, aus denen am 18. Januar fünf neue Teams gekürt werden.
Alles wird anders. Vergangene Woche traf sich Philipp Silberkuhl mit seiner Designagentur zur abschließenden Besprechung über das neue Corporate Design für Silbertool- Ein neues Logo und einen neuen Slogan hatte er gemeinsam mit der Agentur schon vor Monaten entwickelt. Jetzt stehen auch die Planungen für die Homepage.
Die wird sich zum einen optisch verändern. Dazu gehört neben der Anpassung ans neue Design, dass einige Punkte verschwinden oder an andere Stellen verschoben werden. "Die Seite soll nicht mehr nach Start-up aussehen, sondern nach einen Unternehmen", sagt Silberkuhl. Das hatten er und sein früherer Geschäftspartner Christian Korth schon vor Monaten beschlossen. Kurz danach verließ Korth das Unternehmen. "Danach ist das erstmal liegengeblieben", sagt Silberkuhl.
Nach dem Logo die Webseite: Silbertool ändert sein Erscheinungsbild   Nach dem Logo die Webseite: Silbertool ändert sein Erscheinungsbild
Was völlig verschwindet, ist der Online-Shop. "Das geht nicht mehr", sagt Silberkuhl. Schließlich laufe inzwischen der Vertrieb. Darum fänden Nutzer statt Preislisten nun nur noch den Verweise auf Werkzeughändler, bei denen sie die Werkzeuge kaufen können. "Sonst kaufen die Leute im Shop und nicht bei den Händlern. Das macht auf Dauer das Vertrauen zu den Händlern kaputt."
Auch Aufsteller und Flyer gibt es inzwischen. Die kann Silberkuhl gut gebrauchen. Denn er ist diese Woche wieder auf Tour. Diesmal fährt er nicht zu Werkzeughändlern, sondern zu großen Unternehmen mit eigenen Instandsetzungtrupps, die Maschinen in eigenen oder fremden Industrieanlagen warten. Denen will er den Gewinderoller vor Ort vorführen. "Wenn da einer bestellt, können das schon einmal 500 Stück auf einmal werden", sagt Silberkuhl: "Noch wichtiger ist, das das Multiplikatoren sind. Wenn die Instandhaltungstrupps das einsetzen, sehen die Händler: Das Werkzeug funktioniert."
Jetzt geht es los: Philipp Silberkuhl hat die erste große Bestellung vereinbart. Eine Einkaufsgesellschaft für Werkzeuge will den Silbertool-Gewinderoller in seinen Katalog aufnehmen. Der kommt zwar nur jährlich heraus, aber über das Jahr verteilt gibt es immer wieder kleinere Prospekte, sagt Silberkuhl: "Darin sollen wir im Januar als 'Produkt des Monats' stehen."
Den ersten Kontakt zu der Gesellschaft gab es schon vor gut einem halben Jahr. Aber erst jetzt, nachdem man dort einen der vier ausgereiften Prototypen testen konnte, gab es grünes Licht. Dunkelgrünes. "Die meinten: Das wird der Renner", sagt Silberkuhl. Die genaue Höhe für die Bestellung steht noch nicht fest, aber Silberkuhl kalkuliert mit rund 100 Stück. Für den Anfang - der Genossenschaft sind rund 800 Händler angeschlossen.
Haben die erste Bestellung unter Dach und Fach: Abdelhakim ...   Haben die erste Bestellung unter Dach und Fach: Abdelhakim Boulakhrif und Philipp Silberkuhl (r.)
Auch von mehreren großen Händlern, die Silberkuhl in den vergangenen vier Wochen besuchte, kam jetzt Feedback. Dabei kam dabei heraus: Silbertool muss größer denken. Die Version, die Silberkuhl bislang fertig hatte, war nur für Gewinde bis zu einem Durchmesser von 16 Millimetern geeignet. Die Kunden der Händler arbeiteten aber häufig mit Gewinden bis zu 36 Millimeter Durchmesser."
"Solche Größen sind beispielsweise bei Verbindungen von schweren Maschinen üblich", sagt Silberkuhl. Auch dafür wollte er passende Gewinde anbieten. Allerdings erst in ein paar Monaten. Jetzt fertigte er in Nachtschichten die passenden Wechsel-Einsätze für mehrere Testgeräte. Wenn die Produktion wie geplant im Januar anläuft, will er gleich auch von dieser Größe eine Kleinserie anfertigen lassen.
Und damit kein Durcheinander gibt, hat er gleich einheitliche Bezeichnungen festgelegt. Gab es bislang nur die Gewinderolle-Typ N zum Neuanfertigen und den Typ R zum Reparieren, gibt es nun eine Unterteilung nach Gewindegrößen: R 16, R36, und – für die ganz Großen – R64.
Gut ist zu wissen, dass man ein gutes Produkt herstellt. Besser ist, wenn von jemand Unabhängigem bestätigt wird, dass das Produkt gut ist.
Darum geht es Philipp Silberkuhl derzeit blendend. Denn in ihrer aktuellen Ausgabe hat die Eisenwaren-Zeitung (EZ) seinen Silbertool-Gewinderoller getestet. "Der Artikel fällt positiver aus als wir dachten", sagt Silberkuhl. Der Werkstattinhaber kam erstens zum Schluss, dass man mit dem Werkzeug tatsächlich kaputte Gewinde reparieren könne - ohne Materialverlust, wie er beim Einsatz von Gewindeschneidern entsteht.
Zweitens fiel ihm auf, wie viele Dinge man überhaupt reparieren kann. Etwa an Autokühlern oder auspuffen. "Das spart Zeit und Geld", sagt der Mechaniker in dem Testbericht. Früher habe er die defekten Teile ausgetauscht.
Das unterfüttert ein Argument, dass Silberkuhl in den Verhandlungen mit Werkzeughändlern benutzt. Die will er von einem Endpreis von rund 100 Euro überzeugen. Immer, wenn die Händler sagen: "Andere Werkzeuge sind viel günstiger", hält Silberkuhl entgegen: "Aber mit diesem Werkzeug kann man Geld sparen."
Geld sparen: Mit dem Silbertool-Werkzeug können Handwerker Gewinde ...   Geld sparen: Mit dem Silbertool-Werkzeug können Handwerker Gewinde reparieren, die sie sonst wegschmeissen müssten
Auch viele Werkstätten und Heimwerker haben sich nach Erscheinen des Artikels bei Silbertool gemeldet. Einer stellte die Frage: Fällt Ihr Werkzeug unter TRBS 2141? Diese Norm regelt (genau gesagt im Unterpunkt 3.4.2.2 - hier als Pdf) Sicherheitsbestimmungen von Druckgeräten. Damit diese dicht bleiben, dürften dort daher keine beschädigten Gewinde repariert werden, sagt Silberkuhl, denn: "Ein Gewinde, bei dem man mit einem Gewindeschneider Material weggespant hat, ist nicht dicht."
Aber ein gerolltes Gewinde wäre dicht genug. "Das wäre eine Sensation", sagt Silberkuhl. Darum hat er jetzt an das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geschrieben. Könnte er von denen eine Art Stempel erhalten, dass sein Werkzeug der TRBS 2141entspricht? Schwarz auf weiß, sozusagen? Silberkuhl grinst: "Vermutlich", sagt er, "ganz genau weiß ich es nicht. Das ist ja ein Novum."
Endlich ein neuer Tarif. Erst seit kurzem haben Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl und sein Teamkollege Abdelhakim Boulakhrif für ihre Firmenhandys eine Flatrate in alle Netze.
Das zahlt sich aus. Denn die meiste Zeit sind die beiden unterwegs. Bei Besuch von Werkzeughändlern, oder auf der Hausmesse eines Händlers, oder bei einem Webdesigner, der einen neuen Onlineshop für Silbertool bauen soll.
Zwischendurch telefoniert Silberkuhl viel mit der Firma Burg, die den Gewinderoller in Serie fertigen soll. Oder er fährt gleich zum Burg-Firmensitz nach Volmarstein.
Um dort mit den Industriedesignern und der Produktion gemeinsam die Verpackung für die Werkzeuge zu besprechen. Um, sich anzuschauen, wie groß der Abdruck ist, den die Maschinen beim Auswerfen im Werkzeug hinterlassen. Oder um zu besprechen, an welcher Teilen ein paar Tausendstelmillimeter Abweichung in Ordnung sind und an welchen nicht. "Irgendwelche Details sind immer zu regeln", sagt Silberkuhl. Und das gehe am besten im Gespräch: "Das bringt mehr als 50.000 E-Mails hin- und herzuschicken."
Eine Zeichnung der neuesten Version des Silbertool-Gewinderollers   Eine Zeichnung der neuesten Version des Silbertool-Gewinderollers
Trotz des baldigen Starts der Serienproduktion nimmt sich Silberkuhl auch Zeit, über ganz neue Ideen nachzudenken. So wie den Vorschlag eines Unternehmers, der Silberkuhl seit mehreren Jahren als eine Art Mentor unterstützt und viele Kontakte in Entwicklungsstaaten wie Indien hat. Länder, in denen es viele Menschen gibt, die viel reparieren müssen - die sich aber nur schwerlich ein Silbertool-Werkzeug leisten können, das zwischen 100 und 150 Euro kosten soll.
Die Idee: Einzelne Handwerker könnten Mikrokredite aufnehmen, um einen Gewinderoller zu kaufen oder gegen Lizenzgebühr zu nutzen. Diese Handwerker können als Dienstleister eine ganze Region versorgen, wann immer irgendwo Gewinde gerollt werden müssen. "So eine Art Gewindedoktor", sagt Silberkuhl. Viel Geld könne Silbertool damit sicher nicht verdienen. "Aber man kann den Leuten helfen, sich eine Existenz aufzubauen", sagt Silberkuhl: "Und für das Image wäre es natürlich auch nicht schlecht."
Seit diesem Monat hat der Vertrieb bei Silbertool richtig begonnen. Wie läuft es?
Es läuft sehr gut. Wir haben einige große Werkzeughändler besucht. Die Resonanz ist sehr positiv - wir konnten gleich weitere Termine vereinbaren, um die nächsten Schritte zu besprechen.
Des Weiteren entwerfen wir gemeinsam mit unseren Partnern von der Industriedesign-Agentur United Design Workers Pläne, wie wir die Händler mit dem nötigen Material zu unterstützen. In dieser Agentur haben wir einen sehr guten Partner, der mit seinem erfahrenen Team gemeinsam mit uns die einzelnen Schritte strukturiert umsetzt.
Wie ergänzen Sie sich dabei mit ihrem neuen Teammitglied Abdelhakim Boulakhrif?
Die Zusammenarbeit läuft sehr gut, wir ergänzen uns hervorragend. Wir sind beide ständig unterwegs, um Termine wahr zu nehmen. Wir sprechen uns ständig ab und planen alle Schritte sehr ausführlich, damit wir unsere begrenzte Kapazität effizient einsetzen können. So wie ich ist auch Herr Boulakhrif unterwegs und präsentiert das Werkzeug potenziellen Kunden und Händler. Darüber hinaus muss sich jemand um die ganze Unternehmensführung kümmern - das hat Herr Boulakhrif zum größten Teil übernommen.
Mit dem Musterkoffer unterwegs: Philipp Silberkuhl hat den Vertrieb ...   Mit dem Musterkoffer unterwegs: Philipp Silberkuhl hat den Vertrieb bei Silbertool gestartet
Gab es auch Niederlagen?
Leider läuft es nie so glatt wie man will. Beispielsweise wenn Prototypen nicht rechtzeitig geliefert werden und dadurch Termine verschoben werden müssen. Aber das sind keine Niederlagen, sondern Hindernisse die zu einem Unternehmensaufbau dazugehören.
Bislang gibt es vier Gewinderoller. Wie schnell werden nun die Produktionszahlen steigen?
Wir haben diesen Monat mit unserem Hersteller Burg den Aufbau der Produktion unserer neuen R-Serie für die Reparatur von Gewinden begonnen. Im Januar 2011 können wir diese Version in Serie ausliefern. Dann reden wir nicht mehr von drei oder vier Werkzeugen beziehungsweise Prototypen, sondern von tausenden.
Die Fragen beantwortete Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl
Die erste Vertriebstour hat Philipp Silberkuhl hinter sich. Jetzt kümmert er sich darum, dass Silbertool auch liefern kann, wenn die erhofften großen Bestellungen eingehen. Vergangenen Freitag traf er sich darum mit Vertretern der Firma Burg, die künftig den Silbertool-Gewinderoller in Serie produzieren soll, um zu besprechen, wie die Produktionswerkzeuge beschaffen sein müssen, in die die Roller gegossen werden.
Dabei klärte er viele Details. Etwa, dass die Software der Industriedesigner, die den Gewinderoller-Prototypen entworfen haben, kompatibel mit der Burg-Fertigungssoftware ist, und alle Daten dort richtig übermittelt werden. Und er entschied, wie stabil die Gießformen sein müssen. Davon hängt ab, welche Stückzahl mit einer Form produziert werden kann, bevor das Material ermüdet. "Umso stabiler die Form ist, umso teurer ist sie natürlich auch", sagt Silberkuhl. Er entschied: die Formen sollen so stabil sein, dass sie insgesamt 200.000 Gewinderoller fertigen können. Im Januar 2011 soll die Produktion starten. Allein für das kommende Jahr rechnet Silberkuhl mit rund 15.000 Bestellungen.
Unterstützen die Jugend: Abdelhakim Boulakhrif und Philipp ...   Unterstützen die Jugend: Abdelhakim Boulakhrif und Philipp Silberkuhl (v.l.)
Einen Tag vorher sorgten Silberkuhl und sein Teamkollege Abdelhakim Boulakhrif dafür, dass die Nachfrage auch langfristig gesichert bleibt. Im niedersächsischen Rotenburg demonstrierten sie Berufsschülern technischer Berufe, was der Gewinderoller leistet. "Wenn die später in einer Firma arbeiten und dort Gewinde reparieren sollen, wissen sie: Dafür gibt es ein Werkzeug", sagt Boulakhrif.
Die Einladung zu dem Besuch kam von einem Lehrer. Der hatte Silberkuhl kennengelernt, als dieser 2009 eine erste Version des Gewinderollers auf der Hannover-Messe vorstellte. "Er war damals schon begeistert, aber glaubte dass es nur bei der Idee bliebe", sagt Silberkuhl. "Neulich rief er an, weil er gelesen hatte, dass wir inzwischen ein Unternehmen sind und sagte: Ihr habt es ja tatsächlich geschafft!"
Zugegeben: Philipp Silberkuhl hätte sich einen glatteren Start in die Vertriebsphase gewünscht. Am Dienstagmittag vergangener Woche wollte der Silbertool-Gründer losfahren, um sechs große Werkzeughändler von seinem Gewinderoller zu überzeugen. Soweit der Plan,
Aber um richtig überzeugen zu können, brauchte er unbedingt alle drei Einsätze, mit denen der Gewinderoller an verschieden große Gewinde angepasst werden kann. Und den einen davon hatte der Produzent der ersten vier Prototypen am Dienstagmittag noch nicht fertig. Auch nicht am Dienstagnachmittag. Erst um 20 Uhr am Abend konnte Silberkuhl den Einsatz in Empfang nehmen, anschließend nach Hause fahren, ein paar Hemden bügeln, um dann von Hannover nach München zu rasen, wo er am folgenden Tag um 9 Uhr morgens einen Termin hatte.
Doch von da ab lief alles glatt. Firma für Firma klapperte Silberkuhl ab. Mit einem eigens mitgebrachten Schraubstock befestigte er gleich im Büro der Einkaufsleiter ein Metallgewinde, zerschlug es mit (wie in diesem Video zu sehen) einem Hammer und rollte dann mit seinem Gewinderoller an gleicher Stelle ein neues glattes Gewinde hinein.
Verhandelt über Preise, aber nicht über Exklusivität: Philipp ...   Verhandelt über Preise, aber nicht über Exklusivität: Philipp Silberkuhl
"Alle waren begeistert", sagt Silberkuhl, "die konnten sich das vorher nicht vorstellen." Klar war: Alle wollen ein Testgerät. Silberkuhl wird die wenigen Prototypen, die er bislang besitzt, leihweise von einem zum anderen Händler weiterreichen. Jeder einzelne davon koste deutlich mehr als 1000 Euro, sagt Silberkuhl: "Es würde sich nicht lohnen, nur zum Ausprobieren weitere Prototypen zu fertigen." Auch klar: Alle Einkaufsleiter wollten mit ihren Vorständen noch einmal die Preisvorstellung Silberkuhls besprechen.
Mehrere Händler fragten zudem nach Exklusivrechten. Und bissen auf Granit. "Das ist nicht drin", sagt Silberkuhl. Denn keiner der Händler decke alles ab: Profihandwerker wie Heimwerker, Großkonzern wie kleinen Handwerksbetrieb. "Um einem Händler Exklusivrechte zuzugestehen, gibt es einfach zu viele Interessenten."
Endlich. Endlich ist Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl da, wo er seit langem hin möchte: auf der Straße. Seit diesem Dienstag fährt er Werkzeughersteller- und Werkzeughändler ab. München, Aschaffenburg, Frankfurt und Saarlouis stehen unter anderem auf seinem Plan. Insgesamt sechs Termine hat er bis Freitag vereinbart.
"Das sind einige der größten Spieler in der Werkzeugbranche", sagt er. Ist er nervös? "Kein Stück", sagt Silberkuhl. Jetzt könne er endlich das neue Werkzeug vorzeigen. ‚Aus stabilerem Material und in neuen Design. Silberkuhl freut sich wie ein Kind: "Das sieht einfach so gut aus."
Vier Exemplare gibt es. Mit einem davon geht Silberkuhl auf Vertriebstour, mit einem sein Geschäftsführerkollege Abdelhakim Boulakhrif. Eines bekommt die Eisenwaren-Zeitung für einen Testbericht und eines ein Werkzeughändler aus Lübeck, der von Silbertool begeistert ist und darum seinem Vertriebsteam den Gewinderoller mitgeben will.
Weg von der Werkbank, raus in den Vertrieb: Gründer Philipp ...   Weg von der Werkbank, raus in den Vertrieb: Gründer Philipp Silberkuhl
Schon bald, ist Silberkuhl überzeugt, kann er weitere Werkzeuge anfertigen lassen. "In den nächsten Wochen werde ich bestimmt mehrere hundert Bestellungen reinholen", sagt er. Dann könnte der neue Produktionspartner von Silbertool loslegen, die Firma Burg. Der Spezialist für Schlösser produziert nicht nur, sagt Silberkuhl begeistert: "Lagerhaltung, Verpackung, Postversand – die machen alles."
Auch die weitere Finanzierung von Silbertool steht. Vergangene Woche hat Silberkuhl einen Kreditvertrag über 150.000 Euro abgeschlossen. Und das zu "sehr guten" Konditionen. Bis zum Schluss verhandelte er. Mehrfach ging er mit dem Angebot der einen Bank zur anderen und wartete, ob die daraufhin ihr Angebot verbesserte. Insgesamt holte er so 2,5 Prozentpunkte heraus. Und: Silberkuhl musste den Kredit nicht über eine Bürgschaftsbank absichern - eine Bedingung, die Banken oft an Startups stellen und diese noch einmal Zinsen kostet. Silberkuhl: "Die Bank sagte uns: Sie brauchen keine Sicherheit sie brauchen Geld. Legen Sie los." Das lässt er sich nicht zweimal sagen.
Stehen finanziell gut da: Philipp Silberkuhl (r.) und Abdelhakim ...   Stehen finanziell gut da: Philipp Silberkuhl (r.) und Abdelhakim Boulakhrif
Silbertool hat seine Finanzierungsfrage gelöst. Wie haben Sie das geschafft?
Das war erfreulicherweise recht einfach. Mehrere Banken sind mit Finanzierungsangeboten auf uns zugekommen, unter anderem auch wegen der Berichterstattung der FTD. Darüber hinaus hat uns die Wirtschaftsförderungsinitiative Hannoverimpuls mit ihren Kontakten wesentlich geholfen. Unser Gewinderoller sowie das Silbertool-Team mit seinen unterschiedlichen Partnern haben die Banken klar überzeugt. Als nach unserer Präsentation und mehreren Gesprächen die Angebote für die unterschiedlichsten Finanzierungsmöglichkeiten vorlagen, haben wir uns für das aus unserer Sicht beste Angebot entschieden.
In Sachen Liquiditätsplanung hat Silbertool einen neuen Partner bekommen. Was ist passiert?
Wir können bei der Liquiditätsplanung entscheidend von den Erfahrungen unseres neuen Partners PwC wie auch von Hannoverimpuls profitieren. Beide geben uns immer wieder Hilfestellungen und Rat. Innerhalb von Silbertool hat mit der neuen Führung ein Sinneswandel stattgefunden. Es wird versucht, die Planungen wesentlich nachhaltiger aufzustellen. Projekte werden umgehend mit kompetenten Partnern umgesetzt, damit wir uns auf unsere Kernaufgaben konzentrieren können. Silbertool bewegt sich dadurch weg vom Startup hin zu einem seriösen und professionell auftretenden Unternehmen. Das spiegelt sich auch deutlich in der Liquiditätsplanung wider.
Was war der größte Erfolg im September?
Dass die Finanzierungsfrage endlich geklärt wurde! Genau so wichtig waren aber auch die Fertigstellung unserer Corporate Identity sowie der Beginn des Produktionsaufbaus nach umfangreichen Tests mit Prototypen. Das bedingte sich gegenseitig, weil die Banken klar gesehen haben: Da arbeitet jemand mit System und mit guten Partnern.
Welcher war der stressigste Moment in diesem Monat?
Es gab viele Momente, die zusammengenommen sicherlich stressig waren. Zum Beispiel der Umgang mit den "Altlasten," die uns teilweise noch eine Zeit begleiten werden. Aber auch das Warten auf den Handelsregisterauszug und die daraus deutlich werdende Abhängigkeit von der Bürokratie.
Was sind die Aufgaben des kommenden Monats?
Wir beginnen mit dem Aufbau der Produktion, was mehrere Monate in Anspruch nehmen wird. Die wesentlichste Aufgabe wird allerdings sein, ein Netz von Silbertool-begeisterten Händlern zu spannen. Der Vertrieb muss aufgebaut werden. Der Kunde, unser wichtigstes "Gut", muss persönlich besucht werden. Er muss das Silbertool-Werkzeug selbst in die Hand nehmen und ausprobieren können. Diese Aufgabe wird uns noch sehr lange begleiten.
Die Fragen beantwortete Silbertool-Gründer Philipp Silberkuhl
Mit den richtigen Partnern lassen sich viele Probleme schnell lösen, zum Beispiel dieses: Wochenlang konnte Silbertool seine Rechnungen nicht bezahlen. Nicht, weil kein Geld mehr dagewesen wäre - sondern weil ein rechtmäßiger Vertreter der Firma fehlte.
Philipp Silberkuhl und sein neuer Teamkollege Abdelhakim Boulakhrif sind zwar schon seit einiger Zeit notariell bestätigte Nachfolger von Christian Korth, der alleiniger Geschäftsführer von Silbertool gewesen war. Doch bis zum Eintrag ins Handelsregister vergingen einige Wochen Bearbeitungszeit.
Der kleine Dienstweg über Pwc
In der Zwischenzeit gab es juristisch niemand, der das Unternehmen nach außen vertreten durfte - beispielsweise, um die Telefonrechnung zu überweisen. Wochenlang wartete die Firma auf den Handelsregisterauszug, um damit bei der Bank wieder Zugriff auf das Konto zu bekommen.
Endlich erhielt Silberkuhl ein Schreiben: Der Eintrag ins Handelsregister sei vorgenommen worden. Wenn die Firma einen Handelsregisterauszug benötige, solle sie das bitte schriftlich mitteilen. Der Gründer antwortete sofort und forderte einen Auszug an.
Nach neun Tagen wurde in einem erneuten Schreiben gebeten, für die Erstellung des Auszugs bitte zehn Euro zu überweisen. Silberkuhl überwies. Wieder vergingen Tage - bis es Philipp Silberkuhl zu bunt wurde und er sich an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pwc wandte, die das Startup als Partner unterstützt.
"Wir haben schließlich Pwc um Hilfe gebeten, die Zugriff auf das Handelsregister haben. Sie haben uns den Auszug freundlicherweise schnell ausgedruckt und zur Verfügung gestellt." Den Auszug konnte Silberkuhl endlich der Bank vorlegen - und hatte so bald wieder Zugriff auf sein Firmenkonto. Der offizielle Auszug der zuständigen Behörde trudelte erst Tage später ein.
Philipp Silberkuhl bereitet den Vertriebsstart für die ...   Philipp Silberkuhl bereitet den Vertriebsstart für die Gewinderoller vor
Damit Silbertool schneller unterwegs ist als manche Schriftstücke, investiert das junge Unternehmen außerdem in einen neuen Firmenwagen. Denn bei dem kleinen Lieferwagen, mit dem Silbertool bislang unterwegs war, ist der Lack nach elf Jahren und 85.000 Kilometern nicht mehr so weiß wie einst.
Firmenwagen passend zur Corporate Identity
Und wo einmal das rechte hintere Seitenfenster war, schützt eine angeschraubte Aluplatte gegen den Fahrtwind. Für Umzüge ist der Wagen perfekt geeignet. Doch bald starten Silberkuhl und Boulakhrif mit dem Vertrieb. Da ist ein professioneller Auftritt nötig.
Die Entscheidung für ein Modell war alles andere als einfach. Denn in der Werkzeugbranche gelten eigene Autogesetze, das wissen die Silberkuhl und Boulakhrif. "Da kann man nicht mit dem Kia vorfahren," sagt Silberkuhl. "Kurz gefasst gilt: Deutsches Werkzeug, deutsches Auto."
Die Corporate Identity von Silbertool soll die einer deutschen Qualitätsmarke sein - da muss das Auto schon dazu passen. Silbertool hat sich für einen Audi A3 Sportback als Leasingfahrzeug entschieden. Bis der Wagen ausgeliefert wird, bekommt das Startup einen Mietwagen gestellt. Dem Vertriebsstart steht also nichts mehr im Weg.
Wurde neu designt: Das Logo von Silbertool   Wurde neu designt: Das Logo von Silbertool
Es war lange angedacht, nun wird es umgesetzt: Silbertool bekommt eine neue Corporate Identity. Aus verschiedenen Vorschlägen der Designagentur United Design Workers haben Philipp Silberkuhl und Abdelhakim Boulakhrif das beste Konzept ausgewählt. Sie wollten etwas haben, das sich den Kunden gut einprägt. Wichtig dabei: Es sollte einfach und edel sein.
Einfach und edel
"Unser Werkzeug wird in Deutschland hergestellt," sagt Philipp Silberkuhl. "Silbertool soll im Design als Qualitätsmarke erkennbar sein." Vom Briefpapier bis zur Homepage will das junge Unternehmen nun das Image des "Made in Germany" ausstrahlen. Bis Ende September soll eine Agentur den Umbau der Silbertool-Homepage umgesetzt haben. Die Kosten für den Relaunch: zwischen 2000 und 5000 Euro.
Außerdem hat Silbertool einen neuen Slogan - ebenfalls ein Vorschlag von United Design Workers. Zuvor lautete der Werbespruch: "Gewinde rollen im Handumdrehen." Der funktionierte gut - aber er hatte einen entscheidenden Nachteil.
"Der bisherige Slogan bildete nicht ab, dass man mit dem Silbertool Gewinde auch reparieren kann," sagt Philipp Silberkuhl. "Und das ist der wichtigste Punkt bei Silbertool." Neue Gewinde - das kann schließlich jeder Gewindeschneider.
Ein neuer Werbeslogan
Und wie lautet nun der neue Slogan? Simply repair! Reparier' es einfach! "Da steckt noch zusätzlich eine Aufforderung drin, das hat uns gut gefallen," sagt Silberkuhl.
Auch das Design des Werkzeuges wurde in den letzten Wochen angepasst. Zuletzt gab es Schwierigkeiten mit dem Material der "Gegenrollen". Die formten nicht das Gewinde, sondern hielten auf der gegenüberliegenden Seite der "formenden Rolle" das Werkstück fest.
Dafür hat Silbertool nun eine "geometrische Lösung" gefunden, wie Silberkuhl das nennt. "Wir sind weggegangen von den Rollen." Das Gegenstück ist nun eine Art halbierte Schraubenmutter, ein halbes Hohlgewinde, das das Werkstück führt.
Damit kann in den nächsten Wochen der Produktionsaufbau stattfinden - schließlich soll im Januar der Vertrieb starten. Silbertool liegt exakt im Plan.
Wenn die Bank anruft, ist das für die meisten Menschen ein Grund, sich Sorgen zu machen. Philipp Silberkuhl bekam gleich mehrere Anrufe von Finanzinstituten.
Aber: Kein Grund zum Haareraufen! Der Silbertool-Gründer wirkt absolut vergnügt, denn in Sachen Finanzierung läuft es besser, als er es sich erträumt hat. Etwa 150.000 Euro benötigt das Startup, das im Januar 2011 mit seinem innovativen Gewinderoller in den Vertrieb einsteigen will: für den gerade anlaufenden Produktionsaufbau, für eine neue Corporate Identity, für Gehälter.
"Ich war immer überzeugt, dass wir es mit einem Kredit schaffen können", sagt der Produktionstechniker. Sein ehemaliger Mitgründer Christian Korth hatte einen größeren Finanzbedarf geschätzt und für einen Investor plädiert, doch Silberkuhl war dagegen.
Qual der Wahl zwischen mehreren Kreditangeboten
Und nun das! "Die Banken sind auf uns zugekommen, als bekannt wurde, dass Silbertool Kreditbedarf hat", erzählt Silberkuhl. Die Finanzinstitute hatten durch die Berichterstattung der FTD und über die örtliche Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hannover Impuls von der Finanzierungslücke erfahren. Nun können sich Silberkuhl und sein neuer Teilhaber Abdelhakim Boulakhrif aus mehreren Angeboten das beste heraussuchen.
Die Finanzierung des Startups von Philipp Silberkuhl scheint gesichert   Die Finanzierung des Startups von Philipp Silberkuhl scheint gesichert
In den Gesprächen, berichtet Silberkuhl, habe jede Bank das Startup sehr positiv eingeschätzt. Kein Wunder: Schließlich wurde die Liquiditätsplanung der jungen Firma von PricewaterhouseCoopers (Pwc) erstellt.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine der größten vier weltweit, ist als Unterstützer von Silbertool mit ins Boot geholt worden. Wie das Startup das geschafft hat?
Gute Partner muss man haben
Zuerst, indem Silberkuhl sich klar machte: Wieso soll man etwas selbst übernehmen, was man nicht perfekt kann? "Schließlich müssen wir uns auf unsere Kernaufgaben konzentrieren." Doch mit dem Weggang von Christian Korth klaffte eine Lücke. Also rief Silberkuhl bei Hannover Impuls an und fragte, wer das Startup umfassend beraten könne. So kam der Kontakt zu Pwc zustande.
Die Wirtschaftsprüfer stiegen mit ein und übernahmen die komplette Liquiditätsplanung der jungen Firma - zu einem sehr fairen Preis, wie Silberkuhl betont. "Sie kalkulieren sämtliche Kosten, geben Tipps für Abschreibungen, bedenken, wann welche Beträge anfallen - sorgen also für einen perfekten Überblick," sagt Silberkuhl.
Diese Liquiditätsplanung an die Banken zu geben habe natürlich sehr geholfen. Das Finanzierungsproblem von Silbertool scheint gelöst. "Dass es so positiv aussieht, entspannt natürlich enorm."
Silberkuhl resümiert: „Man muss sich gute Partner suchen. Das haben wir jetzt auf verschiedensten Ebenen geschafft, beispielsweise mit der Designagentur United Design Workers oder eben mit PricewaterhouseCoopers.“
  • FTD.de, 07.12.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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