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Merken   Drucken   09.09.2010, 08:00 Schriftgröße: AAA

enable2start Gründertagebuch: Neue Dimension: Die 3. Quartalsreportage von Captcha-Ad

09.09.2010 - Captcha-Ad: Vermarkter, Webseiten, Mitarbeiter, von allem ist ein bisschen vorhanden. Aber die Gründer von Captcha-Ad hättens gern größer. von Claus Hornung
Was man alles so braucht für eine Messe. Jan Philipp Hinrichs zählt es an seinen Fingern ab. Erst mal sind da die Flyer und Werbeaufsteller. Dann muss die Messeleitung wissen, wie viel Kaffee man braucht und wie viel Essensmarken - inklusive der Mahlzeiten, zu denen man Kunden einladen könnte.
Eine Palette Energydrinks wäre auch nicht schlecht. Bedruckt mit dem eigenen Firmenlogo, versteht sich. Fehlt noch was? Ach ja, Bildschirme. Unverzichtbar - wenn man ein Unternehmen führt, dessen Produkt mit Videos zu tun hat, braucht man natürlich auch Bildschirme. "Ganz schön viel", sagt Hinrichs und atmet durch: "Aber diese Messe ist auch ziemlich wichtig für uns."
Diese Messe - das ist die Dmexco. Auf der versammelt sich Mitte September in Köln die Welt des digitalen Marketings. Einen kleinen Teil davon verkörpert Captcha-Ad. Das Unternehmen, das Hinrichs gemeinsam mit Michael Keferstein und Thomas Zumtobel gegründet hat. Läuft ihr Messeauftritt wie erhofft, wird dieser Teil bald deutlich größer sein.
Jan Philipp Hinrichs, einer der drei Gründer von Captcha-Ad   Jan Philipp Hinrichs, einer der drei Gründer von Captcha-Ad
Schließlich haben sie ein Zukunftsprodukt. Eines, das Spamschutz und Werbung miteinander kombiniert. Möglicher Einsatzort: alle Orte im Netz, an denen bislang Captchas stehen - schwer entzifferbare Zahlen- und Buchstabenkombinationen, die verhindern sollen, dass sich Spamprogramme anstelle von Menschen einloggen. Dort will Captcha-Ad Videos platzieren, in denen Produkte zu sehen sind, kombiniert mit passenden Fragen, etwa: "Welche Handymarke wird hier beworben?" Tippt der User die richtige Antwort ein, stoppt das Video.
Die Technik steht. Geld haben die Gründer auch - Ende Mai stieg ein Investor mit einer sechsstelligen Summe ein. Jetzt brauchen sie Kunden.
AUSGABEN, EINNAHMEN, KAPITAL, SCHULDENSTAND
Hier steht die Bilanz von Captcha-Ad für Mai bis Juli 2010
Sicher, ein paar Werbepartner haben sie schon. So schalteten unter anderem der Filmkonzern Universal Pictures und ein Handydienstleister bereits mehrere Kampagnen. Über die Monate waren das hier mal ein paar Tausend Euro, dort mal ein paar Zigtausend. Aber das reicht nicht. Sie brauchen mehr. Von allem.
Vor allem brauchen sie mehr Vermarkter. Denn die verteilen die Budgets der Unternehmen auf verschiedene Werbeträger. Direkte Deals mit werbenden Filmen wie der mit Universal sind die Ausnahme.
Seit Monaten arbeiten sie daran, neue Vermarkter zu gewinnen. Große Vermarkter. Bislang waren für die Gründer mehrere Hunderttausend Captcha-Ads pro Monat das Maximum. "Jetzt reden wir mit einer Agentur, die monatlich 400 Millionen Ad-Impressions hat", sagt Keferstein. Also 400 Millionen Blicke von Usern auf Online-Werbung. Davon etwas abzubekommen wäre toll. Aber erst mal müssen die Agenturen zuhören. "Einige haben konzernähnliche Strukturen", sagt Keferstein, "manchmal braucht man zehn Anrufe, bis man den richtigen Ansprechpartner am Telefon hat."
Und man muss sie überzeugen, Geld in Video-Advertising zu stecken. Dann erzählen Keferstein und Hinrichs von den 300-prozentigen Zuwachsraten, die es in dem Bereich gibt. Und dass der Werbeeffekt ihrer Videos größer ist als der von jedem Banner. Obwohl die User sie stoppen können. "Dafür setzen sie sich mit dem Produkt auseinander", sagt Hinrichs.
Die Gründer Michael Keferstein und Thomas Zumtobel (v.l.)   Die Gründer Michael Keferstein und Thomas Zumtobel (v.l.)
Dieses Argument wollen sie nun auch wissenschaftlich unterlegen. Mit der Hochschule Fresenius haben sie im Juli ein Marktforschungsprojekt vereinbart. Dabei sollen beispielsweise Testpersonen Webseiten mit Captcha-Ads und anderen Werbeformen vergleichen. Anschließend fragen Studenten sie ab: "Woran kannst du dich erinnern?"
Das beste Argument für Vermarkter aber ist ein weiteres "Mehr". Die Captcha-Ad-Gründer brauchen mehr Publisher - Portale, auf denen ihre Werbung eingesetzt wird. Große Portale mit hohen Klickzahlen. Und: Sie brauchen Portale für jede denkbare Zielgruppe. "Wenn man mit großen Vermarktern spricht, fragen die: Was für Seiten habt ihr im Portfolio?", sagt Hinrichs: "Die hätten gern einen regelrechten Blumenstrauß."
Jetzt bewerben für die nächste Runde von enable2start
Fünf mal 50.000 Euro und ein Jahr journalistische Begleitung - Deutschlands große Gründerinitiative geht in die vierte Runde. Bewerbungen sind noch bis zum 3. Oktober. Teilnehmen kann jeder, der kurz vor einer Gründung steht oder vor maximal zwei Jahren gegründet hat. Weitere Infos unter:
www.enable2start.de
Rosen und Tulpen gibt es schon: einige soziale Netzwerke, ein paar ­Gaming-Portale, einige Technikseiten und mehrere Flirtbörsen. Aber die Orchideen und Nelken fehlen noch. Um Anzüge zu bewerben, wäre die Webseite eines Männermagazins toll, für Autowerbung das Sportwagenforum, für IT-Kunden das Computerfreakportal. "Wir haben bereits Anfragen für Kampagnen, für die wir noch passende Seiten finden müssen", sagt Hinrichs.
Und auch denen wollen die Gründer einen arrangierten Strauß anbieten. Also analysieren sie Webseiten, die infrage kämen: Wo findet man dort schon Captchas? Und wo wäre Platz, weitere zu schalten? Vielleicht im Downloadbereich? Oder wenn der Spieler einer Gaming-Seite ein neues Level erreicht hat? Oder könnte man nicht gleich ein Captcha-Ad-Spiel entwickeln, bei dem der User eine Figur im Video anklicken muss, statt eine Frage zu beantworten? "Bevor man einen Publisher anruft, muss man sich schon ein paar Gedanken dazu gemacht haben", sagt Hinrichs.
Seit Juli haben sie Hilfe bei dieser Kärrnerarbeit. Die Gründer haben ­einen Praktikanten für die Bereiche Marketing und Vertrieb eingestellt. Den zu finden kostete ebenfalls viel Zeit. Dabei machten sie die Erfahrung: Anzeigen auf Jobportalen bringen weniger als Nachfragen im Bekanntenkreis. Aber sie brauchen noch mehr Hilfe. Vor allem bei der IT. Experten für Ad-Server, über die die Videos ausgestrahlt werden. "Aber die sind selten", sagt Hinrichs mit seufzendem Unterton, "und wir sind nicht das einzige Unternehmen, das solche Leute sucht."
Captcha-Ads sind eine Kombination aus Spamschutz und Werbung   Captcha-Ads sind eine Kombination aus Spamschutz und Werbung
Fehlt noch was? Ach ja, ein Beirat. Drei bis vier Unternehmer möchte Hinrichs langfristig für diesen Posten gewinnen. Die sollen Anteile an Captcha-Ad erhalten und die Gründer im Gegenzug mit gutem Rat unterstützen - und mit Kontakten. Mit einem Kandidaten aus der Verlagsbranche sprechen sie bereits. Weitere Wunschfelder sind die IT-Branche und Mediaagenturen.
Es dauert halt, bis man an die richtigen Leute rankommt. Aber Hinrichs ist sicher: "Wenn wir die ersten großen Player überzeugen können, geht alles sehr schnell."
Für Jan Philipp Hinrichs ist es der Kampf des Jahres. Was lässt sich schneller ausfüllen: Captcha-Ads oder Captchas? Das will er mit dem Spiel Captcha-Battle heraus finden, das in den kommenden Tagen online gehen soll (und für das man sich hier registrieren kann).
Vorrangig sollen User gegen sich selbst spielen. "Es können natürlich auch mehrere Spieler gegeneinander antreten", sagt Hinrichs. Unter den Teilnehmern will er einen Preis verlosen, denn für ihn ist die Sache mehr als nur eine Spielerei. "Wir registrieren, wie lang die Leute brauchen", sagt er: "Daraus können wir wertvolle Erkenntnisse ziehen."
Erkenntnisse, mit denen das Team von Captcha-Ad bei künftigen Geschäftspartnern punkten will. Denn natürlich hofft Hinrichs darauf, dass das Ergebnis lautet: Captcha-Ads kann man schneller ausfüllen als Captchas.
Wer will mitspielen? Jan Philipp Hinrichs verbindet Spaß mit ...   Wer will mitspielen? Jan Philipp Hinrichs verbindet Spaß mit Marktforschung
Captcha-Ads aber sind nicht nur Spamschutz, sondern gleichzeitig Werbeform. Darum will Hinrichs auch diesen Bereich wissenschaftlich untersuchen lassen. Denn eines seiner wichtigsten Argumente bei Verhandlungen ist bislang eine reine Mutmaßung. Es lautet: "Captcha-Ads wirken besser als andere Werbeformen, weil der User eine Antwort auf eine Frage eingeben muss – dafür muss er sich mit dem beworbenen Produkt auseinandersetzen."
Jetzt soll eine Studie der Kölner Hochschule Fresenius dieses Argument untermauern. Ein Dozent für Wirtschaftpsychologie und Marketing wird Studenten den Werbeeffekt von Captcha-Ads im Vergleich zu anderen Werbeformen untersuchen lassen. Und das sogar kostenlos. "In diesem Studiengang sind ohnehin Studien am Beispiel von praktischen Fällen vorgesehen", sagt Hinrichs.
Abhängig von den Ergebnissen will er vielleicht später eine detaillierte Langzeitstudie in Auftrag geben. "Dafür müssten wir natürlich Geld in die Hand nehmen", sagt er.
Eine Woche lang nur Essen, schlafen, Beachvolleyball. Captcha-Ad-Gründer Jan Philipp war eine Woche lang auf Mallorca. "Kurz, aber erholsam", fasst er die Zeit zusammen. Aber der Erholungseffekt war schnell aufgebraucht.
Nach dem Abarbeiten der mehr als 150 E-Mails, die in seiner Abwesenheit aufgelaufen sind, steht die Dmexco ganz oben auf seiner To-do-Liste - eine Konferenz für digitales Marketing in Köln. Dort hat Captcha-Ad Mitte September seinen ersten Stand auf einer Fachmesse. Und dafür gibt es einiges zu organisieren. Da ist die Messeleitung, die wissen will, wie viel Essensmarken gebraucht werden. "Da muss man ja auch einkalkulieren, ob man mal jemandem zum Essen einlädt", sagt Hinrichs. Einen Kühlschrank brauchen sie auch. Kaffee, natürlich. Und, natürlich, die eigenen Mitbringsel: Flyer und Broschüren.
Wenn das Captcha-Ad-Logo auf T-Shirts gut aussieht, warum nicht ...   Wenn das Captcha-Ad-Logo auf T-Shirts gut aussieht, warum nicht auch auf Flaschen?
Zwischen 3000 und 5000 Euro könnte das alles zusammen kosten. Der Preis ist allerdings noch abhängig von ein paar möglichen Extras. Getränke mit Captcha-Ad-Logo drauf. Energydrinks vielleicht. Oder doch Bier? "Ich habe schon Messestände gesehen, wo es abends Cocktailparties gab", sagt Hinrichs.
Noch ist die Frage nicht endgültig entschieden. Alkohol hin oder her - Spiele wird es definitiv geben. Hinrichs plant ein "Captcha-Battle". Bei dem können Messebesucher gegeneinander antreten und auf Zeit reguläre Captchas sowie Captcha-Ads ausfüllen, sagt Hinrichs: "Dann sehen wir mal, was schneller geht."
Endlich einmal Ruhe für Jan Philipp Hinrichs. Nach drei Jahren ohne Urlaub schaltet der Captcha-Ad-Gründer eine Woche lang auf einer spanischen Insel ab (Genau: Auf der Insel, von der alle sagen, dass sie auch ganz viele tolle ruhige Ecken hat).
Für seinen Mitgründer Michael Keferstein sind diese Tage dafür die anstrengendsten seit langem. Gemeinsam mit dem ersten Praktikanten des Start-ups, Andreas Pfeiffer, besucht er die Spielmesse Gamescom in Köln. Allerdings nicht, um die neusten Spiele auszutesten. Keferstein unterhält sich mit Spielevermarktern - Unternehmern, die Browserspiele auf Webseiten platzieren. Denen will er zeigen, wie gut sich Captcha-Ads in solche Spiele integrieren ließen. "Wenn man die von Anfang an einbaut, ist das natürlich optimal für uns."
Im Messestress: Captcha-Ad-Gründer Michael Keferstein   Im Messestress: Captcha-Ad-Gründer Michael Keferstein
Vergangenes Jahr war auch hier. Da bewegte er sich allerdings nur auf den separaten Publikumsflächen. "Da ist alles laut und überall blinkt etwas", sagt er. Stattdessen erlebt er nun ruhige Ecken, in denen Geschäftsleute Gespräche führen: "Eigentlich sind das zwei Messen zum gleichen Thema."
Zwölf Gesprächstermine hat er lange im Vorfeld vereinbart. Sonst käme man an die Vermarkter gar nicht heran. "Alle hier haben sich ihre Termine ganz eng gelegt. Einfach an den Stand zu gehen ist zumindest bei den interessanteren Firmen kaum möglich", sagt er: "das ist eine ganz hektische Messe." Trotzdem sei der Wert von Messen nicht zu überschätzen: "Es ist etwas völlig anderes, den Leute gegenüber zu stehen als übers Telefon zu reden. Und wenn die Chemie stimmt, kann man ja immer noch ein späteres Treffen mit mehr Zeit vereinbaren."
Die Suche nach guten Leuten für Captcha-Ad geht weiter. Der erste Praktikant im Marketing ist gerade eingearbeitet. Vergangene Woche führten Jan Philipp Hinrichs und seine Mitgründer Michael Keferstein und Thomas Zumtobel Gespräche mit einer möglichen Vertriebsmitarbeiterin – die könnte vor allem dafür sorgen, neue Publisher – also Webseiten – als Partner für Captcha-Ad zu gewinnen. Denn teils kann das Start-up Werbekampagnen nur deshalb nicht starten, weil es an Publishern in Branchen fehlt, die zum beworbenen Produkt passen.
Anfang dieser Woche führten die Gründer wieder Gespräche. Diesmal mit einem Bewerber, "der ziemlich gute Kontakte in die Medienbranche hat", wie Hinrichs sagt. Der hat allerdings schon einen Job. Worum es geht, ist ein Posten im Beirat von Captcha-Ad. Genauer gesagt: Im Beirat, den Captcha-Ad noch einrichten will.
Beirat gesucht: Die Gründer Michael Keferstein, Jan Philipp ...   Beirat gesucht: Die Gründer Michael Keferstein, Jan Philipp Hinrichs und Thomas Zumtobel (v.l.)
Warum es den geben soll? Zwingend vorgeschrieben wäre das für eine GmbH dieser Größe nicht. "Know-how und Netzwerk", sagt Hinrichs. Auch die Investoren mögen die Idee, die darum im Beteiligungsvertrag festgeschrieben ist. "Ich glaube, dass man dann als professioneller wahrgenommen wird ", sagt Hinrichs.
Langfristig will er drei bis vier Beiräte für Captcha-Ad gewinnen. Am besten Spezialisten aus allen Bereichen, die für das Start-up relevant sind, beispielsweise IT und Verlagswesen.
Natürlich sollen die Experten nicht aus reiner Lust, jungen Gründern zu helfen, mit guten Ratschlägen und Kontakten helfen. Die Gründer bieten den Beiräten in spe Gesellschafteranteile an. "Es sollen ja alle ihre Spaß haben", sagt Hinrichs und grinst.
Wie geht die Mitarbeitersuche voran?
Wir führen aktuell regelmäßig Gespräche mit Bewerbern, da wir sowohl für die Bereiche Marketing und Vertrieb als auch IT Unterstützung gut gebrauchen können. Zwei neue Mitarbeiter für Vertrieb und Marketing haben wir bereits gefunden. Außerdem haben wir einen freiberuflichen Mitarbeiter gefunden, der uns von München aus unterstützt. Im Bereich IT ist es etwas schwieriger. Wir suchen nach wie vor Ad-Server-Spezialisten. Das Problem ist, dass viele Unternehmen diese Spezialisten suchen. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Wir führen die Suche in unserem persönlichen Netzwerk, aber auch in Jobbörsen fort.
Was war der größte Erfolg im Juli?
Wir arbeiten seit ein paar Wochen mit Tremor Media zusammen, einem der weltweit führenden Video-Ad-Networks, und wollen diese Kooperation weiter ausbauen. Mit Tremor Media haben wir einen hochkarätigen Online-Video-Spezialisten an unserer Seite mit dem wir viele spannende Projekte umsetzen werden.
Was war die größte Überraschung?
Nachdem die Mitarbeitersuche doch sehr schleppend angelaufen war, kamen im Laufe des Julis immer mehr sehr gute Bewerbungen, so dass wir aus vielen potenziellen Bewerbern wählen konnten.
Natürlich nicht zu vergessen das positive internationale Echo nach dem Gewinn der Global Entrepreneuership Competition. Wir sind im Austausch mit interessanten Personen, die wir dort kennengelernt haben, speziell aus dem VC-Bereich.
Die Gründer Michael Keferstein und Jan Philipp Hinrichs   Die Gründer Michael Keferstein und Jan Philipp Hinrichs
Welche Aufgaben sind kommenden Monat wichtig?
Wir haben bei der Pressearbeit jetzt professionelle Unterstützung. Die Kölner Agentur Bruno Media Communication unterstützt uns seit Anfang des Monats in allen Belangen rund um unsere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir wollen uns auch in diesem Bereich künftig noch professioneller aufstellen, die Zusammenarbeit mit Experten ist uns sehr wichtig.
Natürlich bleibt der Fokus auf unserem Hauptgeschäft, der Vermarktung von Captcha-Ads, das heißt: weitere Kooperationspartner gewinnen - sowohl auf Publisherseite als auch auf Seite der Werbetreibenden. Wir haben einige sehr interessante Anfragen für Kampagnen, vor allemaus dem Bereich Automotive. Außerdem konnten wir weitere große Websites davon überzeugen, künftig Captcha-Ads einzusetzen. Parallel arbeiten wir gerade daran, weitere Persönlichkeiten für einen Beirat zu gewinnen.
Auch der Relaunch unserer eigenen Webseite hat hohe Priorität und wird in Kürze abgeschlossen sein. Daneben arbeiten wir gerade auf Hochtouren auf die Dmexco hin, eine der international größten Messen für den gesamten Bereich des digitalen Marketings. Wir werden auf der Messe zusammen mit den Unternehmen Contilla, einem B2B-Marktplatz für Premium-Content, und Zone 2 Online, die auf spielbasierte Kommunikation spezialisiert ist, auf einem Stand vertreten sein. Dafür basteln wir gerade an einem Gesamtkonzept.
Die Antworten gab Captcha-Ad-Gründer Jan Philipp Hinrichs
Nichts als Kaffeekochen im Praktikum - das Problem hat der neue Praktikant bei Captcha-Ad nicht, der vergangene Woche dort antrat. Dort kümmert er sich jetzt vor allem darum, Listen von Publishern zu erstellen - von Websites, auf denen Captcha-Ads geschaltet werden könnten.
Bislang erledigten Jan Philipp Hinrichs und sein Mitgründer Michael Keferstein diesen Job. Aus Listen, in denen Webseiten samt ihrer Reichweiten aufgeführt werden - beispielsweise vom Online-Vermarkterkreis, erstellten sie eigene Rankings.
Entscheidend für Captcha-Ad sind dabei drei Kriterien sagt Jan Philipp Hinrichs. Zum einen geht es natürlich um die Reichweite: wie viele Page Impressions und Unique User hat eine Seite? Zweiter Punkt ist die Zielgruppe. Interessant für Captcha-Ad sind insbesondere die Bereiche Games, Auto und Sport.
Delegieren Aufgaben: Die Gründer Jan Philipp Hinrichs, Michael ...   Delegieren Aufgaben: Die Gründer Jan Philipp Hinrichs, Michael Keferstein (v.l.)
An dritter Stelle steht die Frage: Wo setzt diese Webseite bereits Captchas als Spamschutz ein - und an welcher Stelle wäre dies noch denkbar? Beim Einloggen, beim Download-Bereich, oder vielleicht um auf einer Gaming-Seite für eine höhere Spielstufe frei geschaltet zu werden. Um diese Stellen herauszufinden, muss das Team von Captcha-Ad die Seiten natürlich regelrecht scannen.
"Das ist eine echte Fleißarbeit", sagt Hinrichs. Gut also, dass es jetzt einen Mitarbeiter gibt, der sich vorrangig darum kümmert? "Nein, wir Gründer machen das ja auch weiter", sagt Hinrichs, "außerdem lernt man so sehr viele Webseiten kennen."
Endlich. Captcha-Ad-Gründer Jan Philipp Hinrichs atmet deutlich auf, als er es erzählt: "Wir haben unseren ersten Mitarbeiter. Am Dienstag dieser Woche startete ein Praktikant für Marketing und Vertrieb bei dem Bonner Start-up. Und für den gibt es gleich genug zu tun.
Denn Hinrichs und seine Gründerkollegen Michael Keferstein und Thomas Zumtobel planen ihren ersten Messe-Auftritt. Am 15. und 16. September werden sie einen Stand auf der Dmexco haben, einer der weltweit größten Messen für digitale Werbung. Den teilen sie sich mit zwei Unternehmen. Eines davon ist Contilla, ein Marktplatz für Online-Content von Videos bis hin zu Text. Das zweite Unternehmen ist Zone 2 Online, das Online-Spiele für Werbekunden entwickelt. Drei an einem Stand - das ist zum einen natürlich billiger für alle Beteiligten. "Außerdem gibt es Kunden, die für uns alle interessant sind", sagt Hinrichs.
Arbeitgeber: Jan Philipp Hinrichs, Thomas Zumtobel und Michael ...   Arbeitgeber: Jan Philipp Hinrichs, Thomas Zumtobel und Michael Keferstein(v.l.) haben ihren ersten Praktikanten
Für diesen Auftritt brauchen sie noch einiges an Marketing-Material. Pressemappen etwa, und Flyer. Schließlich müssen die auf dem neusten Stand sein und auch Informationen wie den Einstieg eines Investors beinhalten.
Und diesmal soll das mit ein wenig mehr Vorlauf passieren, als in Barcelona, wo Hinrichs und Zumtobel vor wenigen Wochen Teilnehmer beim Wettbewerb Global Entrepreneuership Competition waren. "Da haben wir noch vor Ort neue Flyer am Rechner gebastelt und im Copy-Shop ausgedruckt", sagt Hinrichs. Vor dem Abflug war die Zeit dafür zu knapp gewesen - es gab einfach noch zu viel zu erledigen. Aber jetzt haben sie ja Hilfe.
Geschäftsidee, Gründerteam, erste Aufträge und inzwischen sogar ein Investor - eigentlich hatte Captcha-Ad alles, was ein vielversprechendes Start-up braucht. Oder? Stimmt - etwas Entscheidendes fehlte in der Aufzählung. Aber das hat das Team um Jan Philipp Hinrichs gerade nachgeholt: seit wenigen Tagen steht bei Captcha-Ad ein Kickertisch.
Durch den Einstieg des Investors Paua Ventures ist jetzt auch Geld vorhanden, um die Inneneinrichtung am Bonner Firmensitz ein wenig aufzumöbeln. Eine neue Sofa-Ecke gibt es auch. "Die Mitarbeiter müssen sich ja auch mal ablenken können", sagt Hinrichs.
Und wenn alles gut läuft heißt "die Mitarbeiter" tatsächlich bald mehr als nur Hinrichs und seine Gründerkollegen Michael Keferstein und Thomas Zumtobel. In den vergangenen Wochen führten die Gründer mehrere Bewerbungsgespräche. "Zwei Bewerber haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen", sagt Hinrichs. Anfang August werden diese zwei vielleicht schon als Praktikanten für Marketing und Vertrieb anfangen.
Kaffee kocht er selbst, für Vertrieb und IT braucht Gründer Jan ...   Kaffee kocht er selbst, für Vertrieb und IT braucht Gründer Jan Philipp Hinrichs noch Personal
"Wir brauchen dringend Unterstützung", sagt Hinrichs - und das nicht zum ersten Mal. Was allerdings noch immer fehlt, sind qualifizierte Bewerber für Festanstellungen in IT und Vertrieb. Trotz Anzeigen auf diversen Jobportalen wie Monster oder Jobs3000 und intensiver Suche der Gründer in ihren privaten und beruflichen Netzwerken.
"Die Ad-Server-Spezialisten die wir brauchen, sind extrem schwer zu finden", sagt Hinrichs, "und gute Vertriebsleute sowieso". Vor allem solche, die die gewünschte Affinität zu digitalen Medien haben. Falls möglich, würde Hinrichs auch mit freien Handelsvertretern auf Provisionsbasis zusammenarbeiten: "Aber langfristig möchten wir die Leute an unsere Firma binden."
Dort würden dann neue Schreibtische und PCs warten, die das Captcha-Ad-Team noch für neue Mitarbeiter anschaffen will. Und - wurde das schon erwähnt? - einen Kickertisch gibt's auch.
Captcha-Ad hat jetzt einen Investor. Wofür wird Captcha-Ad das Geld einsetzen?
Wir haben in Paua Ventures einen idealen Partner gefunden, besonders der pro-aktive Ansatz hat uns überzeugt. Darüber hinaus verfügt Paua Ventures über ein großes Netzwerk, in das wir unsere Ideen optimal einbringen können.
Wir werden unsere Technologie weiter entwickeln und aufrüsten. Darüber hinaus möchten wir zusätzliche Geschäftsmodelle neben unserem Captcha-Ad entwickeln. Außerdem wird es in Kürze einen Relaunch unserer Website geben.
Ein weiterer großer Bereich ist Personal. Wir wollen und müssen unser Team verstärken und suchen daher nach festen Mitarbeitern für die Bereiche Marketing und Vertrieb sowie IT, insbesondere Adserver-Spezialisten. Aber auch Bewerber für Praktika können sich sehr gern bei uns melden. Mit ersten Kandidaten sind wir bereits in weiterführenden Gesprächen.
Natürlich werden wir auch etwas in unser Büro investieren, neben weiterer Büroausstattung überlegen wir beispielsweise in unsere Küche zu investieren, damit hätten wir dann auch eine Kantine.
Die Gründer Jan Philipp Hinrichs, Michael Keferstein und Thomas ...   Die Gründer Jan Philipp Hinrichs, Michael Keferstein und Thomas Zumtobel (v.l.)
Was waren sonst noch wichtige Themen im Juni?
Direkt nach der Unterschrift des Investors haben wir die nächsten Monate gemeinsam geplant: Welche Schritte sind jetzt wichtig? Welche neuen Mitarbeiter brauchen wir? Diese Aufgaben haben wir in einem Aktionsplan gebündelt. Wir überlegen zudem, jeweils ein kleines Büro in München und in Hamburg zu eröffnen, damit wir in ganz Deutschland Captcha-Ad optimal repräsentieren können.
Und dann war da natürlich unser Auftritt beim Global Entrepreneurship Competition (GEC) in Barcelona. Die GEC ist Teil des World Innovation Summit, auf dem wir mit eigenem Captcha-Ad-Messestand vertreten waren, und ist einer der renommiertesten internationalen Wettbewerbe für junge Unternehmen. insgesamt kamen mehr als 2000 Besucher auf den Summit. Wir konnten mit vielen sehr interessanten Gründern und Leuten speziell auch aus der Investorenszene sprechen und sind mit einigen weiter in Kontakt.
Was war die größte Überraschung?
Mit Abstand die größte Überraschung war, dass wir den zweiten Platz beim GEC gewonnen haben - und das Echo darauf. Beim Finale waren 23 Unternehmen aus insgesamt 19 Ländern nominiert - aus den Bereichen Clean-Tech, Health-Care, IT und Medien. Die Finalisten mussten in einem dreiminütigen Pitch vor dem Auditorium eine 37-köpfige Jury von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Die Jury-Mitglieder bestand aus Top-Investoren von Unternehmen wie Kleiner Perkins, Caufield & Byers, Mayfield Fund, CMEA Capital, Highland Capital Partners, Flagship Ventures und europäischen VC-Gebern.
Gab es auch Niederlagen?
Dass wir nicht alle Kampagnenanfragen von Werbetreibenden unterbringen konnten und daher dringend unsere Reichweite in Bezug auf Publisher ausbauen müssen - insbesondere in Segmenten wie Sport, Auto, Lifestyle und Mittelstand. Publisher, die sich angesprochen fühlen: Bitte melden Sie sich bei uns!
Und, dass wir immer noch auf der Suche nach Mitarbeitern für unsere IT sind. Es ist derzeit wirklich schwierig, gute Adserver-Spezialisten zu finden.
Die Antworten gab Captcha-Ad-Gründer Jan Philipp Hinrichs
Voll war es im Büro von Captcha-Ad. Dort trafen sich am Mittwoch alle Gesellschafter von Captcha-Ad. Und von denen gibt's inzwischen einige. Vorneweg die drei Gründer Jan Philipp Hinrich, Michael Keferstein und Thomas Zumtobel. Dann drei Business-Angel, die gleichzeitig Mentoren der Gründer sind, sowie einen Webmarketing-Spezialisten, der das USA-Geschäft für Captcha-Ad in Gang bringen soll und - seit neuestem - der Venture-Capital-Geber Paua Ventures.
Sie alle diskutierten über die Frage: Wie geht's weiter? Denn mit frischem Investoren-Geld können die Gründer nun eine Menge Aufgaben in Vertrieb, Technik und Marketing angehen.
Einen konkreten Ansatz beim Vertrieb gibt es bereits. Seit kurzem arbeitet Captcha-Ad mit Tremor Media zusammen, einem Spezialisten für die Vermarktung von Online-Videos. Mit denen könnte Captcha-Ad buchstäblich eine Lücke stopfen.
Wollen Lücken stopfen: Die Gründer Michael Keferstein und Jan ...   Wollen Lücken stopfen: Die Gründer Michael Keferstein und Jan Philipp Hinrichs
Denn bislang läuft das Geschäftsmodell von Captcha-Ad so: Bucht ein Unternehmen eine Werbekampagne mit Captcha-Ads, zahlt es für eine bestimmte Zahl von "Auslieferungen" - was in diesem Zusammenhang mit Klicks gleichzusetzen ist. Bucht etwa Universal Pictures 100.000 Auslieferungen, haben Hinrichs und Co. ihren Vertrag erfüllt, wenn die Captcha-Ads, die sie auf den Websites von Vertragspartnern (Publishern) platziert haben, hunderttausendmal angeklickt worden sind.
Das aber warf bei einigen Publishern eine Frage auf: "Was macht ihr denn, wenn Ihr gerade keine Kampagne habt?" Gute Frage - war alles, was Hinrichs bis vor einiger Zeit darauf sagen konnte. Jetzt hat er eine andere Antwort: "Dann setzen wir an der gleichen Stelle Onlinevideos von Tremor Media ein." Captcha-Ad kann so garantieren, dass die Werbeplätze dauerhaft belegt werden. Und Tremor Media könne dadurch Videos an Stellen platzieren, an die es nur durch die Captcha-Ad-Technik eingebunden werden könne, sagt Hinrichs: "Das ist für uns ein weiteres Geschäftsmodell."
Das hat sich gelohnt. 10.000 Euro, eine überdimensionierte Urkunde und viele, viele wichtige Kontakte bringt Captcha-Ad von Barcelona mit nach Hause.
Dort hat das Start-up von Jan Philipp Hinrichs, Thomas Zumtobel und Michael Keferstein den zweiten Platz bei der Global Entrepreneuership Competition gewonnen.
Hinrichs, der mit Zumtobel vor Ort war, klingt auch Tage danach noch aufgeregt, wenn er über das Ereignis spricht. Vom Gefühl, vor 37 Juroren zu präsentieren ("Das sind exakt drei Minuten, dann drehen die dir das Mikro ab"). Und über die zwei Tage zuvor, an denen er auf Gängen und Fluren und in wenigen Sätzen seine Idee präsentieren musste.
Ob wir das ins Handgepäck kriegen? Thomas Zumtobel und Jan Philipp ...   Ob wir das ins Handgepäck kriegen? Thomas Zumtobel und Jan Philipp Hinrichs bei der Preisverleihung
Einen Juroren traf er im Fahrstuhl, Randy Komisar vom Venture-Capital-Geber Kleiner Perkins. "Das war ein sprichwörtlicher Elevator Pitch", sagt Hinrichs und grinst. Dabei wollte ihn Komsiar zunächst abblocken: Nach sieben Stunden Pitches sei er zu erschöpft, um noch weiter zuzuhören. Zwischen dem zweiten und dritten Stock schoss Hinrichs dann doch noch einen Satz los. "Wir verbinden Online-Videoadvertising mit Spamschutz. Wir nennen das Captcha-Advertising."
Überhaupt sei das Zusammentreffen mit vielen Investoren viel entscheidender gewesen als die Siegprämie, sagt Hinrichs. Insbesondere mit solchen aus den USA - dem nächsten Zielmarkt von Captcha-Ad. Ein US-Investor habe ihm sogar konkrete Beispiele genannt, wie Captcha-Ad sein Geschäftsmodell erweitern könne. "Ich sagte: Das wäre toll. Aber, um das umzusetzen, brauchen wir viel Geld", erzählt Hinrichs: "daraufhin antwortete er: Wir haben Geld."
Gutes, Schlechtes, Überraschendes: Ein Quartal Captcha-Ad
Was zwischen Februar und April beim Onlinewerbung-Start-up passierte, steht in der 2. Quartalsreportage über Captcha-Ad, inklusive aller wichtigen Zahlen wie Ausgaben, Einnahmen, Schulden- und Kapitalstand.
Knappe 25 Grad Celsius meldet Jan Philipp Hinrichs per Telefon. Gar nicht mal so warm. Jedenfalls nicht für Barcelona. Höchstens angenehm. Aber vom Wetter bekommt Hinrichs ohnehin nicht so viel mit, schließlich ist er nicht zum Spaß hier.
Denn in der nordspanischen Stadt findet eine Konferenz statt, der World Innovation Summit statt und in dessen Rahmen wiederum ein Gründerwettbewerb, die Global Entrepreneuership Competition. Und Hinrichs Unternehmen Captcha-Ad ist als eines von 22 Unternehmen weltweit dort für einen Preis nominiert. 25.000 Euro gibt es für den ersten Platz, der in einem dreiminütigen Pitch die Jury von seinem Start-up überzeugt.
Preise sind gut, Kontakte besser, findet Gründer Jan Philipp Hinrichs   Preise sind gut, Kontakte besser, findet Gründer Jan Philipp Hinrichs
Dafür stehen Hinrichs und sein Mitgründer Thomas Zumtobel schon mal gern von acht Uhr morgens bis 20 Uhr. Denn dort schwirren rund 2000 Gäste herum. Viele Investoren sind darunter. Und natürlich andere Gründer. Aus Russland, aus Chile, aus Bulgarien, aus überall her. "Allein dafür lohnt es sich, hier zu sein", sagt Hinrichs, auch wenn er zugibt: "Das Geld würden wir schon gern mitnehmen."
Vielleicht können Hinrichs und Zumtobel schon Donnerstag Nacht einen weiteren Wettbewerbs-Sieg feiern. Die passende Location gäbe es. Irgendwo im Programm hat Hinrichs gelesen, dass es einen Cocktail-Empfang gibt. Wahrscheinlich draußen. Die Temperaturen sind ja angenehm.
Es ist vollbracht. Jan Philipp Hinrichs hat seine Masterarbeit abgegeben. Die letzte Nacht vor Abgabe arbeitete er durch. Fast wäre die Sache noch schiefgegangen. Um 15 Uhr sollte der Flieger abheben, der ihn von Köln nach München brachte, wo er den Master-Kurs Innovation & Business Creation besuchte und das Papier um 18 Uhr abgeben musste.
"Dann stand das Flugzeug eine halbe Stunde auf dem Rollfeld, bevor es los ging", sagt Hinrichs. Immerhin, der Pilot holte die Zeit ein - und Hinrichs war schließlich mit einem fast schon verschwenderisch großen Zeitpuffer von 45 Minuten vor Ort. "Das war ein verdammt gutes Gefühl", sagt er.
Endlich ist die Doppelbelastung weg. Endlich kann er sich auf voll auf seine Aufgaben bei Captcha-Ad konzentrieren. Eine davon ist die Überarbeitung der Website. Da ist seit gut einem Jahr kaum etwas geschehen.
Da geht noch was: Statt eines Demo-Videos sollen auf der Homepage ...   Da geht noch was: Statt eines Demo-Videos sollen auf der Homepage bald mehrere zu sehen sein
Noch steht dort darum prominent, dass Captcha-Ad Affiliate-Werbung macht. Denn das erste Projekt der Bonner waren Standbilder von Produkten, in denen eine Frage eingeblendet wurden. Etwa: "Wie heißt das Produkt?" Geld verdienten die Gründer aber nicht allein damit, dass User die richtige Antwort eintippten, sondern nur, wenn diese das Produkt auch kauften.
"Kunden, die auf die Website gehen, denken, dass wir das immer noch machen", sagt Hinrichs: "Inzwischen geht es aber vorrangig um Bewegtbilder." Videos also, in denen Fragen eingeblendet werden - und bei denen die Klicks entscheidend für ihre Bezahlung sind.
Also sollen jetzt die Erklärungen zum Affiliate-Marketing an untergeordnete Stellen verschoben werden. Oder vielleicht ganz verschwinden. Stattdessen sollen Videos von Kampagnen Platz, die Captcha-Ad bereits durchgeführt hat, in einem "Showroom" Platz finden. Eine bessere Verknüpfung von Blog-, Facebook- und Twittereinträgen wäre auch nicht schlecht. Und als Sahnehäubchen vielleicht noch Videos von Testimonials, um den Fokus "Bewegtbild" zu verstärken? Möglich ist vieles. "Jetzt machen wir erstmal einen Plan", sagt Hinrichs.
  • FTD.de, 09.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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